Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fraunhofer-Experten als einziges deutsches Team im Wettbewerb um die Erforschung der Weltmeere

01.03.2017

Forscher des Fraunhofer IOSB sind als einziges Team aus Deutschland in das Halbfinale des »Shell Ocean Discovery XPRIZE« eingezogen. In dem hochdotierten internationalen Wettbewerb werden weg-weisende Innovationen zur Erforschung der Meere und Ozeane ausgezeichnet.

• Der weltweite Wettbewerb »Shell Ocean Discovery XPRIZE« sucht zukunftsorientierte Innovationen für die detaillierte Erforschung der Meere und Ozeane des Planeten Erde. Die Siegermannschaft wird Ende 2018 gekürt und erhält ein Preisgeld von vier Millionen US-Dollar.


Der für den Shell Ocean Discovery XPRIZE entwickelte Tiefseeroboter-Schwarm des Fraunhofer IOSB (Artwork).

Fraunhofer IOSB

• Teams aus der ganzen Welt treten an, um mit neuer Tiefsee-Robotertechnologie möglichst genaue 3D-Karten des Meeresbodens zu erstellen und spezifische Aufga-ben zu lösen.

• Als einziges Team aus Deutschland haben sich die »Arggonauts« des Fraunhofer IOSB für das Halbfinale qualifiziert. Aktuell sind noch 21 Teams aus 13 Ländern am Wettbewerb beteiligt.

Beim »Shell Ocean Discovery XPRIZE« treten Teams aus der ganzen Welt an, um mit eigens entwickelten Tiefsee-Robotern die bislang detailliertesten 3D-Karten des Mee-resbodens zu erstellen und damit die Erforschung der Ozeane voranzutreiben. Von ursprünglich über 50 Teams wurden 32 für die Vorrunde ausgewählt.

Nunmehr verbleiben noch 21 Teilnehmer, die sich für die Hauptrunde des Wettbewerbs qualifiziert haben, darunter lediglich vier europäische Mannschaften. Mit den multinationalen »Arggonauts« stellt das Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildaus-wertung IOSB das einzige Team aus Deutschland. Unter der Leitung des Physikers Dr. Gunnar Brink, Leiter der Bereiche Strategie und Innovation am Fraunhofer IOSB, sind die »Arggonauts« mit einem eigens entwickelten Schwarm vernetzter Tiefseeroboter-drohnen im Rennen. Frank Schätzing, Autor des Tiefsee-Romans und internationalen Bestsellers »Der Schwarm«, unterstützt das Team als Markenbotschafter.

Internationale Challenges: Ein zukunftsweisendes Förderinstrument

»Der ›Shell Ocean Discovery XPRIZE‹ ist ein außergewöhnlicher Innovationskatalysator, der bereits eine Reihe bahnbrechender Entwicklungen ermöglicht hat. Mit der Teilnah-me des Fraunhofer IOSB kann die Fraunhofer-Gesellschaft wertvolle Erfahrungen im zukunftsweisenden Förderformat der Challenges sammeln und Teilnahmen an weiteren internationalen Wettbewerben befördern«, erläutert Prof. Dr. Georg Rosenfeld, Mitglied des Vorstands der Fraunhofer-Gesellschaft, die Bedeutung des aktuellen Wettbewerbs für Fraunhofer. Die erste Auszeichnung ging Ende der 1990er Jahre an die Erfinder des Spaceship One, denen der weltweit erste privatwirtschaftlich organisierte Raumflug gelang.

Nur fünf Prozent der Tiefsee sind heute erforscht

Beim aktuellen Wettbewerb steht nun die Erforschung der Ozeane und Meere im Fokus: Für den Schutz dieser sensiblen ökologischen Systeme ist ein umfangreiches Wissen über die geologische und biologische Beschaffenheit der Tiefsee unabdingbar, ebenso für eine nachhaltige und effiziente Nutzung der maritimen Rohstoffressourcen. Doch dieses Wissen fehlt bislang, denn tatsächlich sind aktuell nur fünf Prozent der Tiefsee erforscht. Rund 60 Prozent der gesamten Erdoberfläche sind weit weniger gut kartographiert und untersucht als die Oberflächen entfernter Himmelsköper wie Mond, Mars und Venus.

Vielversprechende Rohstoffvorkommen unter Wasser dürfen gemäß der Regelungen der Internationalen Meeresbodenbehörde erst erschlossen werden, wenn die ökologischen Auswirkungen eines Abbaus präzise abgeschätzt werden können. Hierzu müssen vorab umfangreiche Daten über Geologie und Biologie des Gebietes gesammelt werden.

»Eine intensive Vermessung und Exploration der Tiefsee scheiterte bisher an technologischen und wirtschaftlichen Hürden. Die aktuellen Lösungen sind bislang nicht effizient genug, um einen breitangelegten wirtschaftlichen Abbau von Unterwasserressourcen zu ermöglichen. Wir sind sicher, dass das Team ›Arggonauts‹ hier einen bedeutenden Beitrag leisten kann «, betont Prof. Dr. Jürgen Beyerer, Leiter des Fraunhofer IOSB und Experte für den Einsatz autonomer Systeme in menschenfeindlichen Umgebungen im Hightech-Forum, dem innovationspolitischen Beratungsgremium der Bundesregierung.

Erfolgreiche Vorprojekte »TieTek« und »DEDAVE«

Der für den ›Shell Ocean Discovery XPRIZE‹ entwickelte Tiefseeroboter-Schwarm basiert auf zwei erfolgreichen Vorprojekten des Instituts: Im Rahmen von »TieTek« wurden Basistechnologien für druckneutrale, modulare autonome Tiefsee-Unterwasser-fahrzeuge geschaffen. Auf dieser Grundlage entstand in einem weiteren Projekt der marktfähige Tauchroboter »DEDAVE« samt dazugehörendem Trägerfahrzeug. Für die neue Flotte modifizieren und optimieren die Forscher die bestehende Technik nun weiter, insbesondere im Hinblick auf Fahrzeugmaße, Datenverarbeitung und Sensorik. Darüber hinaus wird auch das Trägersystem revolutioniert: Während alle herkömmlichen Explorationsroboter große und teure Mutterschiffe für das Aussetzen und Bergen am Ort der Mission benötigen, werden die »Arggonauts« dafür kleine autonome Trä-gerfahrzeuge einsetzen. »Auf diese Weise wird die Technologie perspektivisch drastisch wirtschaftlicher und kann eine viel breitere Anwendung finden – etwa im Auftrag mit-telständischer Unternehmen, Umweltorganisationen oder Forschungseinrichtungen«, erklärt Projektleiter Brink.

Über den XPRIZE

Die XPRIZE Foundation versteht es als ihre Mission, Menschen, Unternehmen und Or-ganisationen zu motivieren, für die großen Herausforderungen rund um den Fortschritt der Menschheit innovative Ideen und Technologien zu entwickeln und diese im Rahmen von Wettbewerben zu präsentieren. Der aktuelle von Shell gestiftete Wettbewerb ist auf drei Jahre angelegt und endet im Dezember 2018.

Weitere Informationen:

https://www.fraunhofer.de/de/presse/presseinformationen/2017/februar/halbfinale-...

Roman Möhlmann | Fraunhofer-Gesellschaft

Weitere Berichte zu: 3D-Karten IOSB Innovationen Ocean Tiefsee Weltmeere Wettbewerb

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Massiver Meteoriten-Einschlagskrater entdeckt
15.11.2018 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

nachricht Einzigartiger Wissensschatz an der BfG: 30 Jahre Weltdatenzentrum Abfluss
14.11.2018 | Bundesanstalt für Gewässerkunde

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Eine kalte Supererde in unserer Nachbarschaft

Der sechs Lichtjahre entfernte Barnards Stern beherbergt einen Exoplaneten

Einer internationalen Gruppe von Astronomen unter Beteiligung des Max-Planck-Instituts für Astronomie in Heidelberg ist es gelungen, beim nur sechs Lichtjahre...

Im Focus: Mit Gold Krankheiten aufspüren

Röntgenfluoreszenz könnte neue Diagnosemöglichkeiten in der Medizin eröffnen

Ein Präzisions-Röntgenverfahren soll Krebs früher erkennen sowie die Entwicklung und Kontrolle von Medikamenten verbessern können. Wie ein Forschungsteam unter...

Im Focus: Ein Chip mit echten Blutgefäßen

An der TU Wien wurden Bio-Chips entwickelt, in denen man Gewebe herstellen und untersuchen kann. Die Stoffzufuhr lässt sich dabei sehr präzise dosieren.

Menschliche Zellen in der Petrischale zu vermehren, ist heute keine große Herausforderung mehr. Künstliches Gewebe herzustellen, durchzogen von feinen...

Im Focus: A Chip with Blood Vessels

Biochips have been developed at TU Wien (Vienna), on which tissue can be produced and examined. This allows supplying the tissue with different substances in a very controlled way.

Cultivating human cells in the Petri dish is not a big challenge today. Producing artificial tissue, however, permeated by fine blood vessels, is a much more...

Im Focus: Optimierung von Legierungswerkstoffen: Diffusionsvorgänge in Nanoteilchen entschlüsselt

Ein Forschungsteam der TU Graz entdeckt atomar ablaufende Prozesse, die neue Ansätze zur Verbesserung von Materialeigenschaften liefern.

Aluminiumlegierungen verfügen über einzigartige Materialeigenschaften und sind unverzichtbare Werkstoffe im Flugzeugbau sowie in der Weltraumtechnik.

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Können Roboter im Alter Spaß machen?

14.11.2018 | Veranstaltungen

Tagung informiert über künstliche Intelligenz

13.11.2018 | Veranstaltungen

Wer rechnet schneller? Algorithmen und ihre gesellschaftliche Überwachung

12.11.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Emulsionen masschneidern

15.11.2018 | Materialwissenschaften

LTE-V2X-Direktkommunikation für mehr Verkehrssicherheit

15.11.2018 | Informationstechnologie

Daten „fühlen“ mit haptischen Displays

15.11.2018 | Energie und Elektrotechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics