Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wassermangel durch Klimawandel - Gemeinsames Ressourcenmanagement kann Krisen verhindern helfen

21.03.2006


Auf dem Weltwasserforum in Mexiko wurde jüngst eine alarmierende Entwicklung diskutiert - bis zum Ende des Jahrhunderts dürfte ein Großteil Afrikas unter schwerem Wassermangel leiden. Konflikte um die knappe Ressource könnten die Folge sein. Sind die existierenden Institutionen des Wassermanagements ausreichend gewappnet für Herausforderungen unseres Jahrhunderst oder verschärfen sie die Probleme möglicherweise noch? Anlässlich des Weltwassertages am 22. März 2006 raten Experten des BICC (Internationales Konversionszentrum Bonn) das grenzüberschreitende Wassermanagement jetzt zu stärken, um gewaltsame Auseinandersetzungen in der Zukunft zu verhindern.



Aktuelle Studien sprechen davon, dass schon in den nächsten Jahrzehnten das Ausbleiben von Niederschlägen in einem Großteil Afrikas zum Austrocknen vieler Flüsse und Seen führen wird. Besonders betroffen wird das krisengeschüttelte Afrika südlich der Sahara sein - eine Region, in der die Wasserressourcen schon heute höchst ungleich verteilt und in bestimmten Regionen knapp sind.



"Vor diesem Hintergrund muss gerade bei den grenzüberschreitenden Flüssen und Seen des Südlichen Afrikas die institutionelle Zusammenarbeit der Anrainer intensiviert und verbessert werden. Dies wäre ein wertvoller Beitrag zur Krisenvermeidung", unterstreicht Lars Wirkus, Projektleiter am BICC.

Die Forschungen des BICC zu Institutionen des grenzüberschreitenden Wassermanagements im Südlichen Afrika haben bisher dreierlei gezeigt:

* Erstens ist das grenzüberschreitende Management von Wasserressourcen in der Tat die Basis dafür, nachhaltige Lösungen von Wasserproblemen zu schaffen. Durch rechtliche Regelungen wie dem Water Protocol der SADC (South African Development Commission) sowie den Flussgebietskommissionen von Limpopo, Okavango, Orange Senqu und Sambesi (LIMCOM, OKACOM, ORASECOM und ZAMCOM) wurden hierfür entscheidende Grundlagen geschaffen.

* Zweitens mangelt es aber den existierenden Strukturen - vor allem im Bereich der Konfliktprävention - vielfach noch an Effektivität und Effizienz, weil das Handeln der Anrainerstaaten zu stark durch interne politische Motive geprägt ist. Vielfach fehlt es den Abkommen noch an verbindlich festgelegten Mechanismen zur Vermeidung bzw. Lösung von (Interessens-)Konflikten. Diese aber sind notwendig, um auch zukünftig einen friedlichen Interessensausgleich der Anrainerstaaten sicherzustellen.

* Drittens führt (ungerechte) Verteilung von Wasser bisher eher zu Auseinandersetzungen innerhalb von Gesellschaften, denn zu Konflikten zwischen Staaten. "Entwicklungszusammenarbeit wie Konfliktforschung sind dazu aufgerufen, über gerechte Regelungen im Sinne von ’Good Water Governance’ nachzudenken und die gesellschaftliche Organisation des Ressourcenmanagements zu verbessern," führt Lars Wirkus aus. Eine Verbindung von modernen staatlichen Akteuren und Institutionen mit traditionellen lokalen und zivilgesellschaftlichen kann zu neuen Lösungsansätzen führen. Internationale Organisationen, Geberstaaten und internationale Nichtregierungsorganisationen (NRO) sollten sich beim Aufbau solcher Kapazitäten verstärkt engagieren.

Susanne Heinke | idw
Weitere Informationen:
http://www.bicc.de/press/releases/presseerklaerung_wassermangel.php
http://www.bicc.de/water/index_d.php

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Letztes Stadium vor dem grossen Knall?
19.11.2018 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

nachricht Massiver Meteoriten-Einschlagskrater entdeckt
15.11.2018 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: InSight: Touchdown auf dem Mars

Am 26. November landet die NASA-Sonde InSight auf dem Mars. Erstmals wird sie die Stärke und Häufigkeit von Marsbeben messen.

Monatelanger Flug durchs All, flammender Abstieg durch die Reibungshitze der Atmosphäre und sanftes Aufsetzen auf der Oberfläche – siebenmal ist das Kunststück...

Im Focus: Weltweit erstmals Entstehung von chemischen Bindungen in Echtzeit beobachtet und simuliert

Einem Team von Physikern unter der Leitung von Prof. Dr. Wolf Gero Schmidt, Universität Paderborn, und Prof. Dr. Martin Wolf, Fritz-Haber-Institut Berlin, ist ein entscheidender Durchbruch gelungen: Sie haben weltweit zum ersten Mal und „in Echtzeit“ die Änderung der Elektronenstruktur während einer chemischen Reaktion beobachtet. Mithilfe umfangreicher Computersimulationen haben die Wissenschaftler die Ursachen und Mechanismen der Elektronenumverteilung aufgeklärt und visualisiert. Ihre Ergebnisse wurden nun in der renommierten, interdisziplinären Fachzeitschrift „Science“ veröffentlicht.

„Chemische Reaktionen sind durch die Bildung bzw. den Bruch chemischer Bindungen zwischen Atomen und den damit verbundenen Änderungen atomarer Abstände...

Im Focus: Rasende Elektronen unter Kontrolle

Die Elektronik zukünftig über Lichtwellen kontrollieren statt Spannungssignalen: Das ist das Ziel von Physikern weltweit. Der Vorteil: Elektromagnetische Wellen des Licht schwingen mit Petahertz-Frequenz. Damit könnten zukünftige Computer eine Million Mal schneller sein als die heutige Generation. Wissenschaftler der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) sind diesem Ziel nun einen Schritt nähergekommen: Ihnen ist es gelungen, Elektronen in Graphen mit ultrakurzen Laserpulsen präzise zu steuern.

Eine Stromregelung in der Elektronik, die millionenfach schneller ist als heutzutage: Davon träumen viele. Schließlich ist die Stromregelung eine der...

Im Focus: UNH scientists help provide first-ever views of elusive energy explosion

Researchers at the University of New Hampshire have captured a difficult-to-view singular event involving "magnetic reconnection"--the process by which sparse particles and energy around Earth collide producing a quick but mighty explosion--in the Earth's magnetotail, the magnetic environment that trails behind the planet.

Magnetic reconnection has remained a bit of a mystery to scientists. They know it exists and have documented the effects that the energy explosions can...

Im Focus: Eine kalte Supererde in unserer Nachbarschaft

Der sechs Lichtjahre entfernte Barnards Stern beherbergt einen Exoplaneten

Einer internationalen Gruppe von Astronomen unter Beteiligung des Max-Planck-Instituts für Astronomie in Heidelberg ist es gelungen, beim nur sechs Lichtjahre...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Personalisierte Implantologie – 32. Kongress der DGI

19.11.2018 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz diskutiert digitale Innovationen für die öffentliche Verwaltung

19.11.2018 | Veranstaltungen

Naturkonstanten als Hauptdarsteller

19.11.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Gen-Radiergummi: Neuer Behandlungsansatz bei chronischen Erkrankungen

19.11.2018 | Biowissenschaften Chemie

Mit maschinellen Lernverfahren Anomalien frühzeitig erkennen und Schäden vermeiden

19.11.2018 | Informationstechnologie

Neuer Stall ermöglicht innovative Forschung für tiergerechte Haltungssysteme

19.11.2018 | Agrar- Forstwissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics