Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fahren unter Drogen: Wie Freundespaare sich beeinflussen

07.05.2001


Junge Männer trinken bei ihren abendlichen Unternehmungen häufigzuviel Alkohol oder nehmen Drogen und setzen sich trotzdem noch ansSteuer. Ist allerdings eine junge Frau mit von der Partie, verhalten siesich viel vernünftiger! Diese Annahme ist zwar weit verbreitet, geht aberoffenbar an der Wirklichkeit vorbei.

Dies ist eines der Ergebnisse der jetzt preisgekrönten Diplomarbeit von Nina Pöhlmann. Die Psychologie-Studentin von der Universität Würzburg hat eine Methode entwickelt, mit der erstmals die gemeinsame Entscheidung eines Freundespaares, nach dem Konsum von Drogen noch Auto zu fahren, in einer standardisierten Untersuchungssituation simuliert und analysiert werden kann.

Im Zuge ihrer Arbeit hat sich die angehende Diplom-Psychologin etliche Nächte vor Würzburger Diskotheken um die Ohren geschlagen. Dort sprach sie Freundespaare an und befragte die jungen Leute anhand von hypothetischen Situationen zunächst einzeln zu ihrem Umgang mit der Problematik "Alkohol- und Haschischkonsum und Auto fahren".

Daraufhin konfrontierte Nina Pöhlmann die Befragten mit der Entscheidung des anderen und gab ihnen dann den Auftrag, gemeinsam eine Lösung zu finden. Mit einem Beobachtungsbogen dokumentierte sie Verlauf und Ergebnis der Diskussion zwischen dem Freundespaar. Für eine weitere Analyse zeichnete sie das Gespräch zudem auf Tonband auf.

Ein positiver Einfluss der jungen Frauen war dabei nicht festzustellen: "Zwar entschieden sie sich alleine etwas seltener als ihre Freunde dafür, unter dem Einfluss von Drogen noch am Straßenverkehr teilzunehmen. Eine gegenseitige Einflussnahme in Richtung einer vernünftigen Konsum-Fahr-Entscheidung fand bei den Frau-Mann-Paaren allerdings genauso selten statt wie bei den rein männlichen Freundespaaren. Vielmehr bestärkten die jungen Frauen durch ihre ausgesprochen hohe Bereitschaft mitzufahren ihre Freunde eher in ihrer Fahrerrolle", so das Fazit von Nina Pöhlmann.

Nach Einschätzung der Studentin zeigen diese Ergebnisse die Dringlichkeit von Präventionskampagnen, bei denen junge Frauen dazu aufgefordert werden, sich nicht einfach in die Rolle der Beifahrerin zu fügen, sondern ihre Freunde vom Fahren nach Drogenkonsum abzuhalten.

Für ihre Untersuchung, die sie unter der Betreuung von Prof. Dr. Hans-Peter Krüger am Interdisziplinären Zentrum für Verkehrswissenschaften der Uni Würzburg durchführte, wird die 25-jährige Studentin am Freitag, 8. Juni, in Hamburg mit dem Förderpreis "Sicherheit im Straßenverkehr" ausgezeichnet. Dieser Preis wird alljährlich von der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) vergeben. Der von Nina Pöhlmann erreichte erste Platz ist mit 3.000 Mark dotiert.

Kontakt: Nina Pöhlmann, Fax (0931) 31-2616, E-Mail: 
poehlmann@psychologie.uni-wuerzburg.de

Robert Emmerich | idw

Weitere Berichte zu: Straßenverkehr Studentin

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Gesellschaftswissenschaften:

nachricht Teilhabeatlas Deutschland – Ungleichwertige Lebensverhältnisse und wie die Menschen sie wahrnehmen
22.08.2019 | Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung

nachricht Vor allem Geringverdiener und gut Ausgebildete bleiben auch im Rentenalter in Beschäftigung
15.08.2019 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Gesellschaftswissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: 'Nanochains' could increase battery capacity, cut charging time

How long the battery of your phone or computer lasts depends on how many lithium ions can be stored in the battery's negative electrode material. If the battery runs out of these ions, it can't generate an electrical current to run a device and ultimately fails.

Materials with a higher lithium ion storage capacity are either too heavy or the wrong shape to replace graphite, the electrode material currently used in...

Im Focus: Nervenzellen feuern Hirntumorzellen zum Wachstum an

Heidelberger Wissenschaftler und Ärzte beschreiben aktuell im Fachjournal „Nature“, wie Nervenzellen des Gehirns mit aggressiven Glioblastomen in Verbindung treten und so das Tumorwachstum fördern / Mechanismus der Tumor-Aktivierung liefert Ansatzpunkte für klinische Studien

Nervenzellen geben ihre Signale über Synapsen – feine Zellausläufer mit Kontaktknöpfchen, die der nächsten Nervenzelle aufliegen – untereinander weiter....

Im Focus: Stevens team closes in on 'holy grail' of room temperature quantum computing chips

Photons interact on chip-based system with unprecedented efficiency

To process information, photons must interact. However, these tiny packets of light want nothing to do with each other, each passing by without altering the...

Im Focus: Happy hour für die zeitaufgelöste Kristallographie

Ein Forschungsteam vom Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD), der Universität Hamburg und dem European Molecular Biology Laboratory (EMBL) hat eine neue Methode entwickelt, um Biomoleküle bei der Arbeit zu beobachten. Sie macht es bedeutend einfacher, enzymatische Reaktionen auszulösen, da hierzu ein Cocktail aus kleinen Flüssigkeitsmengen und Proteinkristallen angewandt wird. Ab dem Zeitpunkt des Mischens werden die Proteinstrukturen in definierten Abständen bestimmt. Mit der dadurch entstehenden Zeitraffersequenz können nun die Bewegungen der biologischen Moleküle abgebildet werden.

Die Funktionen von Biomolekülen werden nicht nur durch ihre molekularen Strukturen, sondern auch durch deren Veränderungen bestimmt. Mittels der...

Im Focus: Happy hour for time-resolved crystallography

Researchers from the Department of Atomically Resolved Dynamics of the Max Planck Institute for the Structure and Dynamics of Matter (MPSD) at the Center for Free-Electron Laser Science in Hamburg, the University of Hamburg and the European Molecular Biology Laboratory (EMBL) outstation in the city have developed a new method to watch biomolecules at work. This method dramatically simplifies starting enzymatic reactions by mixing a cocktail of small amounts of liquids with protein crystals. Determination of the protein structures at different times after mixing can be assembled into a time-lapse sequence that shows the molecular foundations of biology.

The functions of biomolecules are determined by their motions and structural changes. Yet it is a formidable challenge to understand these dynamic motions.

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

92. Neurologie-Kongress: Mehr als 6500 Neurologen in Stuttgart erwartet

20.09.2019 | Veranstaltungen

Frische Ideen zur Mobilität von morgen

20.09.2019 | Veranstaltungen

Thermodynamik – Energien der Zukunft

19.09.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Ferroelektrizität verbessert Perowskit-Solarzellen

20.09.2019 | Energie und Elektrotechnik

HD-Mikroskopie in Millisekunden

20.09.2019 | Biowissenschaften Chemie

Kinobilder aus lebenden Zellen: Forscherteam aus Jena und Bielefeld 
verbessert superauflösende Mikroskopie

20.09.2019 | Medizintechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics