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IAMO Policy Brief 13 präsentiert Untersuchungsergebnisse zum demographischen Wandel

24.01.2014
Landwirtschaft übernimmt Aufgaben der öffentlichen Daseinsvorsorge in ländlichsten Räumen

In einem vom Wissenschaftsministerium Sachsen-Anhalts unterstützten Projekt wurde am Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Transformationsökonomien (IAMO) untersucht, inwieweit die Landwirtschaft vom demographischen Wandel betroffen ist und ob sie einen Beitrag zur öffentlichen Daseinsvorsorge leisten kann. Eine Auswahl der Ergebnisse wird im IAMO Policy Brief 13 "Landwirtschaft im ländlichsten Raum: Letzte Hoffnung zur Sicherung der Daseinsvorsorge?" vorgestellt.

Viele ländliche Räume in Ostdeutschland sind insbesondere seit der Wiedervereinigung von rapide gesunkenen und anhaltend geringen Geburtenzahlen und seit über 50 Jahren von selektiver Abwanderung betroffen. Dies führt vielerorts nicht nur zu einer raschen Schrumpfung, Überalterung und „Übermännerung“ im demographisch aktiven Alter der Bevölkerung, sondern auch zum Verlust der kulturellen und intellektuellen Ressourcen.

Im gleichen Maße stagniert bzw. sinkt das wirtschaftliche Potenzial, so dass auf Dorfebene die Landwirtschaft oft der einzig verbliebene Wirtschaftsfaktor ist. Diese sich stetig entleerenden peripher-ländlichen Räume stellen quasi die "ländlichsten Räume" dar.

Die Untersuchungen des IAMO zeigen, dass landwirtschaftliche Betriebe, insbesondere Genossenschaften und GmbHs, immer stärkere Probleme haben, geeignete Fachkräfte und Lehrlinge zu finden. Zugleich wird deutlich, dass ein Großteil der landwirtschaftlichen Betriebsleiter – selbständige Landwirte sowie Leiter von juristischen Personen – bereit ist, Aufgaben der öffentlichen Daseinsvorsorge zu übernehmen oder bereits übernimmt.

Sie stellen Maschinen, Geräte und Personal für die Feuerwehr und Straßenräumdienste, für Transporte der übrigen Dorfbewohner oder den Katastrophenschutz zur Verfügung. Darüber hinaus engagieren sich einige Landwirtschaftsbetriebe für Kindergärten sowie in der Kinder- und Jugendarbeit und überlassen für diese Zwecke Räumlichkeiten oder auch Personal. Damit übernehmen landwirtschaftliche Unternehmen eigentlich kommunale Aufgaben und die Landwirtschaft ist in einigen Regionen letzte Bastion zur Sicherung der Daseinsvorsorge.

Weiterführende Informationen
IAMO Policy Brief 13 „Landwirtschaft im ländlichsten Raum: Letzte Hoffnung zur Sicherung der Daseinsvorsorge?“: http://www.iamo.de/dok/IAMOPolicyBrief13.pdf
IAMO Policy Briefs
In der Publikationsreihe IAMO Policy Brief werden in loser Folge gesellschaftlich relevante Forschungsergebnisse des Leibniz-Instituts für Agrarentwicklung in Transformationsökonomien (IAMO) kurz und allgemeinverständlich aufbereitet und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Zielgruppe sind insbesondere Entscheidungsträger der Politik, Medienvertreter und die breite Öffentlichkeit.
Über das IAMO
Das Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Transformationsökonomien (IAMO) widmet sich der Analyse von wirtschaftlichen, sozialen und politischen Veränderungsprozessen in der Agrar- und Ernährungswirtschaft sowie in den ländlichen Räumen. Sein Untersuchungsgebiet erstreckt sich von der sich erweiternden EU über die Transformationsregionen Mittel-, Ost- und Südosteuropas bis nach Zentral- und Ostasien. Das IAMO leistet dabei einen Beitrag zum besseren Verständnis des institutionellen, strukturellen und technologischen Wandels. Darüber hinaus untersucht es die daraus resultierenden Auswirkungen auf den Agrar- und Ernährungssektor sowie die Lebensumstände der ländlichen Bevölkerung. Für deren Bewältigung werden Strategien und Optionen für Unternehmen, Agrarmärkte und Politik abgeleitet und analysiert. Seit seiner Gründung im Jahr 1994 gehört das IAMO als außeruniversitäre Forschungseinrichtung der Leibniz-Gemeinschaft an.

Bitte beachten Sie: Im Januar 2014 wurde das Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Mittel- und Osteuropa in Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Transformationsökonomien umbenannt. Die Institutsabkürzung IAMO bleibt weiterhin gültig.

Wissenschaftlicher Ansprechpartner
Dr. Axel Wolz
Tel.: +49 345 2928-114
Fax: +49 345 2928-199
wolz@iamo.de
Ansprechpartnerin für die Medien
Britta Paasche
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: +49 345 2928-329
Fax: +49 345 2928-499
presse@iamo.de
Weitere Informationen:
http://www.iamo.de/dok/IAMOPolicyBrief13.pdf
- IAMO Policy Brief 13
http://www.iamo.de/nc/iamo/publikationen/iamo-policy-briefs.html
- Publikationsreihe IAMO Policy Brief

Britta Paasche | IAMO
Weitere Informationen:
http://www.iamo.de

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