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Jacobs-Geochemiker untersuchen High-Tech-Metalle im Amazonasbecken

19.06.2012
High-Tech-Metalle, wie Neodym und Dysprosium, die zu den Seltenen Erden gehören, sind ein wichtiger Bestandteil von Windturbinen und anderer moderner Elektronik; ihr Verbrauch steigt weltweit.
Die Forschergruppe um Michael Bau, Professor für Geowissenschaften an der Jacobs University, untersucht in dem brasilianisch-europäischen Gemeinschaftsprogramm CLIM-AMAZON das chemische Verhalten und die Verteilung von High-Tech-Metallen in dem natürlichen System Amazonasbecken. So können die Forscher in Zukunft auch Umweltverschmutzungen durch diese Metalle in tropischen Regionen identifizieren. Das gemeinsame Forschungsprojekt wird von der EU mit 2 Millionen Euro gefördert und läuft über 3 Jahre.

Wissenschaftler aus Brasilien, Frankreich, den Niederlanden und Großbritannien arbeiten im von der EU geförderten CLIM-AMAZON Projekt zusammen, um die Entwicklung von Klima und Geodynamik im Amazonas Becken zu untersuchen. Der Schwerpunkt der Jacobs- Geochemiker liegt zum einen auf der Verteilung und dem chemischen Verhalten von High- Tech-Metallen bei deren Mobilisierung - also deren Herauslösung - aus Gesteinen, Sedimenten und Böden. Die Forscher untersuchen ebenso die chemische Reaktivität und die Verteilung der Metalle bei ihrem Transport über den Amazonas in den Atlantik.

Der Amazonas fließt fast durch den gesamten südamerikanischen Kontinent.

Vor dem Hintergrund des weltweit stark angestiegenen Verbrauchs von High-Tech-Metallen für klimafreundliche Technologien wie Windturbinen und elektrische Autoantriebe ist ein besseres Verständnis ihres chemischen Verhaltens und ihres Einflusses auf die Umwelt von großer Bedeutung. Die Versorgung mit den Metallen wird in Zukunft ein entscheidender Wirtschaftsfaktor sein und hängt auch von politischen Faktoren ab. Die bislang bekannten Vorkommen der Seltenen Erden liegen zum Beispiel zu 97% in China.

Der Amazonas ist der mit Abstand wasserreichste Fluss der Erde; rund 20% des Frischwassereintrags in die Weltmeere stammt aus dem südamerikanischen Strom. Im Amazonas findet sich besonders viel organisches Material. Die Jacobs-Forscher konzentrieren sich daher darauf zu verstehen, welche Rolle organische Verbindungen, und Nanopartikel bei der Mobilisierung der High-Tech-Metalle unter tropischen Klimabedingungen spielen. Hier sind auch Kolloide - mikroskopisch kleine Partikel, fein verteilt im Wasser - relevant.

Ein weiteres Ziel des dreijährigen CLIM-AMAZON Programms ist es, den brasilianisch europäischen Austausch von Wissenschaftlern und Studenten zu fördern. Daher ist das Programm eine zukunftsträchtige Erweiterung der bestehenden Brasilien-Kooperationen von Jacobs-Wissenschaftlern im Bereich der Umwelt- und Rohstoffforschung.

Kontakt:
Michael Bau | Professor of Geosciences
Email: m.bau@jacobs-university.de | Tel.: +49 421 200-3564

Judith Ahues | idw
Weitere Informationen:
http://www.jacobs-university.de

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