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"Ein Stück Sibirien in Berlin"

17.01.2002


Erste Zentralveranstaltung des Jahres der Geowissenschaften 2002

Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn eröffnet am 17.01.2002 um 19 Uhr in der Urania in Berlin das "Jahr der Geowissenschaften". Das Thema der Auftaktveranstaltung heißt "system erde". Vom 16. bis 19. Januar 2002 präsentieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ihre Forschung für Jedermann: Informativ, spannend und kontrovers. Die Forschungsstelle Potsdam des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung (AWI) ist an zentraler Stelle mit dabei.

Science Street im Europa-Center: Eiskeile, Sedimentbohrkerne und Eiskerne
Der AWI-Stand in der Science Street ist die Nachbildung eines Eiskeils. Die Forscher, die mit Eiskeilen arbeiten, sind vor Ort, um mit den Besuchern ins Gespräch zu kommen. Auch so genannte Eiskerne und Sedimentkerne sind zu sehen. Sie stammen aus Bohrungen im "Ewigen" Eis oder im Meeresboden. Am Stand kann jeder Besucher sich selbst ein Bild davon machen, was die Forscher suchen und wie sie das Gefundene interpretieren. Dazu gibt es ein Mikroskop, mit dem verschiedene Sedimentproben untersucht werden können.

  • Sibirische Eiskeile sind Gegenstand aktueller Forschung. Sie entstanden vor Jahrtausenden, als sich Frostspalten im Boden mit Schmelzwasser füllten, welches dann wieder gefror. Zusammensetzung und Struktur der Eiskeile und des umgebenden Sedimentes ermöglichen - gemeinsam mit anderen Archiven - die Rekonstruktion des Klimas.
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    »AWI »Bohrung »Eiskeile

  • Sedimentbohrkerne: Aus den Ablagerungen am Boden arktischer und antarktischer Seen und aus großen Meerestiefen können die Forscher am AWI die Klima- und Umweltbedingungen der Vergangenheit rekonstruieren. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse sind wichtige Bausteine für das Verständnis der Klimaentwicklung und Grundlage für Modelle, mit denen zukünftige Klimaveränderungen berechnet werden können.
  • Eiskerne gewinnt man durch Bohrungen im Inlandeis, beispielsweise in der Antarktis. Die Eisschichten entstanden durch Schnee, der sich im Laufe von Jahrtausenden aufeinander schichtete. Jedes Jahr wurden auf diese Weise unterschiedliche Mengen an Partikeln und chemischen Elementen aus der Luft im Eis eingeschlossen. Mit Bohrungen gewinnt man Proben, die Informationen über das Klima früherer Zeiten enthalten. Im Rahmen des europäischen Projektes EPICA (European Project for Ice Coring in Antarctica) werden Forscher des AWI in den nächsten Tagen mit Eiskernbohrungen in Dronning Maud Land in der Antarktis beginnen. Am 4. Januar um 16 Uhr wurde zu diesem Zweck die Kohnen-Station wieder in Betrieb genommen. Hier sollen in den kommenden vier Wochen Eisproben aus Tiefen von bis zu 800 Metern erbohrt werden, die in eine Vergangenheit von 150000 Jahren führen.

Vorträge in der Urania


Begleitend zur Science Street findet in der Urania ein Vortragsprogramm zu geowissenschaftlichen Themen statt. Das AWI beteiligt sich mit folgenden Vorträgen daran:

  • "Als das Mammut durch die Arktis schritt - Umweltgeschichte im Permafrost" beschreibt Dr. Lutz Schirrmeister am Donnerstag, 17.1.02, um 11.15 Uhr im Kleist-Saal.

  • "Warum interessiert uns das Wetter bei den Pinguinen?" erklärt Dr. Jan Lieser am Samstag, 19. Januar um 12.15 Uhr im Humboldt-Saal.
  • "Eiskalte Entdeckungen - Die Pole unserer Erde" sind Thema für Prof. Dr. Jörn Thiede, Direktor des Alfred-Wegener-Institutes in Bremerhaven, am Samstag, 19.1.02, um 19.30 Uhr im Kleist-Saal.

Dipl.-Ing. Margarete Pauls | idw

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