Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Amerikanische Einflüsse auf Luftqualität über Europa nachgewiesen

19.08.2004


Die Atmosphäre der Erde (Bild: NASA).


Die an der Kampagne ICARTT beteiligten Wissenschaftler und das Forschungsflugzeug "Falcon" des DLR.


Emissionen aus Nordamerika können das - in größeren Mengen gesundheitsschädliche - bodennahe Ozon in Europa beeinflussen. Dies bestätigte jetzt die internationale Kampagne ICARTT (International Consortium for Atmospheric Research on Transport and Transformation), an der Atmosphärenforscher des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) maßgeblich beteiligt waren. In den USA, über dem Atlantik sowie an der Westküste Europas gelang es den Forschern im Juli und August 2004, mehrfach dieselbe Luftmasse auf ihrem Weg von Nordamerika nach Europa an verschiedenen Positionen zu vermessen - ein Novum in der Atmosphärenforschung.

... mehr zu:
»Atlantik »Emission »Luftmasse »Nordamerika

Ziel der Kampagne war es unter anderem festzustellen, wie viel und in welcher Form Emissionen, die in Nordamerika freigesetzt werden, den europäischen Kontinent erreichen. Insgesamt kamen zehn amerikanische sowie zwei europäische Forschungsflugzeuge zum Einsatz. Unterstützende Messungen wurden zudem mit einem amerikanischen Forschungsschiff, mit Ballons sowie Umweltsatelliten - darunter auch der europäische ENVISAT – vorgenommen.

Während die Amerikaner ihre Messungen vorzugsweise in den Quellgebieten der Emissionen - im stark von der Industrie geprägten Nordosten der USA - vornahmen, konzentrierten sich die Europäer auf die Westküste Europas, beziehungsweise den Ostatlantik. Für das DLR war das Forschungsflugzeug "Falcon" von Oberpfaffenhofen bei München und von Creil bei Paris im Einsatz.


DLR-Projektleiter Dr. Hans Schlager zeigt sich sehr zufrieden mit dem Ergebnis der Kampagne: "Wichtig ist, dass es uns gelungen ist, eine Luftmasse mehrfach auf dem Weg von Nordamerika nach Europa zu vermessen, um damit die Umwandlung der Spurenstoffe beim Transport zu studieren", so Schlager. Eine besonders verschmutzte Luftmasse konnten die Forscher über eine Strecke von 5000 Kilometer verfolgen und dabei fünfmal vermessen. Zwischen dem 21. und 26. Juli 2004 gelang in Zusammenarbeit mit den Amerikanern eine Sondierung über dem Nordosten der USA, über Neufundland, über dem Atlantik, vor der irischen Küste sowie über dem Ärmelkanal. Anhand der Messergebnisse an den verschiedenen Punkten in Höhen zwischen 1000 und 10000 Meter können die Forscher jetzt ablesen, wie sich die Schadstoffe auf ihrem Weg über den Atlantik verändern. Stickoxide und Kohlenwasserstoffe tragen beispielsweise zur Bildung des bodennahen Ozons in Europa bei. Schwefeldioxide aus den USA führen zur Bildung neuer Partikel. In Europa angekommen, vermischen sich die Schadstoffe über dem Festland mit den europäischen Emissionen.

Die Auswertung der umfangreichen Messungen wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Bei der EGU-Konferenz im April 2005 in Wien werden die Forscher - neben dem DLR sind für Deutschland auch die Max-Planck-Institute in Heidelberg und Mainz und das Forschungszentrum Karlsruhe beteiligt - ihre Ergebnisse präsentieren. Langfristiges Ziel ist es, Bilanzen über den Transport vor Spurenstoffen zwischen den USA, Europa und Asien aufzustellen.

Ansprechpartner:

Jörg von Rohland, Tel.: 08153/28-1970, Fax: 08153/28-1243
Prof. Ulrich Schumann, DLR-Institut für Physik der Atmosphäre, Tel. 08153/28-2521
Dr. Hans Schlager, DLR-Institut für Physik der Atmosphäre, Tel.: 08153/28-2510

Jörg von Rohland | DLR
Weitere Informationen:
http://www.dlr.de

Weitere Berichte zu: Atlantik Emission Luftmasse Nordamerika

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Der Januskopf des südasiatischen Monsuns
15.06.2018 | Max-Planck-Institut für Chemie

nachricht Was das Eis der West-Antarktis vor 10.000 Jahren gerettet hat, wird ihr heute nicht helfen
14.06.2018 | Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wendelstein 7-X erreicht Weltrekord

Stellarator-Rekord für Fusionsprodukt / Erste Bestätigung für Optimierung

Höhere Temperaturen und Dichten des Plasmas, längere Pulse und den weltweiten Stellarator-Rekord für das Fusionsprodukt hat Wendelstein 7-X in der...

Im Focus: Schnell und innovativ: Jülicher Superrechner ist eine Neuentwicklung aus Europa

Bei der Entwicklung innovativer Superrechner-Architekturen ist Europa dabei, die Führung zu übernehmen. Leuchtendes Beispiel hierfür ist der neue Höchstleistungsrechner, der in diesen Tagen am Jülicher Supercomputing Centre (JSC) an den Start geht. JUWELS ist ein Meilenstein hin zu einer neuen Generation von hochflexiblen modularen Supercomputern, die auf ein erweitertes Aufgabenspektrum abzielen – von Big-Data-Anwendungen bis hin zu rechenaufwändigen Simulationen. Allein mit seinem ersten Modul qualifizierte er sich als Nummer 1 der deutschen Rechner für die TOP500-Liste der schnellsten Computer der Welt, die heute erschienen ist.

Das System wird im Rahmen des von Bund und Sitzländern getragenen Gauß Centre for Supercomputing finanziert und eingesetzt.

Im Focus: Superconducting vortices quantize ordinary metal

Russian researchers together with their French colleagues discovered that a genuine feature of superconductors -- quantum Abrikosov vortices of supercurrent -- can also exist in an ordinary nonsuperconducting metal put into contact with a superconductor. The observation of these vortices provides direct evidence of induced quantum coherence. The pioneering experimental observation was supported by a first-ever numerical model that describes the induced vortices in finer detail.

These fundamental results, published in the journal Nature Communications, enable a better understanding and description of the processes occurring at the...

Im Focus: Leichter abheben: Fraunhofer LBF entwickelt Flugzeugrad aus Faser-Kunststoff-Verbund

Noch mehr Reichweite oder noch mehr Nutzlast - das wünschen sich Fluggesellschaften für ihre Flugzeuge. Wegen ihrer hohen spezifischen Steifigkeiten und Festigkeiten kommen daher zunehmend leichte Faser-Kunststoff-Verbunde zum Einsatz. Bei Rümpfen oder Tragflächen sind permanent Innovationen in diese Richtung zu beobachten. Um dieses Innovationsfeld auch für Flugzeugräder zu erschließen, hat das Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF jetzt ein neues EU-Forschungsvorhaben gestartet. Ziel ist die Entwicklung eines ersten CFK-Bugrads für einen Airbus A320. Dabei wollen die Forscher ein Leichtbaupotential von bis zu 40 Prozent aufzeigen.

Faser-Kunststoff-Verbunde sind in der Luftfahrt bei zahlreichen Bauteilen bereits das Material der Wahl. So liegt beim Airbus A380 der Anteil an...

Im Focus: IT-Sicherheit beim autonomen Fahren

FH St. Pölten entwickelt neue Methode für sicheren Informationsaustausch zwischen Fahrzeugen mittels Funkdaten

Neue technische Errungenschaften wie das Internet der Dinge oder die direkte drahtlose Kommunikation zwischen Objekten erhöhen den Bedarf an effizienter...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Neueste Entwicklungen in Forschung und Technik

25.06.2018 | Veranstaltungen

Wheat Initiative holt Weizenforscher aus aller Welt an einen Tisch

25.06.2018 | Veranstaltungen

Leben im Plastikzeitalter: Wie ist ein nachhaltiger Umgang mit Plastik möglich?

21.06.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Wendelstein 7-X erreicht Weltrekord

25.06.2018 | Physik Astronomie

Schnell und innovativ: Jülicher Superrechner ist eine Neuentwicklung aus Europa

25.06.2018 | Informationstechnologie

Leuchtfeuer in der Produktion

25.06.2018 | Energie und Elektrotechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics