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Simulationsmodell soll Riesenwellen vorhersagen

07.02.2002



Wissenschaftler der University of Rhode Island wollen mit einem 30 Meter Wellenbecken Erschütterungen simulieren, die durch Unterwasserbeben ausgelöst werden. Das Projekt dient dem besseren Verständnis von Tsunamis (Riesenwellen) und wird von der National Science Foundation mit 204.000 Dollar unterstützt. Bis zum Jahr 2003 will das Team um Stephan Grilli ein Computermodell entwickeln, das online Forschern, Rettungsteams und Tsunami-Warneinrichtungen als Simulations- und Vorhersagemodell dienen soll.

Das Computermodell besteht aus einer Modellserie und basiert zum Teil aus Ergebnissen vergangener Tsunamis und auf Experimenten im Wellenbecken. Ein Modell soll zeigen, wie Erdbeben Sedimente bewegen, ein anderes konzentriert sich auf die Physik der resultierenden Wasserbewegung. Ein drittes Modell dient der Vorhersage der durch die Welle ausgelöste Überflutung. "Innerhalb von zehn Jahren werden zwei bis drei Mal hunderte Menschen von Tsunamis getötet. Allein 1998 starben 2.000 Menschen in Papua Neu Guinea", so Grilli.

Das Wort "Tsunami" stammt aus dem Japanischen und ist ein Fachbegriff für Wellen mit extrem großer Wellenlänge, die durch plötzliche Verdrängung von Wasser ausgelöst werden. Die bei weitem häufigste Ursache für Tsunamis sind heftige Erdbeben. Daher wird auch der pazifische Raum am häufigsten von ihnen heimgesucht. Die Welle kann eine Geschwindigkeit von 1000 km/h erreichen, so dass die Flutwelle innerhalb weniger Stunden den Pazifik überqueren kann. In Ausnahmefällen können Tsunamis Höhen von 30 Meter erreichen und besitzen dann unvorstellbare Zerstörungskraft. Tsunamis, die den gesamten Pazifik betreffen sind selten, sie treten ca. alle zehn bis zwölf Jahre auf. Bei starken Erdbeben im pazifischen Raum ergeht automatisch eine Tsunami-Warnung an die Anwohner der Küste. Sie werden aufgefordert höheren Grund aufzusuchen. Die Vorwarnzeit beträgt je nach Entfernung zum Erdbebenherd wenige Minuten bis einige Stunden.

Sandra Standhartinger | pte.monitor
Weitere Informationen:
http://www.uri.edu

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