Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Globaler Marshall Plan der Menschlichkeit - für den Umbau der Weltwirtschaft

29.07.2004


Weil es die große Politik bislang nicht geschafft hat, die vielfältigen Probleme unseres Planeten in einer konzertierten Aktion anzugehen, meldet sich jetzt eine neue Initiative zu Wort.


Die Zeitschrift natur+kosmos stellt in ihrer Augustausgabe den Global Marshall Plan vor. Zahlreiche Nicht-Regierungsorganisationen, wie der Club of Budapest und der Club of Rome sowie diverse Wirtschaftsverbände wie B.A.U.M. haben sich zusammen getan, um gemeinsam einen Marshall-Plan für die Erde auf den Weg zu bringen. Es geht um nicht weniger als den Umbau der Weltwirtschaft.

Bis zum Jahr 2015 soll die Anzahl jener Milliarde Menschen, die hungern und keinen Zugang zu sauberem Wasser haben, halbiert werden. Zudem soll die Kindersterblichkeit um ein Drittel gesenkt und allen Mädchen und Jungen der Besuch der Grundschule ermöglicht werden. Schließlich wollen die Initiatoren globale Trends umkehren - vom hemmungslosen Ressourcenverbrauch über die wachsende Schere zwischen Arm und Reich bis hin zur epidemischen Ausbreitung von Aids und Malaria.


Die Initiative fordert nun die Industriestaaten auf, ihre Entwicklungshilfeausgaben zu verdoppeln. Geplant sind außerdem zusätzliche Steuern. In der Anfangsphase braucht das ehrgeizige Projekt rund 120 Milliarden Dollar pro Jahr, um den Einstieg in eine weltweite ökosoziale Markwirtschaft zu erreichen.

Marshall-Plan? Für die Nachkriegsgeneration war der Name George Marshall fast so etwas wie ein Synonym für den Weihnachtsmann. Denn der Ökonomieprofessor der Universität Harvard hatte am 5. Juni 1947 einen Entwicklungshilfeplan für das vom Krieg zerstörte Europa aus der Taufe gehoben. Fast zwölf Milliarden Dollar stellten die amerikanischen Steuerzahler zwischen 1948 und 1952 zur Verfügung, um den Aufbau einer friedlichen, stabilen, demokratischen und wirtschaftlich prosperierenden Völkergemeinschaft auf dem alten Kontinent zu garantieren. Das beispiellose Hilfspaket wurde zum vollem Erfolg: zerstörte Industrieanlagen wurden wieder aufgebaut, der Außenhandel boomte, die politische wie ökonomische Integration verfeindeter Völker gelang, die Inflation war unter Kontrolle. Aus der Hölle des Krieges wuchs das Wirtschaftswunder. Europa blühte, George Marshall erhielt den Friedensnobelpreis, und Amerika galt für Jahrzehnte als lieber großer Bruder.

Und heute – brauchen wir wieder einen globalen Marshall-Plan? Sind wir denn im Krieg? Wer genau hinschaut, erkennt: Er ist zwar in keinem Geschichtsbuch erwähnt und tobt trotzdem seit Jahrzehnten: Der Krieg gegen die Natur. Zwar wird nicht scharf geschossen, aber die Zahl der Opfer ist längst so groß wie bei klassischen internationalen Konflikten. Millionen von Menschen sind schon ertrunken, verhungert oder verdurstet, weil das Weltklima zunehmend aus den Fugen gerät; zahllose Versehrte dieses Krieges leben als Allergiker und Opfer von Zivilisationskrankheiten unter uns. Längst sind ganze Völker auf der Flucht. 58 Prozent
aller Flüchtlinge weltweit – so das Internationale Rote Kreuz – sind Umweltflüchtlinge.

Statt vom Völkermord spricht man von Genozid oder gar von Biozid, weil tagtäglich Arten für immer vom Erdboden getilgt werden. Es geht um das Überleben unseres Planeten. Die Erde mag grün erscheinen – doch die Folgen dieses Krieges sind für jeden sichtbar: saure Böden, kranke Wälder, radioaktiv verstrahlte Regionen, chemische Gifte überall zwischen Nord- und Südpol. Die Analogie zum letzten großen Krieg ist also nicht ganz von der Hand zu weisen. „Wenn wir so weitermachen wie bisher“, sagt der Philosoph und Mitbegründer des Global Marshall Plan, Ervin Laszlo, „werden wir die gegenwärtige Ordnung nur noch 15 Jahre aufrecht erhalten können. Dann werden sich die Krisen häufen. Wir müssen jetzt handeln.“ Doch dieses Mal soll sich nicht nur Europa wie Phoenix aus der Asche erheben, sondern der ganze blaue Planet.

Dr. Inge Pröll | natur+kosmos
Weitere Informationen:
http://www.natur.de

Weitere Berichte zu: Menschlichkeit Planet Weltwirtschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Gesellschaftswissenschaften:

nachricht Der ängstliche Nao - Wenn Menschen emotional auf Roboter reagieren
14.08.2018 | Universität Duisburg-Essen

nachricht Mit stochastischer Spieltheorie zu mehr Kooperation
05.07.2018 | Institute of Science and Technology Austria

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Gesellschaftswissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Die Mischung macht‘s: Jülicher Forscher entwickeln schnellladefähige Festkörperbatterie

Mit Festkörperbatterien sind aktuell große Hoffnungen verbunden. Sie enthalten keine flüssigen Teile, die auslaufen oder in Brand geraten könnten. Aus diesem Grund sind sie unempfindlich gegenüber Hitze und gelten als noch deutlich sicherer, zuverlässiger und langlebiger als herkömmliche Lithium-Ionen-Batterien. Jülicher Wissenschaftler haben nun ein neues Konzept vorgestellt, das zehnmal größere Ströme beim Laden und Entladen erlaubt als in der Fachliteratur bislang beschrieben. Die Verbesserung erzielten sie durch eine „clevere“ Materialwahl. Alle Komponenten wurden aus Phosphatverbindungen gefertigt, die chemisch und mechanisch sehr gut zusammenpassen.

Die geringe Stromstärke gilt als einer der Knackpunkte bei der Entwicklung von Festkörperbatterien. Sie führt dazu, dass die Batterien relativ viel Zeit zum...

Im Focus: It’s All in the Mix: Jülich Researchers are Developing Fast-Charging Solid-State Batteries

There are currently great hopes for solid-state batteries. They contain no liquid parts that could leak or catch fire. For this reason, they do not require cooling and are considered to be much safer, more reliable, and longer lasting than traditional lithium-ion batteries. Jülich scientists have now introduced a new concept that allows currents up to ten times greater during charging and discharging than previously described in the literature. The improvement was achieved by a “clever” choice of materials with a focus on consistently good compatibility. All components were made from phosphate compounds, which are well matched both chemically and mechanically.

The low current is considered one of the biggest hurdles in the development of solid-state batteries. It is the reason why the batteries take a relatively long...

Im Focus: Farbeffekte durch transparente Nanostrukturen aus dem 3D-Drucker

Neues Design-Tool erstellt automatisch 3D-Druckvorlagen für Nanostrukturen zur Erzeugung benutzerdefinierter Farben | Wissenschaftler präsentieren ihre Ergebnisse diese Woche auf der angesehenen SIGGRAPH-Konferenz

Die meisten Objekte im Alltag sind mit Hilfe von Pigmenten gefärbt, doch dies hat einige Nachteile: Die Farben können verblassen, künstliche Pigmente sind oft...

Im Focus: Color effects from transparent 3D-printed nanostructures

New design tool automatically creates nanostructure 3D-print templates for user-given colors
Scientists present work at prestigious SIGGRAPH conference

Most of the objects we see are colored by pigments, but using pigments has disadvantages: such colors can fade, industrial pigments are often toxic, and...

Im Focus: Eisen und Titan in der Atmosphäre eines Exoplaneten entdeckt

Forschende der Universitäten Bern und Genf haben erstmals in der Atmosphäre eines Exoplaneten Eisen und Titan nachgewiesen. Die Existenz dieser Elemente in Gasform wurde von einem Team um den Berner Astronomen Kevin Heng theoretisch vorausgesagt und konnte nun von Genfern Astronominnen und Astronomen bestätigt werden.

Planeten in anderen Sonnensystemen, sogenannte Exoplaneten, können sehr nah um ihren Stern kreisen. Wenn dieser Stern viel heisser ist als unsere Sonne, dann...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

LaserForum 2018 thematisiert die 3D-Fertigung von Komponenten

17.08.2018 | Veranstaltungen

Aktuelles aus der Magnetischen Resonanzspektroskopie

16.08.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Oktober 2018

16.08.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Quantenverschränkung erstmals mit Licht von Quasaren bestätigt

20.08.2018 | Physik Astronomie

1,6 Millionen Euro für den Aufbau einer Forschungsgruppe zu Quantentechnologien

20.08.2018 | Förderungen Preise

IHP-Technologie darf in den Weltraum fliegen

20.08.2018 | Energie und Elektrotechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics