Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Vulkanausbrüche - Magma-Eigenschaften wichtig für Vorhersage

28.08.2015

Vulkanausbrüche lassen sich oft nur schwer prognostizieren. Entsprechende Modelle könnten verbessert werden, indem die Magma-Eigenschaften berücksichtigt werden, wie LMU-Geowissenschaftler berichten.

Viele Vulkane liegen in besiedelten Gebieten, deren Bevölkerung bei drohenden Ausbrüchen geschützt werden muss. Daher ist es eines der Hauptziele von Vulkanologen, Eruptionen verlässlich vorherzusagen. Die entsprechenden Modelle liefern wichtige Grundlagen für die Entscheidung, ob und welche Maßnahmen ergriffen werden müssen.


Foto: Rainer Albiez / fotolia.com

Quelle: Ludwig-Maximilians-Universität München

„Allerdings stecken diese Tools noch in den Kinderschuhen“, sagt Donald Dingwell, Direktor des Departments für Geo- und Umweltwissenschaften der LMU. „Bisher funktionieren sie nicht immer zuverlässig, weil wir noch nicht genau verstehen, wie die Signale entstehen, die einen Ausbruch ankündigen.“

Unter Dingwells Leitung haben nun LMU-Geowissenschaftler Vulkanausbrüche im Labor simuliert und untersucht, wie gut derzeitige Vorhersagemodelle diese Eruptionen ankündigen konnten.

„Zu diesem Zweck haben wir gemessen, wann unsere synthetische Magma unter Druck nachgibt und welche Mikro-Signale dieses Ereignis ankündigen“, sagt Jeremie Vasseur, Doktorand in Dingwells Team und Erstautor der Studie.

„Die Untersuchung dieser Signale ist vergleichbar mit der Analyse von seismischen Signalen, wie sie vor Vulkanausbrüchen gemessen werden.“

Als Ergebnis zeigte sich, dass ein Ausbruch umso besser vorhergesagt werden konnte, je heterogener die synthetische Magma war – im Umkehrschluss funktioniert die Vorhersage umso schlechter, je einheitlicher das Ausgangsmaterial ist. Auch bei echten Vulkanen ist Magma unterschiedlich heterogen, je nachdem, in welchem Ausmaß Gasblasen und Kristalle eingeschlossen sind.

„Der Schlüssel für eine zuverlässigere Vorhersage von Vulkanausbrüchen scheint also zu sein, dass diese Materialeigenschaften berücksichtigt werden“, sagt Dingwell. „Wir werden unsere Forschungen auf diesem Gebiet fortsetzen und dazu beitragen, dass in der Zukunft zuverlässigere Vorhersagemodelle entwickelt werden können.“
(Scientific Reports 2015)

Publikation:
Vasseur, J., Wadsworth, F.B., Lavallée, Y., Bell, A.F., Main, I.G., Dingwell, D.B. Heterogeneity: The key to failure forecasting. Scientific Reports5, 13259; doi:10.1038/srep13259 (2015).
http://www.nature.com/articles/srep13259

Kontakt:
Prof. Dr. D. B. Dingwell
dingwell@lmu.de
Telefon: +49 (0) 89 / 2180-4136
Fax: +49 (0)89 / 2180-4176
http://www.mineralogie.geowissenschaften.uni-muenchen.de/personen/head/dingwell/...

Luise Dirscherl | Ludwig-Maximilians-Universität München
Weitere Informationen:
http://www.uni-muenchen.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Der Mars bebt: Seismologische Daten erlauben Einblicke über den Aufbau des roten Planeten
26.02.2020 | Universität zu Köln

nachricht Große, windgetriebene Meeresströmungen verschieben sich polwärts
25.02.2020 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wissenschaftler beleuchten aktuellen Stand der Anwendung des Maschinenlernens bei Forschung an aktiven Materialien

Verfahren des Maschinenlernens haben durch die Verfügbarkeit von enormen Datenmengen in den vergangenen Jahren einen großen Zuwachs an Anwendungen in vielen Gebieten erfahren: vom Klassifizieren von Objekten, über die Analyse von Zeitreihen bis hin zur Kontrolle von Computerspielen und Fahrzeugen. In einem aktuellen Review in der Zeitschrift „Nature Machine Intelligence“ beleuchten Autoren der Universitäten Leipzig und Göteborg den aktuellen Stand der Anwendung und Anwendungsmöglichkeiten des Maschinenlernens im Bereich der Forschung an aktiven Materialien.

Als aktive Materialien bezeichnet man Systeme, die durch die Umwandlung von Energie angetrieben werden. Bestes Beispiel für aktive Materialien sind biologische...

Im Focus: Computersimulationen stellen bildlich dar, wie DNA erkannt wird, um Zellen in Stammzellen umzuwandeln

Forscher des Hubrecht-Instituts (KNAW - Niederlande) und des Max-Planck-Instituts in Münster haben entdeckt, wie ein essentielles Protein bei der Umwandlung von normalen adulten humanen Zellen in Stammzellen zur Aktivierung der genomischen DNA beiträgt. Ihre Ergebnisse werden im „Biophysical Journal“ veröffentlicht.

Die Identität einer Zelle wird dadurch bestimmt, ob die DNA zu einem beliebigen Zeitpunkt „gelesen“ oder „nicht gelesen“ wird. Die Signalisierung in der Zelle,...

Im Focus: Bayreuther Hochdruck-Forscher entdecken vielversprechendes Material für Informationstechnologien

Forscher der Universität Bayreuth haben ein ungewöhnliches Material entdeckt: Bei einer Abkühlung auf zwei Grad Celsius ändern sich seine Kristallstruktur und seine elektronischen Eigenschaften abrupt und signifikant. In diesem neuen Zustand lassen sich die Abstände zwischen Eisenatomen mithilfe von Lichtstrahlen gezielt verändern. Daraus ergeben sich hochinteressante Anwendungsmöglichkeiten im Bereich der Informationstechnologien. In der Zeitschrift „Angewandte Chemie – International Edition“ stellen die Wissenschaftler ihre Entdeckung vor. Die neuen Erkenntnisse sind aus einer engen Zusammenarbeit mit Partnereinrichtungen in Augsburg, Dresden, Hamburg und Moskau hervorgegangen.

Bei dem ungewöhnlichen Material handelt es sich um ein Eisenoxid mit der Zusammensetzung Fe₅O₆. In einem Hochdrucklabor des Bayerischen Geoinstituts (BGI),...

Im Focus: Von China an den Südpol: Mit vereinten Kräften dem Rätsel der Neutrinomassen auf der Spur

Studie von Mainzer Physikern zeigt: Experimente der nächsten Generation versprechen Antworten auf eine der aktuellsten Fragen der Neutrinophysik

Eine der spannendsten Herausforderungen der modernen Physik ist die Ordnung oder Hierarchie der Neutrinomassen. Eine aktuelle Studie, an der Physiker des...

Im Focus: High-pressure scientists in Bayreuth discover promising material for information technology

Researchers at the University of Bayreuth have discovered an unusual material: When cooled down to two degrees Celsius, its crystal structure and electronic properties change abruptly and significantly. In this new state, the distances between iron atoms can be tailored with the help of light beams. This opens up intriguing possibilities for application in the field of information technology. The scientists have presented their discovery in the journal "Angewandte Chemie - International Edition". The new findings are the result of close cooperation with partnering facilities in Augsburg, Dresden, Hamburg, and Moscow.

The material is an unusual form of iron oxide with the formula Fe₅O₆. The researchers produced it at a pressure of 15 gigapascals in a high-pressure laboratory...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

CLIMATE2020 – Weltweite Online-Klimakonferenz vom 23. bis 30. März 2020

26.02.2020 | Veranstaltungen

Automatisierung im Dienst des Menschen

25.02.2020 | Veranstaltungen

Genomforschung für den Artenschutz - Internationale Fachtagung in Frankfurt

25.02.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Riesiger 3D-Drucker soll tonnenschwere Getriebeteile aus Stahl fertigen

27.02.2020 | Maschinenbau

Immunologie - Rachenmandeln als Test-Labor

27.02.2020 | Biowissenschaften Chemie

Pestizide erhöhen Risiko für Tropenkrankheit Schistosomiasis / Belastete Gewässer fördern Zwischenwirt des Erregers

27.02.2020 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics