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Berufslaufbahn und Lebenszufriedenheit: Der Erfolg trägt zwei Gesichter

15.11.2005


Geld allein macht nicht glücklich. Das bestätigen Jahrhunderte der menschlichen Erfahrung, seit die Geldwirtschaft sich durchgesetzt hat. Eine Variante, die besser zur heutigen Gesellschaft und ihren Werten passt, könnte lauten: Erfolg macht nicht unbedingt zufrieden. Dr. Dorothea Dette vom Lehrstuhl für Sozialpsychologie der Universität Erlangen-Nürnberg belegt sogar, dass Schritte auf den höheren Stufen der Karriereleiter von steigender Unzufriedenheit begleitet sein können. Nicht etwa, weil ein genügsames, ereignisloses Dasein ohne Herausforderungen den Menschen angemessener wäre; es kommt darauf an, was sie unter Erfolg verstehen und wie sie ihn erleben.



Berufserfolg ist ein vielschichtiges Phänomen. In ihrer Doktorarbeit "Berufserfolg und Lebenszufriedenheit" entwickelt Dr. Dette ein Modell, das mehrere Facetten unterscheidet. Objektiver Erfolg ist demnach von außen wahrzunehmen und an festen Kriterien wie etwa Gehalt oder Delegationsbefugnis messbar. Die subjektive Einschätzung des eigenen Erfolgs kann dagegen nur das Individuum selbst treffen; hier ist eine weitere Unterteilung in subjektiv erlebten Erfolg und die Zufriedenheit mit diesem Erfolg möglich. Außerdem spielen verschiedene zeitliche Ebenen eine Rolle.



Karriereneulinge können aus den Ergebnissen der Studie sowohl eine Empfehlung als auch eine Warnung lesen. Den Fokus allein auf den objektiven Aufstieg zu legen, macht eher unzufrieden. Nur wer seinen Berufsverlauf und die Erfolge selbst positiv einschätzt, ist auf lange Sicht zufriedener mit dem eigenen Leben. Umgekehrt funktioniert das Gespann von Erfolg und Wohlbefinden im Übrigen nicht, so weit es sich der Analyse entnehmen lässt. Zufriedene waren fünf Jahre später nicht erfolgreicher als ihre unzufriedeneren Kollegen.
Die Daten, die Dr. Dorothea Dette ausgewertet hat, stammen aus dem Forschungsprojekt zur beruflichen Laufbahnentwicklung Erlanger Absolventen (BELA-E), das unter der Leitung von Prof. Dr. Andrea Abele-Brehm seit zehn Jahren am Erlanger Lehrstuhl für Sozialpsychologie läuft.


Weitere Informationen:
Dr. Dorothea Dette
Lehrstuhl Sozialpsychologie
Tel.: 09131/85-24677
Dorothea.Dette@sozpsy.phil.uni-erlangen.de

Ute Missel | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-erlangen.de/
http://www.uni-erlangen.de/infocenter/presse/pressemitteilungen/forschung_2005/11_05/768berufserfolg.shtml
http://www.sozialpsychologie.phil.uni-erlangen.de/

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