Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kurilen-Kamchatka-Graben im Pazifischen Ozean gehört nicht mehr zu den „10.000ern“

21.01.2020

Senckenberg-Forschende haben während einer biologischen Expedition mit dem Forschungsschiff „Sonne“ auch die Tiefe des Kurilen-Kamchatka-Grabens untersucht. Bislang war man davon ausgegangen, dass der Tiefseegraben im Pazifischen Ozean eine Tiefe von über 10.000 Metern aufweist – das Wissenschaftler*innen-Team konnte diese Annahme nun mit modernen Methoden widerlegen. Sie zeigen in ihrer kürzlich im Fachjournal „Progress in Oceanography“ erschienenen Studie, dass der Meeresgraben etwa 1.000 Meter flacher ist, als bisher angenommen.

Der Mariengraben, der Tongagraben, der Philippinengraben, der Kermadecgraben und der Kurilen-Kamchatka-Graben zählen laut Literatur zu den fünf tiefsten Punkten der Erde.


Der Kurilen-Kamchatka-Graben ist etwa 1000 Meter flacher, als bisher angenommen. Dies haben bathymetrische Messungen ergeben.

Martínez/Senckenberg

„Seit unserer Forschungsexpedition mit der Sonne wissen wir, dass es nur vier dieser ‚10.000er’ unter den Gräben gibt“, erzählt Prof. Dr. Angelika Brandt vom Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum Frankfurt.

Die Frankfurter Meeresforscherin leitete 2016 (damals noch für die Universität Hamburg) eine Expedition in den nordwestlichen Teil des Pazifischen Ozeans – während der Forschungsreise wurde der 2.250 Kilometer lange Kurilen-Kamchatka-Graben mit modernstem Fächerecholot unter die Lupe genommen.

„Neben zahlreichen biologischen Untersuchungen zur Zusammensetzung der abyssalen und hadalen Meeresbodenfauna wurde während des russisch-deutschen ‚KuramBio II’-Projekts auch die Bathymetrie, die exakte Tiefe des Grabens untersucht. Wir haben mit Multibeam-Echoloten und einem globalen Navigationssatellitensystem den Tiefseegraben detailliert vermessen“, erläutert Brandt.

Bislang war die Wissenschaft davon ausgegangen, dass die tiefste Stelle des Grabens 10.542 Meter unter der Wasseroberfläche liegt – die Messungen des Wissenschaftler*innen-Teams zeigen jedoch, dass das „Vitjaz Tief 3“nur 7.920 Meter tief ist.

„Die tiefste Stelle, die wir im Kurilen-Kamchatka-Graben messen konnten ist mit 9.604 Metern, fast 1.000 Meter flacher, als bisher angenommen“, resümiert Brandt.

Wissenschaftliche Ansprechpartner:

Prof. Dr. Angelika Brandt
Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum
Tel. 069- 75421240
angelika.brandt@senckenberg.de

Originalpublikation:

Simon Dreutter, Melanie Steffen, Pedro Martínez Arbizu, Angelika Brandt (2020): Will the “top five” deepest trenches lose one of their members?, Progress in Oceanography, Volume 181,
2020, 102258, ISSN 0079-6611,
https://doi.org/10.1016/j.pocean.2019.102258

Judith Jördens | Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseen
Weitere Informationen:
http://www.senckenberg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Erste Untersuchungsergebnisse zum "Sensations-Meteoritenfall" von Flensburg
17.02.2020 | Westfälische Wilhelms-Universität Münster

nachricht Der Antarktis-Faktor: Modellvergleich offenbart zukünftiges Meeresspiegelrisiko
14.02.2020 | Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lichtpulse bewegen Spins von Atom zu Atom

Forscher des Max-Born-Instituts für Nichtlineare Optik und Kurzpulsspektroskopie (MBI) und des Max-Planck-Instituts für Mikrostrukturphysik haben durch die Kombination von Experiment und Theorie die Frage gelöst, wie Laserpulse die Magnetisierung durch ultraschnellen Elektronentransfer zwischen verschiedenen Atomen manipulieren können.

Wenige nanometerdünne Filme aus magnetischen Materialien sind ideale Testobjekte, um grundlegende Fragestellungen des Magnetismus zu untersuchen. Darüber...

Im Focus: Freiburg researcher investigate the origins of surface texture

Most natural and artificial surfaces are rough: metals and even glasses that appear smooth to the naked eye can look like jagged mountain ranges under the microscope. There is currently no uniform theory about the origin of this roughness despite it being observed on all scales, from the atomic to the tectonic. Scientists suspect that the rough surface is formed by irreversible plastic deformation that occurs in many processes of mechanical machining of components such as milling.

Prof. Dr. Lars Pastewka from the Simulation group at the Department of Microsystems Engineering at the University of Freiburg and his team have simulated such...

Im Focus: Transparente menschliche Organe ermöglichen dreidimensionale Kartierungen auf Zellebene

Erstmals gelang es Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, intakte menschliche Organe durchsichtig zu machen. Mittels mikroskopischer Bildgebung konnten sie die zugrunde liegenden komplexen Strukturen der durchsichtigen Organe auf zellulärer Ebene sichtbar machen. Solche strukturellen Kartierungen von Organen bergen das Potenzial, künftig als Vorlage für 3D-Bioprinting-Technologien zum Einsatz zu kommen. Das wäre ein wichtiger Schritt, um in Zukunft künstliche Alternativen als Ersatz für benötigte Spenderorgane erzeugen zu können. Dies sind die Ergebnisse des Helmholtz Zentrums München, der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) und der Technischen Universität München (TUM).

In der biomedizinischen Forschung gilt „seeing is believing“. Die Entschlüsselung der strukturellen Komplexität menschlicher Organe war schon immer eine große...

Im Focus: Skyrmions like it hot: Spin structures are controllable even at high temperatures

Investigation of the temperature dependence of the skyrmion Hall effect reveals further insights into possible new data storage devices

The joint research project of Johannes Gutenberg University Mainz (JGU) and the Massachusetts Institute of Technology (MIT) that had previously demonstrated...

Im Focus: Skyrmionen mögen es heiß – Spinstrukturen auch bei hohen Temperaturen steuerbar

Neue Spinstrukturen für zukünftige Magnetspeicher: Die Untersuchung der Temperaturabhängigkeit des Skyrmion-Hall-Effekts liefert weitere Einblicke in mögliche neue Datenspeichergeräte

Ein gemeinsames Forschungsprojekt der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) und des Massachusetts Institute of Technology (MIT) hat einen weiteren...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Chemnitzer Linux-Tage am 14. und 15. März 2020: „Mach es einfach!“

12.02.2020 | Veranstaltungen

4. Fachtagung Fahrzeugklimatisierung am 13.-14. Mai 2020 in Stuttgart

10.02.2020 | Veranstaltungen

Alternative Antriebskonzepte, technische Innovationen und Brandschutz im Schienenfahrzeugbau

07.02.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Erste Untersuchungsergebnisse zum "Sensations-Meteoritenfall" von Flensburg

17.02.2020 | Geowissenschaften

Lichtpulse bewegen Spins von Atom zu Atom

17.02.2020 | Physik Astronomie

Freiburger Forscher untersucht Ursprünge der Beschaffenheit von Oberflächen

17.02.2020 | Materialwissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics