Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Arbeitslosigkeit von Akademikern - ein europäisches Phänomen

10.12.2003


"Ich bin sehr gut qualifiziert - und trotzdem finde ich keinen Job." Auf solche Aussagen trifft man heute immer wieder, denn die Arbeitslosigkeit unter Akademikern ist in den vergangenen zwei Jahren drastisch angestiegen. Studium, Auslandsaufenthalte, Berufserfahrung oder Zusatzqualifikationen schützen heute niemanden mehr vor Arbeitslosigkeit. Ein Phänomen, das sich europaweit beobachten lässt.

... mehr zu:
»Akademiker »Qualifikation

Eine Befragung des Karriereportals StepStone unter mehr als 6.000 europäischen Jobsuchenden in sieben Ländern bestätigt die aktuelle Entwicklung: Knapp zwei Drittel der Befragten haben trotz ihrer hervorragenden Qualifikationen große Probleme, einen Job zu finden. Weitere 16 Prozent, die sich selbst als durchschnittlich qualifiziert einschätzen, rechnen sich aufgrund der großen Konkurrenz auf dem Bewerbermarkt keinerlei Chancen auf einen neuen Job aus. Als besonders dramatisch empfinden belgische Bewerber die derzeitige Lage: Drei Viertel der Arbeitnehmer glauben, dass ihre überdurchschnittliche Ausbildung die Jobsuche nicht leichter macht. Mehr als 60 Prozent der Deutschen, Schweden und Norweger schätzen die Situation ähnlich ein.

"Noch einige Jahre zuvor von Headhuntern heiß umworben, ist für viele Topkandidaten das Leben auf der Überholspur vorbei. Die meisten haben heute Schwierigkeiten, sich aus der Masse der High Potentials hervorzuheben und überhaupt zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden. In unserer Datenbank befinden sich derzeit mehr als eine Millionen topqualifizierte Kandidaten aus allen Berufsfeldern. Für Unternehmen war es nie leichter, so hervorragende Mitarbeiter zu finden", kommentiert Ralf Baumann die aktuelle Lage.


Offensichtlich scheinen die Unternehmen zumindest in einigen Ländern aus der für sie positiven Situation noch keinen maximalen Vorteil zu ziehen: Rund ein Drittel der Befragten in Italien, Dänemark, Schweden und Norwegen haben nicht den Eindruck, dass die Erwartungen der Unternehmen an die persönlichen Qualifikationen aufgrund der hohen Arbeitslosigkeit größer geworden sind. Anders schätzen die Belgier oder die Deutschen die aktuelle Entwicklung ein: Hier glauben nur elf, bzw. 19 Prozent, dass die Ansprüche der Firmen nicht gestiegen sind und dass es lediglich mehr Bewerber auf vakante Positionen gibt.

Aufgrund der Insolvenz zahlreicher Unternehmen der New Economy stehen heute europaweit immer mehr Hochschulabsolventen auf der Straße: In Deutschland waren im vergangenen Jahr 24 Prozent mehr arbeitslose Akademiker als im Jahr zuvor zu verzeichnen. Damit ist die Zahl der arbeitslosen Universitätsabsolventen viermal stärker angestiegen als die der generellen Erwerbslosigkeit. In Dänemark führt bereits bei jedem zweiten frischgebackenen Akademiker der Weg zum Arbeitsamt, und in den Niederlanden beträgt der Anteil der Hochschul- und Fachholschulabsolventen an der Gesamtzahl der Arbeitslosen schon 9,5 Prozent.

Nicole Göttlicher | StepStone Deutschland AG

Weitere Berichte zu: Akademiker Qualifikation

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Gesellschaftswissenschaften:

nachricht Der ängstliche Nao - Wenn Menschen emotional auf Roboter reagieren
14.08.2018 | Universität Duisburg-Essen

nachricht Mit stochastischer Spieltheorie zu mehr Kooperation
05.07.2018 | Institute of Science and Technology Austria

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Gesellschaftswissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kupfer-Aluminium-Superatom

Äußerlich sieht der Cluster aus 55 Kupfer- und Aluminiumatomen aus wie ein Kristall, chemisch hat er jedoch die Eigenschaften eines Atoms. Das hetero-metallische Superatom, das Chemikerinnen und Chemiker der Technischen Universität München (TUM) hergestellt haben, schafft die Voraussetzung für die Entwicklung neuer, kostengünstiger Katalysatoren.

Chemie kann teuer sein. Zum Reinigen von Abgasen beispielsweise benutzt man Platin. Das Edelmetall dient als Katalysator, der chemische Reaktionen...

Im Focus: Hygiene im Handumdrehen – mit neuem Netzwerk „CleanHand“

Das Fraunhofer FEP beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit der Entwicklung von Prozessen und Anlagen zur Reinigung, Sterilisation und Oberflächenmodifizierung. Zur Bündelung der Kompetenzen vieler Partner wurde im Mai 2018 das Netzwerk „CleanHand“ zur Entwicklung von Systemen und Technologien für saubere Oberflächen, Materialien und Gegenstände ins Leben gerufen. Als Partner von „CleanHand“ präsentiert das Fraunhofer FEP im Rahmen der Messe parts2clean, vom 23.-25. Oktober 2018, in Stuttgart, am Stand der Fraunhofer-Allianz Reinigungstechnik (Halle 5, Stand C31), das Netzwerk sowie aktuelle Forschungsschwerpunkte des Institutes im Bereich Hygiene und Reinigung.

Besonders um die Hauptreisezeiten gehen vermehrt Testberichte und Studien über die Reinheit von europäischen Raststätten, Hotelbetten und Freibädern durch die...

Im Focus: Hygiene at your fingertips with the new CleanHand Network

The Fraunhofer FEP has been involved in developing processes and equipment for cleaning, sterilization, and surface modification for decades. The CleanHand Network for development of systems and technologies to clean surfaces, materials, and objects was established in May 2018 to bundle the expertise of many partnering organizations. As a partner in the CleanHand Network, Fraunhofer FEP will present the Network and current research topics of the Institute in the field of hygiene and cleaning at the parts2clean trade fair, October 23-25, 2018 in Stuttgart, at the booth of the Fraunhofer Cleaning Technology Alliance (Hall 5, Booth C31).

Test reports and studies on the cleanliness of European motorway rest areas, hotel beds, and outdoor pools increasingly appear in the press, especially during...

Im Focus: Neue Therapien bei Gefäßerkrankungen

Auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Angiologie (DGA) vom 12. bis 15. September in Münster stellten Gefäßspezialisten aus ganz Deutschland die neuesten Therapien bei Gefäßerkrankungen vor. Vor allem in den Bereichen periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) und venöse Verschlusskrankheiten wie die Tiefe Venenthrombose (TVT) gibt gute Neuigkeiten für die Patienten. Viele der 720 Gefäßspezialisten, die an der Jahrestagung teilnahmen, stellten neueste Studienergebnisse vor.

Millionen Menschen leiden in Deutschland unter Gefäßerkrankungen, allein rund fünf Millionen unter der „Schaufensterkrankheit“, medizinisch periphere...

Im Focus: Wie Magnetismus entsteht: Elektronen stärker verbunden als gedacht

Wieso sind manche Metalle magnetisch? Diese einfache Frage ist wissenschaftlich gar nicht so leicht fundiert zu beantworten. Das zeigt eine aktuelle Arbeit von Wissenschaftlern des Forschungszentrums Jülich und der Universität Halle. Den Forschern ist es zum ersten Mal gelungen, in einem magnetischen Material, in diesem Fall Kobalt, die Wechselwirkung zwischen einzelnen Elektronen sichtbar zu machen, die letztlich zur Ausbildung der magnetischen Eigenschaften führt. Damit sind erstmals genaue Einblicke in den elektronischen Ursprung des Magnetismus möglich, die vorher nur auf theoretischem Weg zugänglich waren.

Für ihre Untersuchung nutzten die Forscher ein spezielles Elektronenmikroskop, das das Forschungszentrum Jülich am Elettra-Speicherring im italienischen Triest...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Fachkonferenz "Automatisiertes und autonomes Fahren"

25.09.2018 | Veranstaltungen

4. BF21-Jahrestagung „Car Data – Telematik – Mobilität – Fahrerassistenzsysteme – Autonomes Fahren – eCall – Connected Car“

21.09.2018 | Veranstaltungen

Forum Additive Fertigung: So gelingt der Einstieg in den 3D-Druck

21.09.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Kupfer-Aluminium-Superatom

25.09.2018 | Biowissenschaften Chemie

Mit Diamant und Laser kleinste Magnetfelder im Gehirn messen // Quantensensorik am Fraunhofer IAF

25.09.2018 | Physik Astronomie

Proof of Concept: Gentherapie bei mitochondrialen Erkrankungen

25.09.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics