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Einblicke unter die Oberfläche des Mars

21.07.2017

Die Region erstreckt sich über gut 1000 Kilometer entlang des Äquators des Mars. Sie heißt Medusae Fossae Formation und über ihren Ursprung ist bislang wenig bekannt. Der Geologe Prof. Dr. Angelo Pio Rossi von der Jacobs University hat gemeinsam mit Dr. Roberto Orosei vom Nationalen Italienischen Institut für Astrophysik in Bologna und weiteren Wissenschaftlern einen Teilbereich dieses Gebietes, genannt Lucus Planum, näher unter die Lupe genommen – mithilfe von Radarfernerkundung.

Wie bei einem Röntgenbild dringen die Strahlen einige Kilometer tief in die Oberfläche des Planeten ein und liefern Informationen über die Struktur, die Materialien und deren Zusammensetzung. Die Daten stammen vom der Raumsonde ESA Mars Express, die seit 2003 unermüdlich den Mars umkreist und immer wieder spektakuläre Bilder vom roten Planeten und spannende Informationen liefert.


Die Marsregion Lucus Planum

NASA/MOLA/USGS


Prof. Dr. Angelo Pio Rossi, Jacobs University

Photo by Riccardo Pozzobon

„Für Wissenschaftler ist die Medusae Fossae Formation ein Mysterium“, sagt Prof. Rossi. „Wir wissen nicht, wie sie entstanden ist. Bisher konnte die Region nur in dem für das Auge sichtbaren Wellenlängenbereich betrachtet werden.“ Die Hypothesen über ihre Entstehung reichen von vulkanischer Asche über Ablagerungen von atmosphärischem Staub bis zu der Vermutung, es handele sich um eine ehemalige Polarkappe mit Rückständen von Materialien, wie sie noch am Nordpol des Mars zu finden sind.

In einer Studie, erschienen im renommierten Journal of Geophysical Research und gefördert vom EarthServer-Programm der Europäischen Union, weisen die Wissenschaftler nun eine dynamische geologische Geschichte und Diversität in der Region Lucus Planum nach.

Östliche und westliche Teile der mehrere hundert Kilometer großen Region bestehen aus Asche und Gesteinen, die vermutlich von einem nahegelegenen Vulkan stammen und sehr porös sind. Die Kruste im Nordwesten ist hingegen wesentlich dichter, ihre Zusammensetzung konnte aber eben so wenig genau bestimmt werden wie die des zentralen Bereichs.

Prof. Angelo Pio Rossi forscht seit eineinhalb Jahrzehnten über den Mars, der halb so groß wie die Erde und im Durchschnitt 228 Millionen Kilometer von ihr entfernt ist. „Was vor drei, vier Milliarden Jahren auf der Erde geschehen ist, lässt sich hier kaum noch nachweisen“, sagt er. „Auf dem Mars ist das anders, dort ist die älteste Geologie weitgehend unverändert.“

Fragen beantwortet:
Dr. Angelo Pio Rossi | Professor of Earth and Planetary Science an.rossi@jacobs-university.de | Tel.: +49 421 200-3153

Über die Jacobs University:
Die Jacobs University ist eine private, unabhängige, englischsprachige Universität in Bremen. Hier studieren junge Menschen aus der ganzen Welt in Vorbereitungs-, Bachelor-, Master- und PhD-Programmen. Internationalität und Transdisziplinarität sind die besonderen Kennzeichen der Jacobs University: Forschung und Lehre folgen nicht einem einzigen Lösungsweg, sie gehen Fragestellungen aus der Perspektive verschiedener Disziplinen an. Dieses Prinzip macht Jacobs Absolventen zu begehrten Nachwuchskräften, die erfolgreich internationale Karrierewege einschlagen.

Kontakt:
Thomas Joppig | Brand Management, Marketing & Communications t.joppig@jacobs-university.de | Tel.: +49 421 200-4504

Weitere Informationen:

http://anrossi.user.jacobs-university.de/
https://www.jacobs-university.de

Thomas Joppig | idw - Informationsdienst Wissenschaft

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