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Kleine Genies mit schlechten Noten

11.06.2001

Hochbegabung führt nicht immer zur Hochleistung, besonders begabte Kinder glänzen nicht immer mit guten Noten. Dr. Christian Fischer, Geschäftsführer des Internationalen Centrums für Begabungsforschung (ICBF) in Münster, hat vielmehr festgestellt, dass Hochbegabung nicht selten mit Schulproblemen einhergeht. Viele hochbegabte Kinder würden in der Schule nicht erkannt und nicht ihren besonderen Fähigkeiten entsprechend gefordert und gefördert. Die Folge: Sie langweilen sich, schalten häufig im Unterricht ab und bekommen dadurch Lern-Lücken, die sich in schlechten Noten niederschlagen.



Die Anfang Februar 2001 gegründete Einrichtung, die gemeinsam von den Universitäten Münster und Nijmegen/Niederlande getragen wird, legt deshalb einen Schwerpunkt seiner wissenschaftlichen Arbeit in die Fort- und Weiterbildung von Lehrerinnen und Lehrer. In einem 18monatigen Kurs lernen Pädagogen, besondere Begabungen bei ihren Schülerinnen und Schülern zu erkennen und diese dann angemessen zu fördern. Die an der Universität Nijmegen entwickelte berufsbegleitende Weiterbildung zum "Experten für das Unterrichten besonders Begabter" (Specialist in Gifted Education") wird in Münster zum ersten Mal in Deutschland angeboten. Der erste Kurs läuft seit März mit 28 Teilnehmern, der nächste beginnt im September.

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Ziel des ICBF ist es, die Denkstrukturen und Strategien hochbegabter Kinder zu erforschen und die gewonnenen Erkenntnisse für neue Diagnose- und Fördermöglichkeiten zu nutzen. So werden auf dem Gebiet der bei besonders begabten Kindern häufig vorkommenden Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten spezielle Lern- und Denkprozesse erforscht und mit Hilfe eines Förderprogrammes "LegaOptima" praktisch umgesetzt. Ein weiteres Angebot des Centrums, das bei seiner Arbeit von der "Citibank-Stiftung" und der "Pelz-Anfelder-Stiftung" unterstützt wird, ist die "Uni für Kinder", bei der mathematisch und naturwissenschaftlich besonders begabte und interessierte Grundschulkinder in Kleingruppen anspruchsvolle und herausfordernde Aufgaben lösen.

Norbert Frie | idw

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