Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Besucher vom Mars: Bakterien als Weltraumtouristen - ein experimenteller Nachweis

22.01.2007
Können Organismen in Meteoriten vom Mars zur Erde reisen?

In Zusammenarbeit mit "Astrobiologen" aus Deutschland und England sammelte die Arbeitsgruppe von Prof. Dieter Stöffler am Museums für Naturkunde Berlin Beweise über den Austausch von Leben zwischen Mars und Erde. Sie ahmte im Labor Asteroideneinschläge nach und fand Erstaunliches: trotz des extrem hohen Druckes und der hohen Temperatur, die bei einem solchen Impakt herrschen, überlebt ein kleiner Teil von Mikroorganismen und könnte tatsächlich den langen Weg durch den Weltraum antreten?

Welten wie die unsere oder auch der Mars werden immer wieder von Asteroiden oder Kometen bombardiert. Einige sind groß genug, um Gesteine aus dem Planeten loszuschlagen und ins All zu schleudern. Diese Gesteine könnten Leben zur Erde transportieren. Organismen wären innerhalb ihrer steinernen Raumschiffe vor den lebensfeindlichen Bedingungen des Weltraums geschützt und könnten relativ sanft auf einem lebensfreundlichen Planeten landen. "Wenn es jemals Leben auf dem Mars gab, so hat es uns schon besucht", sagt Dr. Jörg Fritz aus der Arbeitsgruppe am Museum für Naturkunde.

Die gewaltigen Energien, die es benötigt, um ein Marsgestein ins All zu schleudern, sind aufgrund von Untersuchungen der Arbeitsgruppe bekannt. Diese Bedingungen wurden mittels Stosswellenexperimenten am Ernst-Mach-Institut für Kurzzeitdynamik (Freiburg) simuliert. Eingepackt in marsähnliches Gestein testete die Wissenschaftlerin Cornelia Meyer, ob Bakterien und Flechten fähig sind, jene extremen Bedingungen zu überleben. Ultrakurzzeitig mussten diese Drücke zwischen 50 000 und 500 000 atm und Temperaturen bis zu 1000°C ertragen. Sowohl Bakterien als auch Flechten bewiesen eine erstaunliche Toleranz gegenüber diesen extremen Bedingungen. Die Flechten z.B. überlebten einen Stoßwellendruck von 100 000 atm zu 70%. Zur großen Überraschung der Wissenschaftler überlebten 0,002% der Flechten sogar den maximalen Stoßwellendruck von 500 000 atm.

... mehr zu:
»Bakterie »Gestein »Mars »Naturkunde

Die Experimente zeigen eindeutig, dass ein Lebenstransfer vom Mars zur Erde möglich ist, ebenso wie ein Transfer von marsähnlichen Planeten zu anderen Planeten in einem fremden Sternsystem. Für eine Reise von der Erde zum Mars stellt sich die ganze Sache schwieriger dar, da hierfür wesentlich höhere Drücke benötigt würden, um Gesteine ins Weltall zu schleudern. Nichts desto trotz wäre es ebenso möglich, dass von einer frühen Erde Leben auf den Mars gekommen sein könnte.

Kontakt:
Cornelia Meyer, Dr. Jörg Fritz, Prof. Dieter Stöffler
Abteilung Forschung, Museum für Naturkunde der Humboldt-Universität zu Berlin
Invalidenstrasse 43, 10115 Berlin.
Tel.: +49 (0)30 - 2093 8749, Fax: +49 (0)30 - 2093 8565, E-mail: cornelia.meyer@museum.hu-berlin.de
Dr. Gesine Steiner
Museum für Naturkunde der Humboldt-Universität zu Berlin, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: +49 (0)30 - 2093 8917 Fax : +49 (0)30 - 2093 8914
e-mail gesine.steiner@museum.hu-berlin.de

Dr. Gesine Steiner | idw
Weitere Informationen:
http://www.naturkundemuseum-berlin.de
http://download.naturkundemuseum-berlin.de/presse/Mars

Weitere Berichte zu: Bakterie Gestein Mars Naturkunde

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Der Januskopf des südasiatischen Monsuns
15.06.2018 | Max-Planck-Institut für Chemie

nachricht Was das Eis der West-Antarktis vor 10.000 Jahren gerettet hat, wird ihr heute nicht helfen
14.06.2018 | Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Leichter abheben: Fraunhofer LBF entwickelt Flugzeugrad aus Faser-Kunststoff-Verbund

Noch mehr Reichweite oder noch mehr Nutzlast - das wünschen sich Fluggesellschaften für ihre Flugzeuge. Wegen ihrer hohen spezifischen Steifigkeiten und Festigkeiten kommen daher zunehmend leichte Faser-Kunststoff-Verbunde zum Einsatz. Bei Rümpfen oder Tragflächen sind permanent Innovationen in diese Richtung zu beobachten. Um dieses Innovationsfeld auch für Flugzeugräder zu erschließen, hat das Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF jetzt ein neues EU-Forschungsvorhaben gestartet. Ziel ist die Entwicklung eines ersten CFK-Bugrads für einen Airbus A320. Dabei wollen die Forscher ein Leichtbaupotential von bis zu 40 Prozent aufzeigen.

Faser-Kunststoff-Verbunde sind in der Luftfahrt bei zahlreichen Bauteilen bereits das Material der Wahl. So liegt beim Airbus A380 der Anteil an...

Im Focus: IT-Sicherheit beim autonomen Fahren

FH St. Pölten entwickelt neue Methode für sicheren Informationsaustausch zwischen Fahrzeugen mittels Funkdaten

Neue technische Errungenschaften wie das Internet der Dinge oder die direkte drahtlose Kommunikation zwischen Objekten erhöhen den Bedarf an effizienter...

Im Focus: Innovative Handprothesensteuerung besteht Alltagstest

Selbstlernende Steuerung für Handprothesen entwickelt. Neues Verfahren lässt Patienten natürlichere Bewegungen gleichzeitig in zwei Achsen durchführen. Forscher der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) veröffentlichen Studie im Wissenschaftsmagazin „Science Robotics“ vom 20. Juni 2018.

Motorisierte Handprothesen sind mittlerweile Stand der Technik bei der Versorgung von Amputationen an der oberen Extremität. Bislang erlauben sie allerdings...

Im Focus: Temperaturgesteuerte Faser-Lichtquelle mit flüssigem Kern

Die moderne medizinische Bildgebung und neue spektroskopische Verfahren benötigen faserbasierte Lichtquellen, die breitbandiges Laserlicht im nahen und mittleren Infrarotbereich erzeugen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) zeigen in einer aktuellen Veröffentlichung im renommierten Fachblatt Optica, dass sie die optischen Eigenschaften flüssigkeitsgefüllter Fasern und damit die Bandbreite des Laserlichts gezielt über die Umgebungstemperatur steuern können.

Das Besondere an den untersuchten Fasern ist ihr Kern. Er ist mit Kohlenstoffdisulfid gefüllt - einer flüssigen chemischen Verbindung mit hoher optischer...

Im Focus: Temperature-controlled fiber-optic light source with liquid core

In a recent publication in the renowned journal Optica, scientists of Leibniz-Institute of Photonic Technology (Leibniz IPHT) in Jena showed that they can accurately control the optical properties of liquid-core fiber lasers and therefore their spectral band width by temperature and pressure tuning.

Already last year, the researchers provided experimental proof of a new dynamic of hybrid solitons– temporally and spectrally stationary light waves resulting...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Leben im Plastikzeitalter: Wie ist ein nachhaltiger Umgang mit Plastik möglich?

21.06.2018 | Veranstaltungen

Kongress BIO-raffiniert X – Neue Wege in der Nutzung biogener Rohstoffe?

21.06.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen im August 2018

20.06.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Leichter abheben: Fraunhofer LBF entwickelt Flugzeugrad aus Faser-Kunststoff-Verbund

22.06.2018 | Materialwissenschaften

Lernen und gleichzeitig Gutes tun? Baufritz macht‘s möglich!

22.06.2018 | Unternehmensmeldung

GFOS und skip Institut entwickeln gemeinsam Prototyp für Augmented Reality App für die Produktion

22.06.2018 | Unternehmensmeldung

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics