Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kinder psychisch kranker Eltern brauchen mehr Hilfe

13.03.2007
Fachtagung in der Hochschule Niederrhein zog fast 400 Sozialarbeiter an

Eindringlich schildert die junge Frau die Wechselbäder ihrer Gefühle, ihre emotionale Verunsicherung, ihre Rat- und Orientierungslosigkeit, die Verletzungen und die Verlassenheit als Kind. Der Grund: sie wurde von einer psychisch kranken Mutter aufgezogen. Ihre Erfahrungen dokumentierte der Psychologe Prof. Dr. Michael Borg-Laufs (Hochschule Niederrhein) in einem Film und zeigte ihn jetzt rund 400 Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern bei einer Fachtagung in der Hochschule in Mönchengladbach. Dabei ging es um die Nöte der Kinder mit dem gleichen Schicksal, aber auch um praktische Hilfen.

Fast ein Viertel der Psychiatrie-Patienten hat Kinder unter 18 Jahren. Der größte Teil von ihnen wohnt bei seinen Eltern. Verhaltsauffälligkeiten sind häufig die Folge. Die Kinder, so Professor Borg-Laufs, brauchen vor allem eine sichere Bindung an eine Bezugsperson. Einen Ausweg böte zum Beispiel der Wechsel in eine Pflegefamilie, da sie hier in der Regel auf kompetente und engagierte Ersatzeltern träfen. In Köln etwa werden in einem Projekt vor der Klinikeinweisung eines psychisch kranken Elternteils Patenfamilien für die betroffenen Kinder gesucht. In einem anderen Projekt betreuen Psychologen gemeinsam mit einer Kunsttherapeutin die Kinder als Gruppe. Alle diese Projekte stehen finanziell auf wackeligen Füßen. "Im Interesse des Kindeswohls bleibt nur zu hoffen, dass auch in Mönchengladbach ein solches Projekt eingerichtet und finanziell abgesichert werden kann", unterstreicht Prof. Dr. Borg-Laufs. Bei der Fachtagung in der Hochschule, veranstaltet vom Arbeitskreis Kinder psychisch kranker Eltern und dem Fachbereich Sozialwesen der HN, wurde jedenfalls die Notlage und der Stellenwert professioneller Hilfen eindrucksvoll dargestellt, nachdem das Thema über Jahre "in der Fachwelt völlig vernachlässigt worden" ist, so Borg-Laufs.

Kontakt:
Prof. Dr. Michael Borg-Laufs, Tel. 02161-186-5627,
Email: Michael.Borg-Laufs@hs-niederrhein.de

Rudolf Haupt | idw
Weitere Informationen:
http://www.hs-niederrhein.de/

Weitere Berichte zu: Fachtagung Hilfe

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Gesellschaftswissenschaften:

nachricht Mit stochastischer Spieltheorie zu mehr Kooperation
05.07.2018 | Institute of Science and Technology Austria

nachricht Deutschland wächst – aber nicht überall
24.04.2018 | Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Gesellschaftswissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Future electronic components to be printed like newspapers

A new manufacturing technique uses a process similar to newspaper printing to form smoother and more flexible metals for making ultrafast electronic devices.

The low-cost process, developed by Purdue University researchers, combines tools already used in industry for manufacturing metals on a large scale, but uses...

Im Focus: Rostocker Forscher entwickeln autonom fahrende Kräne

Industriepartner kommen aus sechs Ländern

Autonom fahrende, intelligente Kräne und Hebezeuge – dieser Ingenieurs-Traum könnte in den nächsten drei Jahren zur Wirklichkeit werden. Forscher aus dem...

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neue Anwendungen für Mikrolaser in der Quanten-Nanophotonik

20.07.2018 | Physik Astronomie

Need for speed: Warum Malaria-Parasiten schneller sind als die menschlichen Abwehrzellen

20.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Die Gene sind nicht schuld

20.07.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics