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In Wissenschaft und Forschung: Chancengleichheit noch nicht erreicht

06.04.2006


"Mädchen haben die besseren Schulnoten, sie machen häufiger Abitur als Jungen und stellen über die Hälfte der Studienanfängerinnen in Deutschland. Dennoch sind Frauen in den Spitzenpositionen der deutschen Forschung unterrepräsentiert und verdienen im Schnitt weniger als ihre männlichen Kollegen. Um das Potenzial gut ausgebildeter und karrierewilliger Frauen in Naturwissenschaften und Technik nicht weiter zu verschwenden, bedarf es eines Umdenkens - in Industrie, an Hochschulen und in der Gesellschaft." Dieses Zitat stammt aus dem Jahr 2003, aus einer Pressemitteilung der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) im Vorfeld zum Kongress "Women in Science". Kaum treffender könnte man damit die Podiumsdiskussion "Mehr Frauen an die Spitze von Wissenschaft und Forschung!" ankündigen, die am 21. April 2006 auf dem Campus Berlin Adlershof stattfindet.



"Seit 2003 konnte schon eine ganze Menge bewegt werden, vor allem an den Hochschulen", sagt Dr. Marion Hertel, die Vorsitzende des GDCh-Arbeitskreises Chancengleichheit in der Chemie (AKCC), "aber Deutschland zählt, was die weiblichen Industrieforscher angeht, zu den Schlusslichtern in Europa. Wir müssen also das Thema immer und immer wieder aufnehmen und öffentlich machen." In Berlin geschieht das beim diesjährigen Get-Together des AKCC am 21. und 22. April.

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Mit Edelgard Bulmahn, der ehemaligen Bundesbildungs- und -forschungsministerin (MdB, SPD), der Chemikerin Katharina Reiche (MdB, CDU), der Fraktionsvorsitzenden von Bündnis 90/Die Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus, Dr. Sybill-Anka Klotz, der Biologin Dr. Christel Happach-Kasan (MdB, FDP) und Professor Dr. Petra Mischnick (GDCh-Vorstandsmitglied, TU Braunschweig) hat der AKCC hochkarätige Diskussionsteilnehmerinnen gewinnen können, die von 17 bis 19 Uhr ihre Vorschläge zur Verbesserung der Karrierechancen bei Frauen vorstellen werden.

Am 22. April berichtet der AKCC in einer Mitgliederversammlung, die auch (Noch-)Nichtmitgliedern offen steht, über seine zahlreichen sonstigen Aktivitäten; im Anschluss trägt Dr. Susan Nolan über "Gender Studies in Chemistry in the USA" vor. Die Teilnehmerinnen der AKCC-Veranstaltung können sich dann am Nachmittag durch den Forschungsstandort Adlershof führen lassen, den größten Wissenschafts- und Technologiepark Deutschlands am ehemaligen Standort der Akademie der Wissenschaften der DDR. Zwölf außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, über 400 überwiegend technologieorientierte Unternehmen sowie etliche Institute der Humboldt-Universität, darunter auch für Chemie, nutzen die moderne Infrastruktur und die vielfältigen Kooperationsmöglichkeiten.

Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) gehört mit über 27000 Mitgliedern zu den größten chemiewissenschaftlichen Gesellschaften weltweit. Sie hat 25 Fachgruppen und Sektionen, darunter den Arbeitskreis Chancengleichheit in der Chemie (AKCC), der im Jahre 2000 gegründet wurde, mit über 160 Mitgliedern. Der AKCC befasst sich u.a. mit den Themen Frauen im Beruf, Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie Mädchenförderung.

Dr. Renate Hoer | idw
Weitere Informationen:
http://www.gdch.de

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