Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Zuviel Himalaya-Schnee bringt Indien Dürre

23.04.2010
Jeder dritte Mensch hängt von Monsunregen ab

Jedesmal wenn es am Himalaya besonders schneereiche Winter gibt, folgt in Indien ein schwacher Monsunregen im Sommer, der häufig auch zu Dürrekatastrophen führt.

Diese Tatsache ist schon seit Beginn der Aufzeichnungen vor 130 Jahren bekannt, ohne dass man sie erklären konnte. Warum das so ist, haben nun Forscher der Universität Reading erforscht. Ihre Erkenntnisse wurden in der Zeitschrift "Climate Dynamics" veröffentlicht.

Schnee als Sonnenspiegel

Mit der Hilfe von Klimamodellen zeigten die Forscher, dass Hohe Schneemengen im Himalaya dafür sorgen, dass mehr Sonnenlicht reflektiert wird. Dadurch kühlt das höchste Gebirge des Planeten ab und genau die Monsunwinde werden abgeschwächt, die den Regen nach Indien bringen. Dieser Zusammenhang ist dann besonders stark, wenn es keine Klimaphänomene wie etwa den warmen "El Nino" oder die kalte "La Nina" in den tropischen Breiten des Pazifiks gibt. Genau diese zwei Erscheinungen regulieren nämlich üblicherweise den Regenfall über Indien.

"Laut unseren Forschungen liefert der Winterschnee im Himalaya und auf der tibetischen Hochebene einen gute Prognose für den Monsuneinbruch in Indien, sofern starke Einflüsse des tropischen Pazifiks ausbleiben", erklärt Studienleiter Andy Turner. Der Monsunbeginn ist für den nordindischen Ackerbau ganz entscheidend, da ein Ausbleiben des Regenfalls zu Beginn der Vegetationszeit katastrophale Auswirkungen auf die Ernte haben kann.

Eurasienschnee weniger wichtig

Frühere Forschungen waren davon ausgegangen, dass auch eine Verbindung zwischen dem Schneefall in der noch viel größeren Region des nördlichen Eurasiens und dem Monsun besteht. Nun zeigte sich der Himalayawinter als weit wichtigerer Faktor. Das Thema hat hohe wirtschaftliche Bedeutung, hängt doch mehr als ein Drittel der Weltbevölkerung von den Monsun-Regenfällen ab, die jährlich über Indien und die anderen Ländern Süd- und Ostasiens niedergehen.

Abstract der Studie unter http://www.springerlink.com/content/p05057076m11148n/

Johannes Pernsteiner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.reading.ac.uk

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Warum sich Teheran gefährlich absenkt
06.12.2018 | Helmholtz-Zentrum Potsdam - Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ

nachricht Die Speckschicht des Fischsauriers: Forscherteam mit Göttinger Beteiligung analysiert Hautgewebe
06.12.2018 | Georg-August-Universität Göttingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Supercomputer ohne Abwärme

Konstanzer Physiker eröffnen die Möglichkeit, Supraleiter zur Informationsübertragung einzusetzen

Konventionell betrachtet sind Magnetismus und der widerstandsfreie Fluss elektrischen Stroms („Supraleitung“) konkurrierende Phänomene, die nicht zusammen in...

Im Focus: Drei Nervenzellen reichen, um eine Fliege zu steuern

Uns wirft so schnell nichts um. Eine Fruchtfliege kann dagegen schon ein kleiner Windstoß vom Kurs abbringen. Drei große Nervenzellen in jeder Hälfte des Fliegenhirns reichen jedoch aus, um die Fliege mit Hilfe visueller Signale wieder auf Kurs zu bringen.

Bewegen wir uns vorwärts, zieht die Umwelt in die entgegengesetzte Richtung an unseren Augen vorbei. Drehen wir uns, verschiebt sich das Bild der Umwelt im...

Im Focus: Researchers develop method to transfer entire 2D circuits to any smooth surface

What if a sensor sensing a thing could be part of the thing itself? Rice University engineers believe they have a two-dimensional solution to do just that.

Rice engineers led by materials scientists Pulickel Ajayan and Jun Lou have developed a method to make atom-flat sensors that seamlessly integrate with devices...

Im Focus: Drei Komponenten auf einem Chip

Wissenschaftlern der Universität Stuttgart und des Karlsruher Institutes für Technologie (KIT gelingt wichtige Weiterentwicklung auf dem Weg zum Quantencomputer

Quantencomputer sollen bestimmte Rechenprobleme einmal sehr viel schneller lösen können als ein klassischer Computer. Einer der vielversprechendsten Ansätze...

Im Focus: Three components on one chip

Scientists at the University of Stuttgart and the Karlsruhe Institute of Technology (KIT) succeed in important further development on the way to quantum Computers.

Quantum computers one day should be able to solve certain computing problems much faster than a classical computer. One of the most promising approaches is...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Kalikokrebse: Großes Interesse an erster Fachtagung

07.12.2018 | Veranstaltungen

Entwicklung eines Amphibienflugzeugs

04.12.2018 | Veranstaltungen

Neue biologische Verfahren im Trink- und Grundwassermanagement

04.12.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Erstmalig in Deutschland: Erfolgreiche Bestrahlungstherapie lebensbedrohlicher Herzrhythmusstörung

07.12.2018 | Medizintechnik

Nicht zu warm und nicht zu kalt! Seminar „Thermomanagement von Lithium-Ionen-Batterien“ am 02.04.2019 in Aachen

07.12.2018 | Seminare Workshops

Seminar „Magnettechnik - Magnetwerkstoffe“ vom 19. – 20.02.2019 in Essen

07.12.2018 | Seminare Workshops

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics