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Universität Jena erhält Genehmigung für die Forschungsbohrung INFLUINS

19.10.2012
2010 erhielt die Friedrich-Schiller-Universität Jena zusammen mit mehreren Kooperationspartnern eine fünfjährige Förderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) für das Projekt „Integrierte Fluiddynamik in Sedimentbecken – INFLUINS“.
Auch eine Forschungsbohrung in zentraler Beckenlage ist geplant. Nun erhielt der lange vorbereitete Betriebsplan der Bohrung die Genehmigung durch das Thüringer Landesbergamt. Damit kann im 1. Halbjahr 2013 nach erfolgreichem Abschluss der Bohrausschreibung auf einem Industriegrundstück in Erfurt-Stotternheim mit den Forschungsbohrarbeiten begonnen werden.

2010 erhielt die Friedrich-Schiller-Universität Jena zusammen mit mehreren Kooperationspartnern eine fünfjährige Förderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) für das Projekt „Integrierte Fluiddynamik in Sedimentbecken – INFLUINS“. Seitdem untersuchen Geowissenschaftler im Thüringer Becken den Zusammenhang und die Dynamik oberflächennaher und tiefer Fluid- und Stoffströme in Sedimentbecken. Auch eine Forschungsbohrung in zentraler Beckenlage ist geplant. Nun erhielt der lange vorbereitete Betriebsplan der Bohrung die Genehmigung durch das Thüringer Landesbergamt. Damit kann im 1. Halbjahr 2013 nach erfolgreichem Abschluss der Bohrausschreibung auf einem Industriegrundstück in Erfurt-Stotternheim mit den Forschungsbohrarbeiten begonnen werden.

Am Beispiel des Thüringer Beckens untersuchen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Friedrich-Schiller-Universität Jena (FSU) in einem strategischen Bündnis aus Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Landes- und Bundesbehörden sowie Unternehmen den Zusammenhang und die Dynamik oberflächennaher und tiefer Fluid- und Stoffströme in Sedimentbecken.
Gefördert durch das BMBF und mit Unterstützung durch das Land Thüringen sollen in dieser Zeit grundlegende Erkenntnisse gewonnen werden zur geologischen Entwicklung des Thüringer Beckens, zum Verhalten von Wässern, sowohl in oberflächennahen als auch tiefen Systemen, und den damit verbundenen komplexen Stofftransporten und Wechselwirkungen innerhalb der unterschiedlichen geologischen Einheiten. Dieses Prozessverständnis trägt unter anderem zur Beantwortung herausfordernder Zukunftsfragen wie der Sicherung der Wasserversorgung bei. Durch die innovative Bündelung der Kompetenzen aller INFLUINS-Kooperationspartner soll sich Thüringen zu einem führenden Standort für Forschung und Entwicklung auf den Gebieten Geowissenschaften und Geotechnik entwickeln.

Eine zentrale Stellung im Projekt hat die Forschungsbohrung zur Erkundung des Thüringer Untergrunds. Die am Projekt beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den geowissenschaftlichen Teildisziplinen Geologie und Hydrogeologie, Bodenwissenschaften, Mineralogie, Geophysik, Sedimentbeckenanalyse, Fernerkundung und Klimatologie arbeiteten gemeinsam an der Planung.
„Für die Forschungsbohrung laufen die Vorbereitungen bereits seit mehr als zwei Jahren“ sagt Prof. Dr. Nina Kukowski von der Universität Jena. „Es werden eine große Anzahl verschiedenster Messungen in und um die Bohrung herum durchgeführt, die geplant werden mussten. Das Grundwasser aus verschiedenen Tiefen wird beprobt und analysiert. Zudem sind umfangreiche geophysikalische Messungen vorgesehen und wir werden Analysen der Bohrkerne durchführen.“ „Wir wollen damit neue Erkenntnisse zu Grundwasserströmen, Temperaturverlauf in der Tiefe und zu mikrobiellen Bestandteilen – dem Leben im Untergrund – gewinnen“, ergänzt ihr Kollege Prof. Dr. Kai Uwe Totsche. „Idealerweise soll die Forschungsbohrung auch in Zukunft für weitere wissenschaftliche Untersuchungen zugänglich gehalten werden.“

Bei der Planung der Bohrarbeiten war auf die Einhaltung der umfangreichen rechtlichen Rahmenbedingungen zu achten. Deshalb wurde im Frühjahr ein Betriebsplan für die Bohrung erarbeitet und eingereicht, der durch das Thüringer Landesbergamt, weitere Fachbehörden und die Stadt Erfurt geprüft wurde. Nun liegt die Genehmigung für die Durchführung der Bohrung vor.

Datenerfassung aus der Luft mit einem neu entwickelten SQUID-Gradiometer im Sommer 2012.
Foto: M. Queitsch/INFLUINS


Seismische Messungen entlang von drei festgelegten Profillinien mit einem Vibratorfahrzeug 2011.
Foto: A. Goepel/INFLUINS

Sobald das Ausschreibungsverfahren erfolgreich abgeschlossen ist, wird für einen Zeitraum von ca. drei Monaten in Erfurt-Stotternheim eine Bohranlage stehen, mit der die vollständige Sedimentfolge des Beckens durchbohrt werden kann.

Um die Forschungsbohrung vorzubereiten und um neue Erkenntnisse über das Thüringer Becken zu gewinnen, wurden bereits umfangreiche Arbeiten durchgeführt. So wurden im Frühjahr 2011 erfolgreich reflexionsseismische Vermessungen südwestlich und nördlich der Stadt Erfurt durchgeführt, um einen tiefen Einblick in die geologischen Lagerungsverhältnisse im Untergrund zu erhalten.

Ergänzt werden diese Untersuchungen durch die in Kooperation mit der Bundesanstalt für Geologie und Rohstoffe (BGR) Hannover durchgeführten Forschungsflüge über dem Thüringer Becken. Ein vom Institut für Photonische Technologien (IPHT) in Jena und Partnern entwickeltes SQUID (supraleitender Quanten-Interferenz-Detektor) erfasste in diesen Sommer über ausgewählten Flächen aus der Luft Daten, die den Gradiententensor des Erdmagnetfeldes bestimmen.
Weitere Informationen zu INFLUINS sind zu finden unter: http://www.influins.uni-jena.de/.

Ansprechpartner:
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Institut für Geowissenschaften
INFLUINS
Burgweg 11
07749 Jena
www.influins.uni-jena.de

Projektleitung:
Prof. Dr. Nina Kukowski
Tel.: 03641 / 948680
E-Mail: nina.kukowski[at]uni-jena.de

Prof. Dr. Kai Uwe Totsche
Tel.: 03641 / 948650
E-Mail: kai.totsche[at]uni-jena.de

Axel Burchardt | idw
Weitere Informationen:
http://www.influins.uni-jena.de/

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