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Wertvolles Abwasser

27.07.2011
Die Idee der Rieselfelder lebt wieder auf: So sollen die Folgen des Klimawandels eingedämmt werden

Der Klimawandel macht sich in Brandenburg bereits heute durch längere Trockenperioden und sinkende Grundwasserstände bemerkbar. In den Landkreisen Barnim und Uckermark sind sie zum Beispiel zwischen 1976 und 2005 teilweise über drei Zentimeter jährlich gesunken. Feuchtgebiete und die Nutzung landwirtschaftlicher Flächen sind dadurch gefährdet.

Mit den Folgen dieser Entwicklung wird sich in den nächsten fünf Jahren der Forschungsverbund „Entwicklung eines integrierten Landmanagements durch nachhaltige Wasser- und Stoffnutzung in Nordostdeutschland“ („ELaN“) beschäftigen. Ausgangspunkt ist die bisher gängige Praxis, dass gereinigte Abwasser über Havel und Spree abgeleitet werden und damit für die Region verloren gehen. Aufgrund der klimatischen Bedingungen kann sich die Region diese Praxis jedoch nicht mehr länger leisten: Das Wasser – ebenso wie die darin enthaltenen Nährstoffe – sollten in die Landschaft zurückgeführt werden.

Manch einer mag sich da an die Rieselfelder erinnert fühlen. Das Prinzip soll jedoch unter anderem Vorzeichen und mit innovativen Technologien wieder aufgegriffen werden. Martina Schäfer, Professorin am Zentrum Technik und Gesellschaft der TU Berlin, die die an der Universität angesiedelten Teilprojekte koordiniert, erläutert: „Das Problematische an den über fast 100 Jahre betriebenen Rieselfeldern war, dass das Abwasser ungereinigt auf Flächen vor die Tore Berlins geleitet wurde, was zu einer Belastung der Böden und des Grundwassers führte. Nun aber soll die Qualität des Abwassers so sein, dass keine Gefahr für das Grundwasser besteht und es zur Stabilisierung des Wasserhaushalts beiträgt.“

„ELaN“ wird im Rahmen des Förderprogramms „Innovative Systemlösungen für ein nachhaltiges Landmanagement“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung als eins von zehn ausgewählten Projekten mit fünf Millionen Euro gefördert. Neben der Erforschung der naturwissenschaftlich-technischen und politisch-rechtlichen Voraussetzungen, gereinigtes Abwasser in die Natur zu leiten, sollen bereits an zwei Standorten innovative Abwassertechnologien und Landnutzungsformen erprobt und hinsichtlich einer dauerhaften Umsetzung untersucht werden.

Bei den Rieselfeldern Hobrechtsfelde im Norden Berlins handelt es sich um Flächen, die aufgrund ihrer früheren Nutzung eine hohe Schadstoffbelastung und gestörte Bodenstrukturen aufweisen. Hier wird erforscht, ob die Flächen bei einer Wiedervernässung zum Beispiel für den Anbau von Energiepflanzen oder Beweidung genutzt werden können. Bei dem zweiten Versuchsareal, der Randow-Welse-Niederung in Biesenbrow, handelt es sich um empfindliche Niedermoorgebiete. Sie sollen durch Klarwasser stabilisiert werden.

Ziel des „ELaN“-Projekts ist es, übertragbare Lösungen für die gesamte Region Berlin-Brandenburg zu erarbeiten. Außerdem soll nach Möglichkeiten gesucht werden, wie die gewonnenen Erfahrungen und entwickelten Technologien in anderen Regionen Deutschlands vermarktet und eingesetzt werden können. Neben zwei weiteren TU-Fachgebieten Standortkunde und Bodenschutz von Prof. Dr. Gerd Wessolek und Siedlungswasserwirtschaft von Prof. Dr.-Ing. Matthias Barjenbruch sind an dem Forschungsverbund das Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung e.V., die Humboldt-Universität zu Berlin, die Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde, das Institut für Regionalentwicklung und Strukturplanung in Erkner und die Berliner Wasserbetriebe beteiligt.

Weitere Informationen erteilt Ihnen gern: Prof. Dr. Martina Schäfer, Zentrum Technik und Gesellschaft (ZTG) der TU Berlin, Hardenbergstr. 16-18, 10623 Berlin, Tel.: 030/314-26854, E-Mail: martina.schaefer@tu-berlin.de

Stefanie Terp | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-berlin.de

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