Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mittelfristige Hochwasserprognosen

17.08.2004


Starke Regenfälle und das damit in Verbindung stehende Hochwasser forderten im Sommer 2002 in Mittel- und Osteuropa mehr als 100 Menschenleben. Die längerfristigen Hochwasserprognosen des verbesserten LISFLOOD-Modells können dazu beitragen, solche Katastrophen in Zukunft zu vermeiden.



Die globalen Klimaveränderungen treten immer deutlicher ans Tageslicht. In den letzten zehn Jahren wurden in Europa teils überdurchschnittliche Niederschlagsmengen gemessen. Mehrere dieser starken Regenfälle führten zu scherwiegenden Überflutungen.



Eine zuverlässige Hochwasservorhersage ist stark von verlässlichen Wettervorhersagen abhängig. Noch bis vor kurzem konnten Wettervorhersagen für maximal drei Tage erstellt werden. Nun sind bereits Vorhersagen für 7 bis 10 Tage möglich.

Das EU-finanzierte EFFS-Projekt hat sich die sogenannten mittelfristigen Vorhersagen zur Aufgabe gemacht, um den für die Flutvorsorge verantwortlichen öffentlichen Behörden längere Reaktionszeiten zu ermöglichen. EFFS vereint Meteorologie- und Hydrologieexperten, die gemeinsam an der Lösung dieses Problems arbeiten.

Das LISFLOOD-Modell ist ein Teilbereich des EFFS-Projekts. Verbesserungen gab es insbesondere in Bezug auf die Art der Datenverarbeitung. Neben meteorologischen Informationen verlangen solche Modelle auch nach Informationen zur Höhe über dem Meeresspiegel, zur Art der Landnutzung, zum Bodentyp sowie zum vorherigen Feuchtigkeitsgehalt des Bodens für den gesamten Anwendungsbereich des Modells. Diese Daten werden immer häufiger im Raster-GIS-Format bereitgestellt. Aus diesem Grund wurde LISFLOOD eigens auf die direkte Zusammenarbeit mit diesem Datenformat abgestimmt.

LISFLOOD errechnet die Verteilung der Wasserlaufmengen der Flüsse, woraus wiederum das Hochwasserrisiko an unterschiedlichen flussabwärts gelegenen Orten bestimmt werden kann. Die Wassermengen berechnen sich aus dem Wasservolumen, das den Fluss an einem bestimmten Punkt in einer bestimmten Zeitspanne durchfließt. Diese Informationen können sowohl von öffentlichen Ämtern als auch Wasserwirtschaftsbehörden genutzt werden, um angemessene Maßnahmen zur Einschränkung des Hochwasserrisikos zu ergreifen.

LISFLOOD ist ein allgemeines hydrologisches Modell und eignet sich daher auch für andere Anwendungen, unter anderem die Analyse von Änderungen bei der Landnutzung, von Klimaveränderungen usw. Dabei bietet LISFLOOD einen doppelten Vorteil gegenüber anderen bestehenden Modellen. Ein Vorteil ist die beträchtliche Erhöhung der Reaktionszeiten von 3 auf 7-10 Tage. Dadurch wird eine effektivere Planung ermöglicht, um Sachbeschädigungen und sogar Todesopfer durch Überflutungen zu vermeiden. Der zweite große Vorteil besteht in der Kompatibilität mit dem Raster-GIS-Format, das die Datensammlung stark vereinfacht und die Palette potentieller Anwender stark erweitert. Die Entwickler von LISFLOOD suchen nun nach Möglichkeiten, diese Vorteile am Markt umzusetzen.

Kontakt:

Dr. Ad de Roo
EC JRC
Via E. Fermi, TP 261
21020 Ispra, Italien
Tel: +39-0332-786240
Fax: +39-0332-785500
Email: ad.de-roo@jrc.it

Dr. Ad de Roo | ctm
Weitere Informationen:
http://www.natural-hazards.jrc.it/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Biber verändern das Gesicht der Arktis
16.07.2018 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

nachricht Drohnen zählen Tiere in Afrika
11.07.2018 | Schweizerischer Nationalfonds SNF

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Im Focus: Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

„Wir haben jetzt ein klares Bild davon, wie das heiße Atomgitter und die kalten magnetischen Spins eines ferrimagnetischen Nichtleiters miteinander ins Gleichgewicht gelangen“, sagt Ilie Radu, Wissenschaftler am Max-Born-Institut in Berlin. Das internationale Forscherteam fand heraus, dass eine Energieübertragung sehr schnell stattfindet und zu einem neuartigen Zustand der Materie führt, in dem die Spins zwar heiß sind, aber noch nicht ihr gesamtes magnetisches Moment verringert haben. Dieser „Spinüberdruck“ wird durch wesentlich langsamere Prozesse abgebaut, die eine Abgabe von Drehimpuls an das Gitter ermöglichen. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in "Science Advances" erschienen.

Magnete faszinieren die Menschheit bereits seit mehreren tausend Jahren und sind im Zeitalter der digitalen Datenspeicherung von großer praktischer Bedeutung....

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Im Focus: First evidence on the source of extragalactic particles

For the first time ever, scientists have determined the cosmic origin of highest-energy neutrinos. A research group led by IceCube scientist Elisa Resconi, spokesperson of the Collaborative Research Center SFB1258 at the Technical University of Munich (TUM), provides an important piece of evidence that the particles detected by the IceCube neutrino telescope at the South Pole originate from a galaxy four billion light-years away from Earth.

To rule out other origins with certainty, the team led by neutrino physicist Elisa Resconi from the Technical University of Munich and multi-wavelength...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

Interdisziplinäre Konferenz: Diabetesforscher und Bioingenieure diskutieren Forschungskonzepte

13.07.2018 | Veranstaltungen

Conference on Laser Polishing – LaP: Feintuning für Oberflächen

12.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Optische Kontrolle von Herzfrequenz oder Insulinsekretion durch lichtschaltbaren Wirkstoff

17.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Umweltressourcen nachhaltig nutzen

17.07.2018 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Textilien 4.0: Smarte Kleidung und Wearables als Innovation

17.07.2018 | Innovative Produkte

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics