Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Entwicklung der Erwerbsminderungsrenten untersucht

04.10.2012
Nicht alle schaffen es, bis 67 zu arbeiten. Das Risiko der Altersarmut könnte besonders die Erwerbsminderungsrentner treffen.

Deren Rentenbezüge sind in den letzten Jahren kontinuierlich gesunken. 36,5 Prozent gelten als armutsgefährdet, fast 13 Prozent erhalten Grundsicherung, wobei ein erheblicher Teil der Bezugsberechtigten darauf sogar verzichtet.

Das geht aus einem aktuellen Report des Instituts Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen (UDE) hervor. Darin werden Strukturen, Trends und aktuelle Probleme der Alterssicherung untersucht.

„Wird die Altersgrenze heraufgesetzt, steigt auch die Zahl der Erwerbsminderungsrenten in den nächsten Jahren, weil viele nicht bis zum 67. Lebensjahr arbeiten können“, vermutet der Duisburger Soziologe Prof. Dr. Gerhard Bäcker. Schon 2011 erfolgte etwa jeder fünfte Renteneintritt wegen fehlender Erwerbsfähigkeit durch Krankheit oder Behinderung. Diese Ruheständler erhielten etwa 670 Euro – eine Rente unter dem durchschnittlichen Niveau der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung.

Trotz gestiegenen Rentenwerts sind seit 2000 die Durchschnittszahlungen an Neurentner kontinuierlich gesunken, vor allem bei den Männern: In den alten und in den neuen Bundesländern verringerten sich die durchschnittlichen Beträge um 18,6 und 17,3 Prozent, hinzu kommt der Geldwertverlust durch die Preisentwicklung.

Die Ursachen sieht Bäcker insbesondere in den instabilen und prekären Erwerbsverläufen mit Niedriglöhnen, unsteter Beschäftigung aufgrund gesundheitsbedingter Unterbrechungen, Mehrfach- und Langzeitarbeitslosigkeitszeiten. Zudem müssen nahezu alle Erwerbsminderungsrentner die vollen Abschläge in Kauf nehmen, weil sie vor dem 63. Lebensjahr aus dem Arbeitsleben ausscheiden. Da sie wenig verdienten, gelang es ihnen zuvor auch nur begrenzt, zusätzlich privat oder betrieblich für das Alter vorzusorgen.

Reformbedarf zur besseren finanziellen Absicherung bei Erwerbsminderung sieht Bäcker u.a. bei einer Begrenzung der Abschläge. Höhere Renten ließen sich zudem durch verlängerte Zurechnungszeiten und eine Anhebung der Entgeltpunkte erreichen. Allerdings: „Die ungleiche Verteilung von Beschäftigungschancen wie auch von Arbeits- und Lebensbedingungen lässt sich nur bedingt durch die Systeme der Alterssicherung kompensieren.“

Der Altersübergangs-Report des IAQ berichtet in unregelmäßiger Folge über Ergebnisse des „Altersübergangs-Monitors“, der von der Hans-Böckler-Stiftung und dem Forschungsnetzwerk Alterssicherung der Rentenversicherung gefördert wird.

Redaktion: Claudia Braczko, presse-iaq@uni-due.de

Beate Kostka | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-due.de
http://www.iaq.uni-due.de/auem-report/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Gesellschaftswissenschaften:

nachricht Mit stochastischer Spieltheorie zu mehr Kooperation
05.07.2018 | Institute of Science and Technology Austria

nachricht Deutschland wächst – aber nicht überall
24.04.2018 | Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Gesellschaftswissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Future electronic components to be printed like newspapers

A new manufacturing technique uses a process similar to newspaper printing to form smoother and more flexible metals for making ultrafast electronic devices.

The low-cost process, developed by Purdue University researchers, combines tools already used in industry for manufacturing metals on a large scale, but uses...

Im Focus: Rostocker Forscher entwickeln autonom fahrende Kräne

Industriepartner kommen aus sechs Ländern

Autonom fahrende, intelligente Kräne und Hebezeuge – dieser Ingenieurs-Traum könnte in den nächsten drei Jahren zur Wirklichkeit werden. Forscher aus dem...

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neue Anwendungen für Mikrolaser in der Quanten-Nanophotonik

20.07.2018 | Physik Astronomie

Need for speed: Warum Malaria-Parasiten schneller sind als die menschlichen Abwehrzellen

20.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Die Gene sind nicht schuld

20.07.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics