Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

RUB-Geowissenschaftler tunen Minerale für Katalyse und Stofftrennung

19.10.2012
Mineral-Tuning
RUBIN Transfer: Geowissenschaftler erforschen Kristallstrukturen
Mineraleigenschaften für Katalyse und Stofftrennung nutzen
Krustig, igelförmig oder in kleinen Würfeln – Zeolith-Minerale kommen in der Natur in den verschiedensten Formen daher. Geowissenschaftler der Ruhr-Universität erforschen die natürlich vorkommenden Minerale und synthetisieren dann im Labor neue Varianten mit ganz besonderen Eigenschaften. Die Produkte nutzt die Industrie zum Beispiel als Katalysatoren oder zur Stofftrennung. Das RUB-Team berichtet in RUBIN Transfer, der aktuellen Sonderausgabe des Wissenschaftsmagazins der Ruhr-Universität.

RUBIN mit Bildern im Internet
Den vollständigen Beitrag mit Bildern zum Herunterladen finden Sie im Internet unter:

http://www.ruhr-uni-bochum.de/rubin/rubin-transfer/beitraege/beitrag2.html


Porenform und Poreninhalt nach Belieben

Zeolithe haben ein starres Silicatgerüst mit Poren, in denen sich verschiedene Gastmoleküle einnisten können. Genau in diesem Aufbau liegt das Geheimnis für die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten. Forscher können die Porenform und den Poreninhalt nach ihren Wünschen gestalten und dem Zeolith so bestimmte chemische Eigenschaften verleihen, etwa ein saures Milieu einstellen. Das RUB-Team aus der Arbeitsgruppe Kristallchemie um Prof. Dr. Hermann Gies und Dr. Bernd Marler entschlüsselt, wie Zeolithe unter natürlichen Bedingungen entstehen, und leitet daraus neue Strategien für die Synthese im Labor ab. Speziell arbeiten die Bochumer daran, dreidimensionale Zeolith-Gerüste aus zweidimensional vernetzten sogenannten Schichtsilicaten aufzubauen.

Energiesparende Molekularsiebe basteln

Hat das RUB-Team ein Schichtsilicat ins Auge gefasst, untersucht es mittels Kristallanalyse, ob sich daraus ein dreidimensionales Netz mit einer interessanten Porenform basteln lässt. Auf diese Weise entstand zum Beispiel der Zeolith RUB-41. Im Vergleich zu anderen Zeolith-Typen hat er ungewöhnliche kanalförmige Poren. Damit eignet er sich ideal dazu, aus einem Gemisch bestimmte kleine Kohlenwasserstoffe zu filtern, aus denen die Industrie Polymere herstellt. Das gleiche Resultat kann man zwar auch durch Destillation erzielen, aber durch den Molekularsieb-Effekt von RUB-41 geht es energiesparender: Wie bei einem Küchensieb nutzt man die Tatsache, dass bestimmte Stoffe einfach nicht durch die Poren eines Zeolithen passen. In Zusammenarbeit mit verschiedenen Industriepartnern haben die Forscher aus der AG Kristallchemie inzwischen auch weitere Anwendungen für RUB-41 gefunden, zum Beispiel in der Katalyse.

Themen in RUBIN Transfer

In RUBIN Transfer finden Sie darüber hinaus folgende Themen: Kohlenstoffchemie: Grübchen graben auf der Nanoskala; DNA-Impfung gegen „Kinderschnupfen-Virus“; Raffinierte Schwingungen steuern Plasma, Sprachakrobaten im Einsatz für moderne Amtssprache; Messstation funkt Wasserstand; Elektromobilität: Ein Auto im Schrank; Der perfekte Trainingsplan; Personalisierte Medizin: Die Arznei, die „passt“; Wissensmanagement: Virtuelle Schubladen; Damit jede Schraube funktioniert; Mit Hochspannung zum Quantencomputer. RUBIN Transfer ist bei der Verwertungsgesellschaft der RUB rubitec GmbH (Tel. 0234/32-11950, rubitec@rub.de) zum Einzelpreis von 6,- Euro erhältlich und online unter http://www.rub.de/rubin.
Weitere Informationen

Prof. Dr. Hermann Gies, Fakultät für Geowissenschaften Mineralogie/Kristallographie der Ruhr-Universität, 44780 Bochum,
Tel. 0234/32-23512, hermann.gies@rub.de

Redaktion: Dr. Julia Weiler

Dr. Josef König | idw
Weitere Informationen:
http://www.rub.de/rubin

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Sensationsfund: Spuren eines Regenwaldes in der Westantarktis
02.04.2020 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

nachricht Erdbeben auf Island über Telefonglasfaserkabel registriert
25.03.2020 | Helmholtz-Zentrum Potsdam - Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovative Technologien für Satelliten

Er kommt ohne Verkabelung aus und seine tragende Struktur ist gleichzeitig ein Akku: An einem derart raffiniert gebauten Kleinsatelliten arbeiten Forschungsteams aus Braunschweig und Würzburg. Für 2023 ist das Testen des Kleinsatelliten im Orbit geplant.

Manche Satelliten sind nur wenig größer als eine Milchtüte. Dieser Bautypus soll jetzt eine weiter vereinfachte Architektur bekommen und dadurch noch leichter...

Im Focus: The human body as an electrical conductor, a new method of wireless power transfer

Published by Marc Tudela, Laura Becerra-Fajardo, Aracelys García-Moreno, Jesus Minguillon and Antoni Ivorra, in Access, the journal of the Institute of Electrical and Electronics Engineers

The project Electronic AXONs: wireless microstimulators based on electronic rectification of epidermically applied currents (eAXON, 2017-2022), funded by a...

Im Focus: Belle II liefert erste Ergebnisse: Auf der Suche nach dem Z‘-Boson

Vor ziemlich genau einem Jahr ist das Belle II-Experiment angelaufen. Jetzt veröffentlicht das renommierte Journal Physical Review Letters die ersten Resultate des Detektors. Die Arbeit befasst sich mit einem neuen Teilchen im Zusammenhang mit der Dunklen Materie, die nach heutigem Kenntnisstand etwa 25 Prozent des Universums ausmacht.

Seit etwa einem Jahr nimmt das Belle II-Experiment Daten für physikalische Messungen. Sowohl der Elektron-Positron-Beschleuniger SuperKEKB als auch der...

Im Focus: Belle II yields the first results: In search of the Z′ boson

The Belle II experiment has been collecting data from physical measurements for about one year. After several years of rebuilding work, both the SuperKEKB electron–positron accelerator and the Belle II detector have been improved compared with their predecessors in order to achieve a 40-fold higher data rate.

Scientists at 12 institutes in Germany are involved in constructing and operating the detector, developing evaluation algorithms, and analyzing the data.

Im Focus: Wenn Ionen an ihrem Käfig rütteln

In vielen Bereichen spielen „Elektrolyte“ eine wichtige Rolle: Sie sind bei der Speicherung von Energie in unserem Körper wie auch in Batterien von großer Bedeutung. Um Energie freizusetzen, müssen sich Ionen – geladene Atome – in einer Flüssigkeit, wie bspw. Wasser, bewegen. Bisher war jedoch der präzise Mechanismus, wie genau sie sich durch die Atome und Moleküle der Elektrolyt-Flüssigkeit bewegen, weitgehend unverstanden. Wissenschaftler*innen des Max-Planck-Instituts für Polymerforschung haben nun gezeigt, dass der durch die Bewegung von Ionen bestimmte elektrische Widerstand einer Elektrolyt-Flüssigkeit sich auf mikroskopische Schwingungen dieser gelösten Ionen zurückführen lässt.

Kochsalz wird in der Chemie auch als Natriumchlorid bezeichnet. Löst man Kochsalz in Wasser lösen sich Natrium und Chlorid als positiv bzw. negativ geladene...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Aachener Werkzeugmaschinen-Kolloquium AWK’21 findet am 10. und 11. Juni 2021 statt

06.04.2020 | Veranstaltungen

Interdisziplinärer Austausch zum Design elektrochemischer Reaktoren

03.04.2020 | Veranstaltungen

13. »AKL – International Laser Technology Congress«: 4.–6. Mai 2022 in Aachen – Lasertechnik Live bereits früher!

02.04.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Kleine Flugplätze durch Virtual Reality unterstützen

08.04.2020 | Verkehr Logistik

Forschung gegen das Corona-Virus – Gewebemodelle für schnelle Wirkstofftests

08.04.2020 | Biowissenschaften Chemie

Kostengünstiges mobiles Beatmungsgerät entwickelt

08.04.2020 | Medizintechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics