Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Weltmeere bleiben weiterhin unerforscht

09.06.2010
3,5-Kilometer tiefer Wasserfall am Meeresboden vor Grönland

Ozeane machen 70 Prozent der Erdoberfläche aus. Und immer noch ist der Großteil der Weltmeere unerforscht. "Wir wissen heute mehr über die Oberfläche des Mondes als über die Tiefsee", meint der Unterwasserfilmer Fabien Cousteau, Enkel des französischen Meeresforschers Jacques-Yves Cousteau. Insgesamt haben zwölf Menschen den Mond betreten, aber nur zwei haben die tiefste Meeresstelle in elf Kilometern Tiefe im Marianen-Graben besucht.

"Die Cousteau Society als Non-Profit-Organisation arbeitet daran, Licht in die Geheimnisse der Tiefsee zu bringen", erklärt Tarik Chekchak, Direktor der Cousteau Society gegenüber pressetext. Die Gesellschaft arbeite etwa intensiv beim Census-of-Marine-Life-Projekt mit. Insgesamt vermuten Forscher, dass die Ozeane rund eine Mio. verschiedene Arten beherbergen. "Die Zahl ist allerdings reine Spekulation, denn bisher sind gerade einmal 230.000 marine Lebewesen identifiziert worden", so der Experte. Und diese Zahlen stützen sich auf Ergebnisse des Census.

500 Meter abwärts - Ein Griff ins Unbekannte

"Wir wissen über die Tiefsee von 500 Metern Tiefe abwärts kaum etwas", meint der Meeresforscher und Ozeanograph Robert Carney von der Louisiana State University http://www.oceanography.lsu.edu gegenüber pressetext. "Wenn man Lebewesen aus der Tiefsee hervorholt, ist eigentlich jeder Handgriff eine große Überraschung", sagt der Meeresbiologe Jörg Ott vom Biozentrum der Universität Wien http://www.univie.ac.at/marine-biology im Gespräch mit pressetext. Bizarre Riesenwürmer und Fische, aber auch unscheinbare Seewalzen und Garnelen leben in der ewigen Dunkelheit.

Für die Forscher von großer Relevanz sind vor allem jene Lebewesen, die in den heißen untermeerischen Quellen leben. "Bis vor kurzem war es unvorstellbar, dass in diesen Regionen überhaupt Lebewesen überleben können", erklärt Tiefsee-Experte Paul Snelgrove von der University of Newfoundland http://www.mun.ca gegenüber pressetext, der zudem davon ausgeht, dass man bei diesen Extremophilen Wirkstoffe für die Humanmedizin findet.

Geheimnisvolle Unterwasser-Geologie

Nicht nur die Lebewesen, die die Weltmeere bevölkern sind von wissenschaftlichem Interesse, sondern auch die bizarre Unterwasserlandschaft. So haben Forscher am Grund der Meere Seen und Pools entdeckt, die drei bis fünf Mal salzhaltiger waren als das umgebende Meerwasser. Die beiden Flüssigkeiten vermischen sich nicht miteinander, sodass es zu einer Formung von Ufern kommt.

Die jüngste Tiefsee-Forschung hat auch den größten Wasserfall ausgemacht. Bisher hielten die 979 Meter tiefen Angel-Falls in Venezuela den Weltrekord. In der Dänemark-Straße, zwischen Island und Grönland, haben Forscher am Meeresboden einen 3,5 Kilometer tiefen Wasserfall entdeckt, bei dem kaltes und dichtes Wasser von der Arktis in die Tiefen der Irminger See stürzen.

Rätselhafte chemische Vorgänge am Meeresboden

Auch die chemischen Vorgänge in der Tiefsee sind bisher weitgehend unerforscht. Die Bildung so genannter Hydrate, die sich aus austretenden Gasen am Meeresboden unter tiefen Temperaturen und hohen Drücken formieren, ist ein Rätsel. Ölfirmen suchen nach Möglichkeiten diese Hydrate als Energiequelle nutzbar zu machen.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.cousteau.org
http://www.coml.org

Weitere Berichte zu: Cousteau Grönland Hydrate Lebewesen Meeresboden Tiefsee Wasserfall Weltmeer

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Es war wirklich der Asteroid
22.10.2019 | Helmholtz-Zentrum Potsdam - Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ

nachricht Permafrostregion setzt mehr und mehr CO2 frei
22.10.2019 | Helmholtz-Zentrum Potsdam - Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hohlraum vermittelt starke Wechselwirkung zwischen Licht und Materie

Forschern ist es gelungen, mithilfe eines mikroskopischen Hohlraumes eine effiziente quantenmechanische Licht-Materie-Schnittstelle zu schaffen. Darin wird ein einzelnes Photon bis zu zehn Mal von einem künstlichen Atom ausgesandt und wieder absorbiert. Das eröffnet neue Perspektiven für die Quantentechnologie, berichten Physiker der Universität Basel und der Ruhr-Universität Bochum in der Zeitschrift «Nature».

Die Quantenphysik beschreibt Photonen als Lichtteilchen. Will man ein einzelnes Photon mit einem einzelnen Atom interagieren lassen, stellt dies aufgrund der...

Im Focus: A cavity leads to a strong interaction between light and matter

Researchers have succeeded in creating an efficient quantum-mechanical light-matter interface using a microscopic cavity. Within this cavity, a single photon is emitted and absorbed up to 10 times by an artificial atom. This opens up new prospects for quantum technology, report physicists at the University of Basel and Ruhr-University Bochum in the journal Nature.

Quantum physics describes photons as light particles. Achieving an interaction between a single photon and a single atom is a huge challenge due to the tiny...

Im Focus: Freiburger Forschenden gelingt die erste Synthese eines kationischen Tetraederclusters in Lösung

Hauptgruppenatome kommen oft in kleinen Clustern vor, die neutral, negativ oder positiv geladen sein können. Das bekannteste neutrale sogenannte Tetraedercluster ist der weiße Phosphor (P4), aber darüber hinaus sind weitere Tetraeder als Substanz isolierbar. Es handelt sich um Moleküle aus vier Atomen, deren räumliche Anordnung einem Tetraeder aus gleichseitigen Dreiecken entspricht. Bisher waren neben mindestens sechs neutralen Versionen wie As4 oder AsP3 eine Vielzahl von negativ geladenen Tetraedern wie In2Sb22– bekannt, jedoch keine kationischen, also positiv geladenen Varianten.

Ein Team um Prof. Dr. Ingo Krossing vom Institut für Anorganische und Analytische Chemie der Universität Freiburg ist es gelungen, diese positiv geladenen...

Im Focus: Die schnellste Ameise der Welt - Wüstenflitzer haben kurze Beine, aber eine perfekte Koordination

Silberameisen gelten als schnellste Ameisen der Welt - obwohl ihre Beine verhältnismäßig kurz sind. Daher haben Forschende der Universität Ulm den besonderen Laufstil dieses "Wüstenflitzers" auf einer Ameisen-Rennstrecke ergründet. Veröffentlicht wurde diese Entdeckung jüngst im „Journal of Experimental Biology“.

Sie geht auf Nahrungssuche, wenn andere Siesta halten: Die saharische Silberameise macht vor allem in der Mittagshitze der Sahara und in den Wüsten der...

Im Focus: Fraunhofer FHR zeigt kontaktlose, zerstörungsfreie Qualitätskontrolle von Kunststoffprodukten auf der K 2019

Auf der K 2019, der Weltleitmesse für die Kunststoff- und Kautschukindustrie vom 16.-23. Oktober in Düsseldorf, demonstriert das Fraunhofer-Institut für Hochfrequenzphysik und Radartechnik FHR das breite Anwendungsspektrum des von ihm entwickelten Millimeterwellen-Scanners SAMMI® im Kunststoffbereich. Im Rahmen des Messeauftritts führen die Wissenschaftler die vielseitigen Möglichkeiten der Millimeterwellentechnologie zur kontaktlosen, zerstörungsfreien Prüfung von Kunststoffprodukten vor.

Millimeterwellen sind in der Lage, nicht leitende, sogenannte dielektrische Materialien zu durchdringen. Damit eigen sie sich in besonderem Maße zum Einsatz in...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

13. Aachener Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung – »Collaborate to Innovate: Making the Net Work«

22.10.2019 | Veranstaltungen

Serienfertigung von XXL-Produkten: Expertentreffen in Hannover

22.10.2019 | Veranstaltungen

Digitales-Krankenhaus – wo bleibt der Mensch?

21.10.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

13. Aachener Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung – »Collaborate to Innovate: Making the Net Work«

22.10.2019 | Veranstaltungsnachrichten

Studenten entwickeln einen Koffer, der automatisch auf Schritt und Tritt folgt

22.10.2019 | Innovative Produkte

Chemikern der Universität Münster gelingt Herstellung neuartiger Lewis-Supersäuren auf Phosphor-Basis

22.10.2019 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics