Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Regeln und Mythen jugendlicher Selbst-Präsentation: "Kleider schaffen Ordnung"

27.03.2007
Die neueste Mode, das Outfit für den Abend, der gemeinsame Einkaufsbummel - weshalb ist all dies für Jugendliche bedeutungsvoll? Wie wählen sie ihre Kleidung aus? Wie finden sie ihren Stil? Und was wird über das Thema Kleidung und Mode unter Jugendlichen, aber auch mit den Eltern und anderen Erwachsenen stets aufs Neue ausgehandelt?

Mit diesem Fragenkomplex hat sich Alexandra König als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der FernUniversität in Hagen in ihrer Promotion bei Prof. Dr. Werner Fuchs-Heinritz (Lehrgebiet Soziologie III) befasst. Die Ergebnisse ihrer Dissertation sind jetzt als Buch bei der UVK Verlagsgesellschaft erschienen: "Kleider schaffen Ordnung. Regeln und Mythen jugendlicher Selbst-Präsentation".

Die Studie von Dr. Alexandra König basiert auf qualitativen Interviews und Gruppendiskussionen mit Jugendlichen, in denen diese über ihre Erfahrungen mit Kleidung und Mode erzählen. "Ich trage das, was mir gefällt" ist die zentrale Formel, anhand derer Jugendliche ihren Kleidungsstil, ihre ästhetischen Präferenzen erklären.

Der Anspruch, einzig dem eigenen Geschmack verpflichtet zu sein, gilt als leitendes Prinzip. Bei genauerer Betrachtung wird jedoch deutlich, dass dieses Prinzip nicht nur als individueller Anspruch, sondern zugleich als soziale Erwartung an die Jugendlichen zu verstehen ist. Sie sind gefordert (und fordern voneinander), einen "eigenen Geschmack" zu präsentieren, ihr "Selbst" in der Kleidung anzuzeigen. Das Datenmaterial zeigt dabei eindrücklich, dass dies eine Leistung ist, die von den einen mit Freude und Leichtigkeit bewältigt wird, während die anderen bemüht und in ständiger Sorge vor sozialer Degradierung an ihrer Selbst-Präsentation feilen.

Die FernUni-Wissenschaftlerin hat herausgearbeitet, dass resp. wie die scheinbar höchst individuelle Selbst-Präsentation an die soziale, d. h. die generations-, geschlechts- und klassenspezifische Ordnung gebunden ist resp. soziale Ordnung herstellt. Sie zeigt auch die strukturellen Voraussetzungen und Grenzen dieses Verhaltens auf und macht die Selbst-Präsentation als Teil eines klassenspezifischen Habitus erkennbar.

So werden an einem scheinbar banalen und höchst persönlichen Gegenstand - der (nicht nur) für Jugendliche äußerst wichtig ist - Praktiken und Prozesse sozialer Ungleichheit deutlich.

Alexandra König:
"Kleider schaffen Ordnung - Regeln und Mythen jugendlicher Selbst-Präsentation"
2007, ca. 330 Seiten, broschiert
ISBN 978-3-89669-623-6
UVK Verlagsgesellschaft, Postfach 10 20 51, D-78420 Konstanz

Susanne Bossemeyer | idw
Weitere Informationen:
http://www.fernuni-hagen.de/

Weitere Berichte zu: Mythen Selbst-Präsentation Verlagsgesellschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Gesellschaftswissenschaften:

nachricht Der ängstliche Nao - Wenn Menschen emotional auf Roboter reagieren
14.08.2018 | Universität Duisburg-Essen

nachricht Mit stochastischer Spieltheorie zu mehr Kooperation
05.07.2018 | Institute of Science and Technology Austria

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Gesellschaftswissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie Magnetismus entsteht: Elektronen stärker verbunden als gedacht

Wieso sind manche Metalle magnetisch? Diese einfache Frage ist wissenschaftlich gar nicht so leicht fundiert zu beantworten. Das zeigt eine aktuelle Arbeit von Wissenschaftlern des Forschungszentrums Jülich und der Universität Halle. Den Forschern ist es zum ersten Mal gelungen, in einem magnetischen Material, in diesem Fall Kobalt, die Wechselwirkung zwischen einzelnen Elektronen sichtbar zu machen, die letztlich zur Ausbildung der magnetischen Eigenschaften führt. Damit sind erstmals genaue Einblicke in den elektronischen Ursprung des Magnetismus möglich, die vorher nur auf theoretischem Weg zugänglich waren.

Für ihre Untersuchung nutzten die Forscher ein spezielles Elektronenmikroskop, das das Forschungszentrum Jülich am Elettra-Speicherring im italienischen Triest...

Im Focus: Erstmals gemessen: Wie lange dauert ein Quantensprung?

Mit Hilfe ausgeklügelter Experimente und Berechnungen der TU Wien ist es erstmals gelungen, die Dauer des berühmten photoelektrischen Effekts zu messen.

Es war eines der entscheidenden Experimente für die Quantenphysik: Wenn Licht auf bestimmte Materialien fällt, werden Elektronen aus der Oberfläche...

Im Focus: Scientists present new observations to understand the phase transition in quantum chromodynamics

The building blocks of matter in our universe were formed in the first 10 microseconds of its existence, according to the currently accepted scientific picture. After the Big Bang about 13.7 billion years ago, matter consisted mainly of quarks and gluons, two types of elementary particles whose interactions are governed by quantum chromodynamics (QCD), the theory of strong interaction. In the early universe, these particles moved (nearly) freely in a quark-gluon plasma.

This is a joint press release of University Muenster and Heidelberg as well as the GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt.

Then, in a phase transition, they combined and formed hadrons, among them the building blocks of atomic nuclei, protons and neutrons. In the current issue of...

Im Focus: Der Truck der Zukunft

Lastkraftwagen (Lkw) sind für den Gütertransport auch in den kommenden Jahrzehnten unverzichtbar. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen der Technischen Universität München (TUM) und ihre Partner haben ein Konzept für den Truck der Zukunft erarbeitet. Dazu zählen die europaweite Zulassung für Lang-Lkw, der Diesel-Hybrid-Antrieb und eine multifunktionale Fahrerkabine.

Laut der Prognose des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur wird der Lkw-Güterverkehr bis 2030 im Vergleich zu 2010 um 39 Prozent steigen....

Im Focus: Extrem klein und schnell: Laser zündet heißes Plasma

Feuert man Lichtpulse aus einer extrem starken Laseranlage auf Materialproben, reißt das elektrische Feld des Lichts die Elektronen von den Atomkernen ab. Für Sekundenbruchteile entsteht ein Plasma. Dabei koppeln die Elektronen mit dem Laserlicht und erreichen beinahe Lichtgeschwindigkeit. Beim Herausfliegen aus der Materialprobe ziehen sie die Atomrümpfe (Ionen) hinter sich her. Um diesen komplexen Beschleunigungsprozess experimentell untersuchen zu können, haben Forscher aus dem Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) eine neuartige Diagnostik für innovative laserbasierte Teilchenbeschleuniger entwickelt. Ihre Ergebnisse erscheinen jetzt in der Fachzeitschrift „Physical Review X“.

„Unser Ziel ist ein ultrakompakter Beschleuniger für die Ionentherapie, also die Krebsbestrahlung mit geladenen Teilchen“, so der Physiker Dr. Thomas Kluge vom...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

4. BF21-Jahrestagung „Car Data – Telematik – Mobilität – Fahrerassistenzsysteme – Autonomes Fahren – eCall – Connected Car“

21.09.2018 | Veranstaltungen

Forum Additive Fertigung: So gelingt der Einstieg in den 3D-Druck

21.09.2018 | Veranstaltungen

12. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

20.09.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Tiefseebergbau: Forschung zu Risiken und ökologischen Folgen geht weiter

21.09.2018 | Geowissenschaften

4. BF21-Jahrestagung „Car Data – Telematik – Mobilität – Fahrerassistenzsysteme – Autonomes Fahren – eCall – Connected Car“

21.09.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Optimierungspotenziale bei Kaminöfen

21.09.2018 | Energie und Elektrotechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics