Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Lebenssituation und Einstellung von Jugendlichen: Flexibilität, Mobilitätsbereitschaft und Zivilcourage

16.02.2004


"Junge Menschen aktiv und verantwortungsvoll" - Studie zu Lebenssituation und Einstellung von Jugendlichen zeigt hohes Maß an Flexibilität, Mobilitätsbereitschaft und Zivilcourage


Die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Renate Schmidt, hat heute die von ihrem Ministerium in Auftrag gegebene Studie ’’Jugendliche und junge Erwachsene in Deutschland’’ vorgestellt. Für die Studie des Mannheimer Instituts für praxisorientierte Sozialforschung (ipos) wurden ca. 2.000 Jugendliche und junge Erwachsene zu ihren aktuellen Lebenseinschätzungen und Einstellungen befragt.

"Ich freue mich sehr über die Ergebnisse der Studie, weil sie zeigen, dass die jungen Menschen in Deutschland aktiv und verantwortungsvoll sind", sagte Bundesministerin Renate Schmidt anlässlich der Veröffentlichung. "Sie gehen motiviert an ihr Leben heran und schrecken auch vor Herausforderungen nicht zurück. Das zeigt sich zum Beispiel in der Bereitschaft, für einen Arbeitsplatz in eine neue Stadt oder Region umzuziehen. Die Ergebnisse zeigen auch, dass die Bundesregierung mit ihrer "aktiven Jugendpolitik" richtig liegt: Wir fördern die Fähigkeiten der jungen Menschen und motivieren sie, die entwickelten Talente und Ideen wieder aktiv in die Gesellschaft einzubringen."


Insgesamt zeigen die Ergebnisse der Studie die fortwährende Annäherung zwischen Ost- und Westdeutschen. Lebensbedingungen, Werteorientierungen und die Einstellungen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen unterscheiden sich 13 Jahre nach der Wiedervereinigung kaum noch. Lediglich bei der Einstufung von Arbeitslosigkeit und der wirtschaftlichen Lage als wichtigstes persönliches Problem weichen die Werte in Ost und West deutlich voneinander ab.

Die ipos-Studie ist eine repräsentative Zeitreihenuntersuchung und liegt mit der aktuellen Ausgabe jetzt bereits in vier Wellen vor. Die rund 2.000 Befragten zwischen 14 und 27 Jahren wurden zu ihrer Wohnsituation, ökonomischen Situation (Arbeitsplatzsicherheit, Bereitschaft zur Mobilität etc.), sozialer und familiärer Situation, religiösen Einstellungen, Freizeitgestaltung (einschließlich gesellschaftliches Engagement), politischen Einstellungen, Einstellungen zu Gewalt und Einstellungen zu Ausländerinnen und Ausländern befragt. Neue, bzw. verstärkte Schwerpunkte der Studie sind neben der Einstellung zu Ausländerinnen und Ausländern und zu Gewalt auch der Umgang mit Konfliktsituationen sowie der Umgang mit neuen Technologien, Mediennutzung und Medienkompetenz. Erstmals wurden auch Jugendliche mit Migrationshintergrund in einer Sonderstichprobe befragt.

Wesentliche Ergebnisse der Studie im Einzelnen

Hohes Maß an Mobilitätsbereitschaft:

Die Mehrheit der befragten Jugendlichen und jungen Erwachsenen zeigt eine ausgeprägte Bereitschaft, den Wohnort zu wechseln, wenn sich dadurch ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt erhöhen. 76 Prozent der westdeutschen und 82 Prozent der ostdeutschen Befragten gaben an, einen Umzug in Kauf zu nehmen, sollten sie dadurch leichter einen Arbeitsplatz finden. Der Anteil der Arbeitslosen unter den Befragten lag dabei im Westen bei drei, im Osten bei sieben Prozent.

Zuwachs an Zivilcourage

Die Bereitschaft, in Gewaltsituationen Zivilcourage zu zeigen, ist seit 1993 deutlich angestiegen: Auf die Frage ’’Würden Sie bei gewalttätigen Übergriffen auf Ausländer zur Hilfe kommen?’’ antworteten 60 Prozent der westdeutschen und 51 Prozent der ostdeutschen Befragten mit ’’ja’’. 1993 waren es noch 49 bzw. 38 Prozent. Unterstrichen werden diese Ergebnisse auch durch die rückläufigen Ressentiments gegen ausländische Mitbürgerinnen und Mitbürger. 72 Prozent der jungen Westdeutschen gaben an, eine oder mehrere Personen ohne deutschen Pass im Freundeskreis zu haben - bei jungen Ostdeutschen lag dieser Anteil bei 38 Prozent. Die immer noch deutliche Differenz zwischen Ost und West ist dabei seit 1993 von 47 auf 34 Prozentpunkte gesunken. Gleichzeitig hat die überwiegende Mehrheit der Jugendlichen und jungen Erwachsenen kein Verständnis für Gewalt gegen Ausländer. Hier gibt es keine großen Unterschiede zwischen Ost (89 Prozent) und West (94 Prozent).

Nutzung des Internets

Fast die Hälfte der befragten Jugendlichen und jungen Erwachsenen nutzt das Internet oft für private Zwecke. Nur ein Drittel der Befragten gab an, das Netz selten oder nie zu nutzen. Mit 63 Prozent aller 14 bis 27-jährigen verfügen überdurchschnittlich viele junge Menschen über ihren eigenen Internetanschluss - was zeigt, dass das Internet ein junges Medium ist. Zum Vergleich: Nur knapp die Hälfte (49 Prozent) aller Deutschen haben ihren eigenen Anschluss zu Hause. Nach wie vor nutzen mehr Jungen und junge Männer das Internet als Mädchen und junge Frauen. Die Differenz liegt bei jenen, die das Internet oft nutzen im Westen bei 16, im Osten bei 10 Prozentpunkten. Je älter die Befragten werden, desto größer wird die Geschlechterdifferenz.

Weitere Ergebnisse sowie die vollständige Studie finden Sie hier

Zeitgleich mit der ipos-Studie wird die 58. KABI-Ausgabe freigeschaltet, die Informationen und Anregungen für die Praxis bietet. Die ausgewählten Maßnahmen zur Integration von Jugendlichen mit Migrationshintergrund, die Projekte für benachteiligte Jugendliche in der Arbeitswelt sowie zu den Themenberechen Jugendmedienschutz und Internet werden durch die Ergebnisse der ipos-Jugendstudie belegt.

| BMFSFJ
Weitere Informationen:
http://www.bmfsfj.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Gesellschaftswissenschaften:

nachricht Der ängstliche Nao - Wenn Menschen emotional auf Roboter reagieren
14.08.2018 | Universität Duisburg-Essen

nachricht Mit stochastischer Spieltheorie zu mehr Kooperation
05.07.2018 | Institute of Science and Technology Austria

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Gesellschaftswissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Die Mischung macht‘s: Jülicher Forscher entwickeln schnellladefähige Festkörperbatterie

Mit Festkörperbatterien sind aktuell große Hoffnungen verbunden. Sie enthalten keine flüssigen Teile, die auslaufen oder in Brand geraten könnten. Aus diesem Grund sind sie unempfindlich gegenüber Hitze und gelten als noch deutlich sicherer, zuverlässiger und langlebiger als herkömmliche Lithium-Ionen-Batterien. Jülicher Wissenschaftler haben nun ein neues Konzept vorgestellt, das zehnmal größere Ströme beim Laden und Entladen erlaubt als in der Fachliteratur bislang beschrieben. Die Verbesserung erzielten sie durch eine „clevere“ Materialwahl. Alle Komponenten wurden aus Phosphatverbindungen gefertigt, die chemisch und mechanisch sehr gut zusammenpassen.

Die geringe Stromstärke gilt als einer der Knackpunkte bei der Entwicklung von Festkörperbatterien. Sie führt dazu, dass die Batterien relativ viel Zeit zum...

Im Focus: It’s All in the Mix: Jülich Researchers are Developing Fast-Charging Solid-State Batteries

There are currently great hopes for solid-state batteries. They contain no liquid parts that could leak or catch fire. For this reason, they do not require cooling and are considered to be much safer, more reliable, and longer lasting than traditional lithium-ion batteries. Jülich scientists have now introduced a new concept that allows currents up to ten times greater during charging and discharging than previously described in the literature. The improvement was achieved by a “clever” choice of materials with a focus on consistently good compatibility. All components were made from phosphate compounds, which are well matched both chemically and mechanically.

The low current is considered one of the biggest hurdles in the development of solid-state batteries. It is the reason why the batteries take a relatively long...

Im Focus: Farbeffekte durch transparente Nanostrukturen aus dem 3D-Drucker

Neues Design-Tool erstellt automatisch 3D-Druckvorlagen für Nanostrukturen zur Erzeugung benutzerdefinierter Farben | Wissenschaftler präsentieren ihre Ergebnisse diese Woche auf der angesehenen SIGGRAPH-Konferenz

Die meisten Objekte im Alltag sind mit Hilfe von Pigmenten gefärbt, doch dies hat einige Nachteile: Die Farben können verblassen, künstliche Pigmente sind oft...

Im Focus: Color effects from transparent 3D-printed nanostructures

New design tool automatically creates nanostructure 3D-print templates for user-given colors
Scientists present work at prestigious SIGGRAPH conference

Most of the objects we see are colored by pigments, but using pigments has disadvantages: such colors can fade, industrial pigments are often toxic, and...

Im Focus: Eisen und Titan in der Atmosphäre eines Exoplaneten entdeckt

Forschende der Universitäten Bern und Genf haben erstmals in der Atmosphäre eines Exoplaneten Eisen und Titan nachgewiesen. Die Existenz dieser Elemente in Gasform wurde von einem Team um den Berner Astronomen Kevin Heng theoretisch vorausgesagt und konnte nun von Genfern Astronominnen und Astronomen bestätigt werden.

Planeten in anderen Sonnensystemen, sogenannte Exoplaneten, können sehr nah um ihren Stern kreisen. Wenn dieser Stern viel heisser ist als unsere Sonne, dann...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Dialog an Deck, Science Slam und Pong-Battle

21.08.2018 | Veranstaltungen

LaserForum 2018 thematisiert die 3D-Fertigung von Komponenten

17.08.2018 | Veranstaltungen

Aktuelles aus der Magnetischen Resonanzspektroskopie

16.08.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Zukünftige Informationstechnologien: Wärmetransport auf der Nanoskala unter die Lupe genommen

21.08.2018 | Physik Astronomie

Bedeutung des „Ozeanwetters“ für Ökosysteme

21.08.2018 | Biowissenschaften Chemie

Auf dem Weg zur personalisierten Medizin

21.08.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics