Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Altersstruktur als Entwicklungsbeschleuniger

20.03.2013
Der jüngst erschienene Human Development Report (HDR) der Vereinten Nationen zeigt, dass die Zukunft des globalen Südens stark von seiner demografischen Entwicklung abhängt.

Damit bringen nun auch die Vereinten Nationen ein zentrales Thema in die entwicklungspolitische Debatte zurück. Denn Bevölkerungsthematiken wurden in den vergangenen Jahren allenfalls in absoluten Zahlen diskutiert. Doch zentral für die Zukunft des globalen Südens sei, so der Bericht, nicht die schiere Menge, sondern die Altersstruktur der Einwohner von Entwicklungsländern.

Wie sich die Bevölkerungszusammensetzung auf das Entwicklungspotenzial der Länder Subsahara-Afrikas auswirkt, hat das Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung in seiner 2011 erschienen Studie „Afrikas demografische Herausforderung“ untersucht. Die Altersstruktur der Bevölkerung sieht der Berliner Thinktank als Schlüssel für einen Entwicklungsschub an. Schaffen es Entwicklungsländer demnach, das Verhältnis von Erwerbsfähigen gegenüber Kindern zu erhöhen, sind die Chancen auf sozioökonomischen Fortschritt, die sogenannte demografische Dividende, groß. Das zeigt insbesondere die Erfahrung der asiatischen Tigerstaaten Südkorea oder Singapur, denen es gelungen ist, die verhältnismäßig vielen Erwerbsfähigen auch in Lohn und Brot zu bringen.

Als asiatischer Tiger der zweiten Generation gilt Bangladesch. Das Land ist gerade einmal so groß wie Griechenland, beherbergt aber mit 149 Millionen beinahe das Vierzehnfache an Einwohnern. Doch laut HDR 2013 hat kaum ein Land dieser Erde so gute Fortschritte hinsichtlich Einkommen, Gesundheit und Bildung erzielt wie der südostasiatische Bevölkerungsgigant. Laut Berlin-Institut hat Bangladesch rechtzeitig die Weichen gestellt, um die demografische Dividende auszuschöpfen. Vor allem frühe Investitionen in Bildung, ein ausgeklügeltes Familienplanungsprogramm und die Einbindung von Frauen auf dem Arbeitsmarkt haben dazu geführt, dass Mütter dort heute im Schnitt gerade einmal 2,4 Kinder bekommen – mehr als vier weniger als noch 1970. Dank gesunkener Fertilitätsraten sind die nachwachsenden Generationen heute klein.

Die Mehrheit der Einwohner befindet sich im produktiven Alter. Weil sie eine gute Grundausbildung haben, finden sie auf dem Arbeitsmarkt Jobs – häufig in der Textilindustrie. Die bietet ihnen zwar oft schlechte Arbeitsbedingungen, jedoch auch ein Gehalt, das es ihnen ermöglicht, ihren Lebensunterhalt zu bestreiten und die Wirtschaft anzukurbeln. Weil die Nachfolgegeneration klein ist, fällt es den Erwerbstätigen zudem relativ leicht, für die Ausbildung der Kinder zu sorgen. Eine gebildete Bevölkerung ist eine zentrale Voraussetzung dafür, dass Bangladesch bald schon neue Wirtschaftspfade beschreiten könnte – fort von der Textilindustrie hin zu einer wissensbasierten Ökonomie.

Die Prognosen für einen langfristigen Entwicklungsschub in Bangladesch sind also gut, so das Berlin-Institut. Subsahara-Afrika könnte diesem Beispiel folgen. Welche Voraussetzungen dafür geschaffen werden müssen, erforscht das Institut deshalb zurzeit in enger Zusammenarbeit mit der Weltbank. Wie der HDR 2013 rückt das Institut damit Bevölkerungsfragen zurück ins Zentrum der entwicklungspolitischen Debatte.

Die Studie „Afrikas demografische Herausforderung“ erreichen Sie kostenfrei unter
http://www.berlin-institut.org/fileadmin/user_upload/Afrika/Afrikas_
demografische_Herausforderung.pdf
In einem Themenspecial führt das Berlin-Institut in wenigen Klicks durch das Konzept der demografischen Dividende und stellt darüber hinaus eine Materialsammlung zur Verfügung. Das Themenspecial erreichen Sie unter

http://www.berlin-institut.org/themenspecials/demografische-dividende.html

Bei Rückfragen helfen wir Ihnen gerne weiter:
Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung
Schillerstr. 59
10627 Berlin
Ansprechpartnerin:
Ruth Müller
mueller@berlin-institut.org, Tel.: 030 -31 01 74 50
Das Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung ist ein unabhängiger Thinktank, der sich mit Fragen regionaler und globaler demografischer Veränderungen beschäftigt. Das Institut wurde 2000 als gemeinnützige Stiftung gegründet und hat die Aufgabe, das Bewusstsein für den demografischen Wandel zu schärfen, nachhaltige Entwicklung zu fördern, neue Ideen in die Politik einzubringen und Konzepte zur Lösung demografischer und entwicklungspolitischer Probleme zu erarbeiten.

Das Berlin-Institut erstellt Studien, Diskussions- und Hintergrundpapiere, bereitet wissenschaftliche Informationen für den politischen Entscheidungsprozess auf und betreibt ein Online-Handbuch zum Thema Bevölkerung.

Weitere Informationen, wie auch die Möglichkeit, den kostenlosen regelmäßigen Online-Newsletter „Demos“ zu abonnieren, finden Sie unter http://www.berlin-institut.org.

Ruth Müller | idw
Weitere Informationen:
http://www.berlin-institut.org

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Gesellschaftswissenschaften:

nachricht Mit stochastischer Spieltheorie zu mehr Kooperation
05.07.2018 | Institute of Science and Technology Austria

nachricht Deutschland wächst – aber nicht überall
24.04.2018 | Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Gesellschaftswissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: 467 km/h in Los Angeles: TUM-Hyperloop-Team bleibt Weltmeister

Mit grandiosen 467 Stundenkilometern ist die dritte Kapsel des WARR-Hyperloop-Teams in Los Angeles durch die Teströhre auf dem Firmengelände von SpaceX gerast. Die Studierenden der Technischen Universität München (TUM) bleiben damit auch im dritten Hyperloop Pod Wettbewerb in Los Angeles ungeschlagen und halten den Geschwindigkeitsrekord für den Hyperloop Prototyp.

Der SpaceX-Gründer Elon Musk hatte die „Hyperloop Pod Competition“ 2015 ins Leben gerufen. Der Hyperloop ist das Konzept eines Transportsystems, bei dem sich...

Im Focus: Future electronic components to be printed like newspapers

A new manufacturing technique uses a process similar to newspaper printing to form smoother and more flexible metals for making ultrafast electronic devices.

The low-cost process, developed by Purdue University researchers, combines tools already used in industry for manufacturing metals on a large scale, but uses...

Im Focus: Rostocker Forscher entwickeln autonom fahrende Kräne

Industriepartner kommen aus sechs Ländern

Autonom fahrende, intelligente Kräne und Hebezeuge – dieser Ingenieurs-Traum könnte in den nächsten drei Jahren zur Wirklichkeit werden. Forscher aus dem...

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Natur in der Stadt – was sie leistet und wie wir sie schützen können

23.07.2018 | Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Suchmaschine für «Smart Wood»

23.07.2018 | Informationstechnologie

Das Geheimnis der Höhlenkrebse entschlüsselt

23.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Natur in der Stadt – was sie leistet und wie wir sie schützen können

23.07.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics