Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Klima-Kühlung aus der Sahara?

19.09.2012
MARUM-Wissenschaftler erhält Forschungsförderung vom Europäischen Forschungsrat

Staub aus der Sahara wirkt wie ein natürliches Düngemittel auf das Pflanzenwachstum im Meer. Beeinflusst er dadurch möglicherweise auch das globale Klima?

Diese Theorie will nun Dr. Jan-Berend Stuut, Mitarbeiter des Zentrums für Marine Umweltwissenschaften an der Universität Bremen (MARUM) und des niederländischen Meeresforschungsinstituts NIOZ, prüfen.

Für sein Forschungsvorhaben erhält er knapp 2 Millionen Euro vom Europäischen Forschungsrat (European Research Council, ERC). Mit dem „ERC Starting Grant 2012“ wird sein Projekt DustTraffic ab Oktober 2012 fünf Jahre lang gefördert.

Schätzungsweise eine Milliarde Tonnen Staub werden jedes Jahr in der Sahara und der südlich angrenzenden Sahelzone aufgewirbelt und von Winden fortgetragen. Der Großteil dieses Materials lagert sich am Grund des Ozeans ab. Da der Wüstenstaub viele Nährstoffe und Metalle enthält, wirkt er wie ein natürliches Düngemittel und fördert so das Algen- und Planktonwachstum im Meer.

Zum Wachsen benötigen die marinen Mikroorganismen aber auch das Treibhausgas Kohlenstoffdioxid, das sie der Atmosphäre entziehen. Könnte der Saharastaub auf diese Weise möglicherweise Einfluss auf den globalen Klimawandel haben?

„Um das beantworten zu können, müssen wir zunächst die genauen Auswirkungen der Staubablagerungen auf die marine Umwelt untersuchen“, erläutert Dr. Jan-Berend Stuut, der sowohl am MARUM in Bremen als auch am niederländischen Meeresforschungsinstitut NIOZ (Nederlands Instituut voor Onderzoek der Zee) auf Texel arbeitet.

Dies ist das Hauptziel seines Projekts „DustTraffic: Transatlantic Fluxes of Saharan Dust“, für das der Meeresgeologe insgesamt 1,97 Millionen Euro vom Europäischen Forschungsrat (European Research Council – ERC) erhält. Mithilfe dieses „ERC Starting Grant“ werden Stuut und sein Team in der Lage sein, die Transportwege des Saharastaubs und dessen Effekte auf die Meeresumwelt zu erforschen.

Stuuts fünfjähriges Projekt startet im Oktober 2012 mit einer Expedition an Bord des Deutschen Forschungsschiffes METEOR – von den Kapverdischen Inseln quer über den Atlantik bis in die Karibik. Entlang dieser Strecke sollen bei etwa 12 Grad nördlicher Breite zehn Sedimentfallen unter Wasser ausgesetzt werden, in denen sich alles sammelt, was zum Meeresboden rieselt. Anhand der Proben aus den Sedimentfallen können der Staubtransport und seine Auswirkungen später im Labor analysiert werden. Zusätzlich wird ein schwimmender Staubsammler konstruiert und in der Mitte des Atlantiks ausgesetzt. In Kombination mit Satellitendaten können so die zeitlichen Änderungen in der Verteilung und der Ablagerung des Staubs verfolgt werden.

Mit dem „ERC Starting Grant“ unterstützt der ERC wissenschaftlich exzellente Forschungsvorschläge unabhängiger Nachwuchsforscher mit einer vielversprechenden wissenschaftlichen Erfolgsbilanz. Für die mittlerweile fünfte Ausschreibung des Starting Grant gingen 4741 Bewerbungen aus den Bereichen Lebenswissenschaften, Natur- und Ingenieurwissenschaften sowie den Sozial- und Geisteswissenschaften ein.

Weitere Informationen / Interviewanfragen / Bildmaterial:

Jana Stone
MARUM-Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 0421 218 65541
Email: jstone@marum.de

MARUM entschlüsselt mit modernsten Methoden und eingebunden in internationale Projekte die Rolle des Ozeans im System Erde – insbesondere im Hinblick auf den globalen Wandel. Es erfasst die Wechselwirkungen zwischen geologischen und biologischen Prozessen im Meer und liefert Beiträge für eine nachhaltige Nutzung der Ozeane.

Das MARUM umfasst das DFG-Forschungszentrum und den Exzellenzcluster "Der Ozean im System Erde".

Albert Gerdes | idw
Weitere Informationen:
http://www.marum.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Was die Schwerkraft der Erde über den Klimawandel verrät
16.04.2019 | Helmholtz-Zentrum Potsdam - Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ

nachricht Manganknollen: Begehrter Rohstoff und wichtiger Lebensraum
05.04.2019 | GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Explosion on Jupiter-sized star 10 times more powerful than ever seen on our sun

A stellar flare 10 times more powerful than anything seen on our sun has burst from an ultracool star almost the same size as Jupiter

  • Coolest and smallest star to produce a superflare found
  • Star is a tenth of the radius of our Sun
  • Researchers led by University of Warwick could only see...

Im Focus: Neues „Baustein-Konzept“ für die additive Fertigung

Volkswagenstiftung fördert Wissenschaftler aus dem IPF Dresden bei der Erkundung eines innovativen neuen Ansatzes im 3D-Druck

Im Rahmen Ihrer Initiative „Experiment! - Auf der Suche nach gewagten Forschungsideen“
fördert die VolkswagenStiftung ein Projekt, das von Herrn Dr. Julian...

Im Focus: Vergangenheit trifft Zukunft

autartec®-Haus am Fuß der F60 fertiggestellt

Der Hafen des Bergheider Sees beherbergt seinen ersten Bewohner. Das schwimmende autartec®-Haus – entstanden im Rahmen eines vom Bundesministerium für Bildung...

Im Focus: Hybrid-Neuronen-Netzwerke mit 3D-Lithografie möglich

Netzwerken aus wenigen Neuronenzellen können gezielt künstliche dreidimensionale Strukturen vorgegeben werden. Sie werden dafür elektronisch verschaltet. Dies eröffnet neue Möglichkeiten, Fehler in neuralen Netzwerken besser zu verstehen und technische Anwendungen mit lebenden Zellen gezielter zu steuern. Dies stellt ein Team aus Forschenden aus Greifswald und Hamburg in einer Publikation in der Fachzeitschrift „Advanced Biosystems“ vor.

Eine der zentralen Fragen der Lebenswissenschaften ist, die Funktionsweise des Gehirns zu verstehen. Komplexe Abläufe im Gehirn ermöglichen uns, schnell Muster...

Im Focus: Was geschieht im Körper von ALS-Patienten?

Wissenschaftler der TU Dresden finden Wege, um das Absterben von Nervenzellen zu verringern und erforschen Therapieansätze zur Behandlung von ALS

Die Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) ist eine unheilbare Erkrankung des zentralen Nervensystems. Nicht selten verläuft ALS nach der Diagnose innerhalb...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Künstliche Intelligenz: Lernen von der Natur

17.04.2019 | Veranstaltungen

Mobilität im Umbruch – Conference on Future Automotive Technology, 7.-8. Mai 2019, Fürstenfeldbruck

17.04.2019 | Veranstaltungen

Augmented Reality und Softwareentwicklung: 33. Industrie-Tag InformationsTechnologie (IT)²

17.04.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Irdischer Schutz für außerirdisches Metall

18.04.2019 | Verfahrenstechnologie

Erster astrophysikalischer Nachweis des Heliumhydrid-Ions

18.04.2019 | Physik Astronomie

Radioteleskop LOFAR blickt tief in den Blitz

18.04.2019 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics