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Moderne Arbeiter sind krank

03.09.2002


Studien untersuchen 30.000 Arbeiter und stellt schlechte Zeugnisse aus

Das schwedische Karolinska Institut hat 5.000 Arbeiter in 40 schwedischen Unternehmen untersucht und ist zur Feststellung gekommen, dass der moderne Arbeitsplatz eine Gesundheitsfalle ist. Einige der Arbeitsplätze sind sogar so gefährlich, dass schwere Unfälle vorprogrammiert sind, berichtet BBC-online. Eine andere Studie der University of Southampton an britischen Arbeitsplätzen ist zu ähnlich erschreckenden Ergebnissen gekommen.

Die Forscher haben in diesem Zusammenhang gefordert, dass es bessere arbeitsrechtliche Absicherungen geben müsse. Bei der britischen Studie zählt die Geräuschbelastung am Arbeitsplatz zu den am häufigsten aufgezeigten Problemen. Die Untersuchung des Karolinska Instituts warnt auch vor den Gefahren des Sekundenschlafs während der Arbeit. "Sieben Prozent der Arbeiter schlafen nach eigenen Angaben mehrmals im Monat am Arbeitsplatz ein. Besonders betroffen davon sind junge Schichtarbeiter und ältere Büroangestellte", so Torbjorn Akerstedt.



Die britische Untersuchung, bei der über 22.000 Arbeiter befragt wurden, ergab ein erschreckendes Bild über schwere Hörprobleme bei zwei Prozent der Arbeiter. Die Wissenschaftler nehmen an, dass allein in Großbritannien rund 179.000 Beschäftigte an Hörproblemen aus der Arbeit leiden. Diese Zahlen liegen viel höher als bisherige Schätzungen. Die meisten Betroffenen sind Männer. Die Studienautoren warnen, dass die Zahlen sogar noch höher liegen. Ein Sprecher der britischen Gewerkschaft TUC erklärte, dass pro Jahr bis zu 27.000 Beschäftigte vom Arbeitsmarkt verschwinden, weil sie an gesundheitlichen Schäden aus einer Beschäftigung leiden. Es gebe in Großbritannien mehr Arbeitsunfähige als Arbeitslose, so der Sprecher. "Viele Unternehmer zweifeln immer noch an der Sinnhaftigkeit von arbeitsmedizinischen Vorkehrungen, weil diese mit Kosten verbunden sind", so der Gewerkschafter. "Die Kostenvorteile für den Arbeitsmarkt und den Staat hingegen sehen sie nicht."

Wolfgang Weitlaner | pte.online
Weitere Informationen:
http://www.ki.se
http://news.bbc.co.uk

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