Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hitzestress setzt Meeresbiologie stark zu

10.02.2010
Forscherin untersucht Folgen des Klimawandels auf marine Ökosysteme

Dass wärmere Temperaturen zahlreichen Meerestieren stark zusetzen können, ist mehrmals bewiesen worden. Nun hat eine Meeresbiologin am Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) festgestellt, dass auch marine Mikroorganismen, die für das gesamte Ökosystem bedeutend sind, unter starken Stress geraten.

Lena Eggers hat Auswirkungen der höheren Temperaturen auf benthische - am Meeresboden lebende - Kleinstalgen aus der Kieler Förde untersucht. Das Hauptergebnis ihrer Arbeit ist, dass das Zusammenspiel von Hitzewelle und Individuenaustausch zu einer Verschiebung hin zu einer weniger produktiven Mikroalgenart geführt hat. "Ich habe untersucht, welche Auswirkungen eine simulierte Hitzewelle und der Individuenaustausch zwischen heterogenen Habitaten auf die Vielfalt und Vermehrung benthischer Mikroalgengemeinschaften haben", erklärt Eggers gegenüber pressetext.

Versuche an zehn verschiedenen Algen-Spezies

Bei bisherigen Studien wurde immer nur eine einzelne Art von Algen untersucht, erklärt Eggers. "In unseren sechswöchigen Experimenten konnten wir zehn verschiedene Spezies zusammen in Kulturflaschen unterschiedlicher Lichtbedingungen, die zusätzlich im Austausch miteinander standen, beobachten", so die Forscherin. Das habe ein sehr interessantes Gesamtbild ergeben, bei dem deutlich wurde, wie sich Dominanzen der einzelnen Algenspezies verändern.

Simuliert wurde ein Hitzestress, der der Hitzewelle des Sommers 2003 entsprach. Das Wasser in den Versuchsgefäßen wurde langsam von 16 Grad auf 27,5 Grad erwärmt, wobei es eine Woche lang über einer Temperatur von 25 Grad lag, erklärt die Forscherin. Die höheren Temperaturen haben einigen der Algen stark zugesetzt und andere wiederum stimuliert. "Dominant blieben jene Arten, die weniger Biomasse produzierten. Das änderte sich auch nicht, nachdem das Wasser wieder deutlich kühler wurde", so Eggers.

Weitere Untersuchungen folgen

"Wir wollen auch untersuchen, wie Gemeinschaften von Mikroorganismen auf eine Erhöhung des CO2-Gehalts im Wasser reagieren", erklärt die Forscherin. Es sei fraglich ob und welche Arten von solchen Veränderungen profitieren und welche nicht.

Die ersten Ergebnisse haben die Forscherin jedenfalls sehr erstaunt. "Ich konnte in meinem Modellversuch zeigen, dass ein einziges extremes Wetterereignis ausreichend sein kann, um die Ökosystemfunktion dauerhaft negativ zu beeinflussen", meint Eggers.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.ifm-geomar.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Sensationsfund: Spuren eines Regenwaldes in der Westantarktis
02.04.2020 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

nachricht Erdbeben auf Island über Telefonglasfaserkabel registriert
25.03.2020 | Helmholtz-Zentrum Potsdam - Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Den Regen für Hydrovoltaik nutzen

Wassertropfen, die auf Oberflächen fallen oder über sie gleiten, können Spuren elektrischer Ladung hinterlassen, so dass sich die Tropfen selbst aufladen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Polymerforschung (MPI-P) in Mainz haben dieses Phänomen, das uns auch in unserem Alltag begleitet, nun detailliert untersucht. Sie entwickelten eine Methode zur Quantifizierung der Ladungserzeugung und entwickelten zusätzlich ein theoretisches Modell zum besseren Verständnis. Nach Ansicht der Wissenschaftler könnte der beobachtete Effekt eine Möglichkeit zur Energieerzeugung und ein wichtiger Baustein zum Verständnis der Reibungselektrizität sein.

Wassertropfen, die über nicht leitende Oberflächen gleiten, sind überall in unserem Leben zu finden: Vom Tropfen einer Kaffeemaschine über eine Dusche bis hin...

Im Focus: Harnessing the rain for hydrovoltaics

Drops of water falling on or sliding over surfaces may leave behind traces of electrical charge, causing the drops to charge themselves. Scientists at the Max Planck Institute for Polymer Research (MPI-P) in Mainz have now begun a detailed investigation into this phenomenon that accompanies us in every-day life. They developed a method to quantify the charge generation and additionally created a theoretical model to aid understanding. According to the scientists, the observed effect could be a source of generated power and an important building block for understanding frictional electricity.

Water drops sliding over non-conducting surfaces can be found everywhere in our lives: From the dripping of a coffee machine, to a rinse in the shower, to an...

Im Focus: Quantenimaging: Unsichtbares sichtbar machen

Verschränkte Lichtteilchen lassen sich nutzen, um Bildgebungs- und Messverfahren zu verbessern. Ein Forscherteam am Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik IOF in Jena hat eine Quantenimaging-Lösung entwickelt, die in extremen Spektralbereichen und mit weniger Licht genaueste Einblicke in Gewebeproben ermöglichen kann.

Optische Analyseverfahren wie Mikroskopie und Spektroskopie sind in sichtbaren Wellenlängenbereichen schon äußerst effizient. Doch im Infrarot- oder...

Im Focus: Sensationsfund: Spuren eines Regenwaldes in der Westantarktis

90 Millionen Jahre alter Waldboden belegt unerwartet warmes Südpol-Klima in der Kreidezeit

Ein internationales Forscherteam unter Leitung von Geowissenschaftlern des Alfred-Wegener-Institutes, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI)...

Im Focus: A sensational discovery: Traces of rainforests in West Antarctica

90 million-year-old forest soil provides unexpected evidence for exceptionally warm climate near the South Pole in the Cretaceous

An international team of researchers led by geoscientists from the Alfred Wegener Institute, Helmholtz Centre for Polar and Marine Research (AWI) have now...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Interdisziplinärer Austausch zum Design elektrochemischer Reaktoren

03.04.2020 | Veranstaltungen

13. »AKL – International Laser Technology Congress«: 4.–6. Mai 2022 in Aachen – Lasertechnik Live bereits früher!

02.04.2020 | Veranstaltungen

Europäischer Rheumatologenkongress EULAR 2020 wird zum Online-Kongress

30.03.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Erste SARS-CoV-2-Genome aus Österreich veröffentlicht

03.04.2020 | Biowissenschaften Chemie

Projekt »Lade-PV« gestartet: Fahrzeugintegrierte PV für Elektro-Nutzfahrzeuge

03.04.2020 | Energie und Elektrotechnik

Interdisziplinärer Austausch zum Design elektrochemischer Reaktoren

03.04.2020 | Veranstaltungsnachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics