Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Perspektiven für Geowissenschaften und Klimaforschung

05.07.2007
DFG fördert einzigartiges Hochleistungs-Beschleuniger-Massenspektrometer

Mit einem in Deutschland einzigartigen wissenschaftlichen Großgerät eröffnet die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) den Geowissenschaften und der Klima- und Umweltforschung neue Perspektiven. Der Hauptausschuss der DFG bewilligte am gestrigen Dienstag im Rahmen der DFG-Jahresversammlung in Bonn die Förderung eines 6-Megavolt (MV)-Hochleistungs-Beschleuniger-Massenspektrometers. Für die Beschaffung des Geräts stellt die DFG 5,5 Millionen Euro zur Verfügung.

In Betrieb genommen wird das Massenspektrometer an der Universität Köln, die sich in einer Ausschreibung gegen andere Universitäten durchgesetzt hatte.

Durch ein derartiges Gerät ergeben sich für die Geo- und Umweltwissenschaften künftig auch in Deutschland völlig neuartige Möglichkeiten in der experimentellen Grundlagenforschung, wie DFG-Präsident Professor Matthias Kleiner anlässlich der Beratungen im Hauptausschuss betonte. Die Gewinnung neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse in diesen Disziplinen hängt zunehmend von der Möglichkeit ab, bestimmte in der Erdatmosphäre durch kosmische Strahlung gebildete Nuklide mit höchster Empfindlichkeit und Auflösung massenspektrometrisch untersuchen zu können. Sie erlauben Rückschlüsse auf geomorphologische Prozesse sowie auf Verläufe von Ozean- und Atmosphärenzirkulationen. "Damit sind sie nicht zuletzt von zentraler Bedeutung für die Erforschung des globalen Klimawandels", unterstrich Kleiner.

Möglich sind solche Untersuchungen allerdings nur mit hohem apparativem Aufwand. Die wenigen bisher in Deutschland vorhandenen Beschleuniger-Massenspektrometer reichen dafür nicht aus; sie sind im Wesentlichen auf die Altersdatierung mittels Kohlenstoff 14 ausgerichtet oder weisen lediglich ein maximales Beschleunigungspotenzial von 3 MV auf. Forscher aus Deutschland müssen deshalb bislang ihre Messungen vielfach im Ausland, etwa an der ETH Zürich oder am Lawrence Livermore Laboratory, vornehmen, was mit langen Wartezeiten und hohen Kosten verbunden ist.

Die DFG hatte daher Anfang dieses Jahres zur Beantragung eines entsprechenden Gerätes mit einer Beschleunigungsspannung von bis zu 6 MV aufgerufen. Die im Rahmen dieser Ausschreibung eingegangenen Anträge wurden von einer internationalen Gutachtergruppe begutachtet, die der Universität Köln den Zuschlag erteilte. Dieser Empfehlung schloss sich der Hauptausschuss der DFG jetzt an.

Das nunmehr bewilligte Gerät soll den Forschern der Universität Köln und darüber hinaus allen in Deutschland auf diesem Gebiet tätigen Wissenschaftlern für grundlagenorientierte Untersuchungen sowie für die Entwicklung neuer Methoden und Anwendungen zur Verfügung stehen.

Dr. Eva-Maria Streier | idw
Weitere Informationen:
http://www.dfg.de

Weitere Berichte zu: Geowissenschaft Hauptausschuss Klimaforschung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Tiefseebergbau: Forschung zu Risiken und ökologischen Folgen geht weiter
21.09.2018 | GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

nachricht Warnung vor Hybris bei CO2-Entzug
20.09.2018 | Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC) gGmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie Magnetismus entsteht: Elektronen stärker verbunden als gedacht

Wieso sind manche Metalle magnetisch? Diese einfache Frage ist wissenschaftlich gar nicht so leicht fundiert zu beantworten. Das zeigt eine aktuelle Arbeit von Wissenschaftlern des Forschungszentrums Jülich und der Universität Halle. Den Forschern ist es zum ersten Mal gelungen, in einem magnetischen Material, in diesem Fall Kobalt, die Wechselwirkung zwischen einzelnen Elektronen sichtbar zu machen, die letztlich zur Ausbildung der magnetischen Eigenschaften führt. Damit sind erstmals genaue Einblicke in den elektronischen Ursprung des Magnetismus möglich, die vorher nur auf theoretischem Weg zugänglich waren.

Für ihre Untersuchung nutzten die Forscher ein spezielles Elektronenmikroskop, das das Forschungszentrum Jülich am Elettra-Speicherring im italienischen Triest...

Im Focus: Erstmals gemessen: Wie lange dauert ein Quantensprung?

Mit Hilfe ausgeklügelter Experimente und Berechnungen der TU Wien ist es erstmals gelungen, die Dauer des berühmten photoelektrischen Effekts zu messen.

Es war eines der entscheidenden Experimente für die Quantenphysik: Wenn Licht auf bestimmte Materialien fällt, werden Elektronen aus der Oberfläche...

Im Focus: Scientists present new observations to understand the phase transition in quantum chromodynamics

The building blocks of matter in our universe were formed in the first 10 microseconds of its existence, according to the currently accepted scientific picture. After the Big Bang about 13.7 billion years ago, matter consisted mainly of quarks and gluons, two types of elementary particles whose interactions are governed by quantum chromodynamics (QCD), the theory of strong interaction. In the early universe, these particles moved (nearly) freely in a quark-gluon plasma.

This is a joint press release of University Muenster and Heidelberg as well as the GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt.

Then, in a phase transition, they combined and formed hadrons, among them the building blocks of atomic nuclei, protons and neutrons. In the current issue of...

Im Focus: Der Truck der Zukunft

Lastkraftwagen (Lkw) sind für den Gütertransport auch in den kommenden Jahrzehnten unverzichtbar. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen der Technischen Universität München (TUM) und ihre Partner haben ein Konzept für den Truck der Zukunft erarbeitet. Dazu zählen die europaweite Zulassung für Lang-Lkw, der Diesel-Hybrid-Antrieb und eine multifunktionale Fahrerkabine.

Laut der Prognose des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur wird der Lkw-Güterverkehr bis 2030 im Vergleich zu 2010 um 39 Prozent steigen....

Im Focus: Extrem klein und schnell: Laser zündet heißes Plasma

Feuert man Lichtpulse aus einer extrem starken Laseranlage auf Materialproben, reißt das elektrische Feld des Lichts die Elektronen von den Atomkernen ab. Für Sekundenbruchteile entsteht ein Plasma. Dabei koppeln die Elektronen mit dem Laserlicht und erreichen beinahe Lichtgeschwindigkeit. Beim Herausfliegen aus der Materialprobe ziehen sie die Atomrümpfe (Ionen) hinter sich her. Um diesen komplexen Beschleunigungsprozess experimentell untersuchen zu können, haben Forscher aus dem Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) eine neuartige Diagnostik für innovative laserbasierte Teilchenbeschleuniger entwickelt. Ihre Ergebnisse erscheinen jetzt in der Fachzeitschrift „Physical Review X“.

„Unser Ziel ist ein ultrakompakter Beschleuniger für die Ionentherapie, also die Krebsbestrahlung mit geladenen Teilchen“, so der Physiker Dr. Thomas Kluge vom...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

4. BF21-Jahrestagung „Car Data – Telematik – Mobilität – Fahrerassistenzsysteme – Autonomes Fahren – eCall – Connected Car“

21.09.2018 | Veranstaltungen

Forum Additive Fertigung: So gelingt der Einstieg in den 3D-Druck

21.09.2018 | Veranstaltungen

12. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

20.09.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neue CBMC-Geräteschutzschaltervarianten

22.09.2018 | Energie und Elektrotechnik

ISO-27001-Zertifikat für die GFOS mbH und die GFOS Technologieberatung GmbH

21.09.2018 | Unternehmensmeldung

Kundenindividuelle Steckverbinder online konfigurieren und bestellen

21.09.2018 | Energie und Elektrotechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics