Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Globalisierung und Geschlechtergleichheit - Frauenfrühling oder modernisierte Ungleichheit

19.12.2006
Was die Globalisierung für die Geschlechtergleichheit gebracht hat
RUBIN-Sonderausgabe "Globaler Wandel" ist erschienen

Seit den 1970er Jahren arbeiten Frauennetzwerke auf internationaler Ebene daran, die Gleichberechtigung der Geschlechter voranzutreiben. Viele politische Erfolge haben sie erzielt - was aber hat die Globalisierung konkret für die Geschlechtergleichheit gebracht? Diese Frage haben Forscherinnen am Lehrstuhl für Frauen- und Strukturforschung (Prof. Dr. Ilse Lenz) untersucht. Über ihre Ergebnisse berichten sie in RUBIN "Globaler Wandel", der soeben erschienenen Sonderausgabe des Wissenschaftsmagazins der Ruhr-Universität Bochum.

Sonderausgabe mit Exzellenz-Schwerpunkt

Die Sonderausgabe stellt Forschungsprojekte aus verschiedenen geisteswissenschaftlichen Fachbereichen vor, die die Auswirkungen der Globalisierung aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchten. "Global Change" ist ein Forschungsschwerpunkt der Ruhr-Universität, für den sich die RUB in der zweiten Runde der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder um einen Exzellenzcluster bewirbt.

Deutschland tut sich schwer

Globalisierung meint nicht nur weltweite Märkte: Auch auf politischer und sozialer Ebene gibt es Auswirkungen, die durch weltweite Netzwerke und Supranationale Organisationen wie die EU und die UN mitbestimmt werden. So konnten Frauen ihre Anliegen seit den 1970er Jahren international verstärkt vertreten und haben beachtliche Erfolge für die Gleichberechtigung der Geschlechter erzielt: Die Geschlechtergerechtigkeit ist zum internationalen Konsens geworden. Die Umsetzung der gesetzten Ziele stellt sich allerdings im internationalen Vergleich unterschiedlich dar. Während zum Beispiel Japan großen Wert darauf legt, die in der UN vereinbarten Ziele umzusetzen, tut sich Deutschland damit schwer. Die aktuelle Bundesregierung unter Kanzlerin Merkel hat bekundet, die Gleichstellungsrichtlinien der EU "nicht übererfüllen" zu wollen. In England hingegen arbeiten Regierungsorgane eng mit Frauennetzwerken zusammen, und in vielen Einzelprozessen, die teils bis vor den europäischen Gerichtshof gingen, haben Frauen bedeutende Erfolge für die Gleichberechtigung errungen. Immer mehr Frauen bekleiden zudem politische Entscheidungspositionen - wenn sie auch zahlenmäßig den Männern noch immer unterlegen sind, ebenso wie in den Führungsetagen der Wirtschaft.

Menschliches Gesicht der Globalisierung

Während sich auf politischer Ebene eine Art "Frauenfrühling" ankündigt, sieht es in sozialen Fragen noch anders aus. Frauen arbeiten weltweit mehr als Männer, werden aber schlechter entlohnt. Einsparungen bei Sozialausgaben belasten Frauen daher weit stärker als Männer. Die Forderungen nach Kürzungen bei den Sozialausgaben in Afrika haben dazu geführt, dass Eltern ihre Töchter häufig nicht mehr in die Schule schicken - Mädchen sind häufiger Analphabeten und haben schlechtere Chancen als Jungen. Wie es weitergeht, muss die Zukunft zeigen: "Im neu ausgerufenen 'Kampf der Kulturen' könnte auch das globale Geschlechterregime unter Druck geraten und marginalisiert werden", befürchtet Prof. Lenz. "Es wird sich zeigen, ob die politische Gestaltung der wirtschaftlichen Globalisierung ein menschliches Gesicht geben wird."

Themen in RUBIN "Globaler Wandel"

In der Sonderausgabe RUBIN Globaler Wandel finden Sie folgende Themen: Transnationalism im Film: Von wegen "kalter Kaffee"; Von den Anstrengungen des staatlichen Gewaltmonopols: Recht und Gewalt; Katholizismus von außen betrachtet: Hinter dem europäischen Horizont; Geschlechtergleichheit und Globalisierung: "Frauenfrühling" oder modernisierte Ungleichheit?; Globaler Wandel und das Entstehen transnationaler Migration: Zwischen den Welten zu Hause; Die Rolle der Medien im "Globalen Anti-Terror-Krieg": Verändern die Medien das Völkerrecht?; Literatur und Vielsprachigkeit: Die Heimat ist die Fremde; Globalisierung der Finanzmärkte: Wer liest schon die Bilanzen?; "Lokale Agenda 21" im Nord-Süd- und Ost-West-Vergleich: Weg frei fürs Ehrenamt; Die Gelehrtennetzwerke des Murtada al-Zabidi: "Global Player" des 18. Jahrhunderts. RUBIN "Globaler Wandel" ist für 5 Euro in der Pressestelle der Ruhr-Universität erhältlich, Tel. 0234/32-22830, und steht im Internet unter http://www.rub.de/rubin.

Weitere Informationen

Prof. Dr. Ilse Lenz, Fakultät für Sozialwissenschaft der Ruhr-Universität Bochum, 44780 Bochum, GC 04/47, Tel. 0234/32-22795, Fax: 0234/14507, E-Mail: Ilse.Lenz@ruhr-uni-bochum.de

Dr. Josef König | idw
Weitere Informationen:
http://www.rub.de/rubin

Weitere Berichte zu: Geschlechtergleichheit Global Globalisierung RUBIN Wandel

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Gesellschaftswissenschaften:

nachricht Mit stochastischer Spieltheorie zu mehr Kooperation
05.07.2018 | Institute of Science and Technology Austria

nachricht Deutschland wächst – aber nicht überall
24.04.2018 | Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Gesellschaftswissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Im Focus: First evidence on the source of extragalactic particles

For the first time ever, scientists have determined the cosmic origin of highest-energy neutrinos. A research group led by IceCube scientist Elisa Resconi, spokesperson of the Collaborative Research Center SFB1258 at the Technical University of Munich (TUM), provides an important piece of evidence that the particles detected by the IceCube neutrino telescope at the South Pole originate from a galaxy four billion light-years away from Earth.

To rule out other origins with certainty, the team led by neutrino physicist Elisa Resconi from the Technical University of Munich and multi-wavelength...

Im Focus: Magnetische Wirbel: Erstmals zwei magnetische Skyrmionenphasen in einem Material entdeckt

Erstmals entdeckte ein Forscherteam in einem Material zwei unabhängige Phasen mit magnetischen Wirbeln, sogenannten Skyrmionen. Die Physiker der Technischen Universitäten München und Dresden sowie von der Universität zu Köln können damit die Eigenschaften dieser für Grundlagenforschung und Anwendungen gleichermaßen interessanten Magnetstrukturen noch eingehender erforschen.

Strudel kennt jeder aus der Badewanne: Wenn das Wasser abgelassen wird, bilden sie sich kreisförmig um den Abfluss. Solche Wirbel sind im Allgemeinen sehr...

Im Focus: Neue Steuerung der Zellteilung entdeckt

Wenn eine Zelle sich teilt, werden sämtliche ihrer Bestandteile gleichmässig auf die Tochterzellen verteilt. UZH-Forschende haben nun ein Enzym identifiziert, das sicherstellt, dass auch Zellbestandteile ohne Membran korrekt aufgeteilt werden. Ihre Entdeckung eröffnet neue Möglichkeiten für die Behandlung von Krebs, neurodegenerative Krankheiten, Alterungsprozessen und Virusinfektionen.

Man kennt es aus der Küche: Werden Aceto balsamico und Olivenöl miteinander vermischt, trennen sich die beiden Flüssigkeiten. Runde Essigtropfen formen sich,...

Im Focus: Magnetic vortices: Two independent magnetic skyrmion phases discovered in a single material

For the first time a team of researchers have discovered two different phases of magnetic skyrmions in a single material. Physicists of the Technical Universities of Munich and Dresden and the University of Cologne can now better study and understand the properties of these magnetic structures, which are important for both basic research and applications.

Whirlpools are an everyday experience in a bath tub: When the water is drained a circular vortex is formed. Typically, such whirls are rather stable. Similar...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Interdisziplinäre Konferenz: Diabetesforscher und Bioingenieure diskutieren Forschungskonzepte

13.07.2018 | Veranstaltungen

Conference on Laser Polishing – LaP: Feintuning für Oberflächen

12.07.2018 | Veranstaltungen

Materialien für eine Nachhaltige Wasserwirtschaft – MachWas-Konferenz in Frankfurt am Main

11.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Interdisziplinäre Konferenz: Diabetesforscher und Bioingenieure diskutieren Forschungskonzepte

13.07.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Maschinelles Lernen: Neue Methode ermöglicht genaue Extrapolation

13.07.2018 | Informationstechnologie

Fachhochschule Südwestfalen entwickelt innovative Zinklamellenbeschichtung

13.07.2018 | Materialwissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics