Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Australisches Wetterphänomen als Forschungsgrundlage zur besseren Vorhersage tropischer Stürme

14.07.2004


Meteorologen der im australischen Melbourne gelegenen Monash University hoffen, mit Hilfe ihrer Untersuchungen einer bestimmten Wolkenformation, die nur in Australien regelmäßig anzutreffen ist, tropische Stürme genauer vorhersagen zu können.


Die Wolkenformation, genannt "Morning Glory", kann jährlich wiederkehrend im Golf von Carpentaria beobachtet werden. Professor Michael Reeder, Meteorologe an der School of Mathematical Sciences der Monash University, untersucht zusammen mit Kollegen der School of Geography and Environmental Science, dem Bureau of Meteorology sowie Wissenschaftlern der Universität München die Entstehung dieser besonderen Wolkenformation.

"Morning Glory-Formationen kommen zwar auch in anderen Teilen der Welt vor, Australien ist aber der einzige Ort, an dem sie regelmäßig auftreten, und somit ideal für wissenschaftliche Beobachtungen", erläutert Professor Reeder. Das spektakuläre Naturschauspiel hat seinen Ursprung in Seewinden, die über der Cape York Halbinsel auftreten. Wenn der Wind den Golf westwärts überquert und sich bis in die Abendstunden hält, lässt der südliche Teil des Windes die Morning Glory-Formation entstehen. "Wenn Seewinde von beiden Seiten der Halbinsel zusammentreffen, prallen diese aufeinander und erzeugen eine atmosphärische Welle. Diese Wellen ähneln ein wenig jenen auf der Meeresoberfläche, wobei die Wolken die Krone der atmosphärischen Wellen bilden."


Während der Trockenzeit entstehen über dem Golf zwei verschiedene Arten von Wolkenlinien - die Morning Glory und die nordaustralische Wolkenlinie, welche aus einer Reihe von Wolken besteht, die sich zum Teil über die gesamte Länge des Golfs von Carpentaria erstrecken. "Die Wolkenlinien, die sich während der Trockenzeit über dem Golf bilden, sind relativ flach und bringen keinen Regen mit sich. Die Wolkenlinien aber, die sich während der Regenzeit bilden, können sich zu Stürmen weiterentwickeln, die mit heftigen Windböen und starken Regenfällen verbunden sind", so Professor Reeder. "Es sind vor allem die letztgenannten Wolkenlinien, die für das Bureau of Meteorology von besonderem Interesse sind, da diese Stürme weite Teile Nordaustraliens betreffen können und Stürme an sich schwer vorhersagbare Wetterphänomene sind."

Professor Reeder und seine Kollegen sind für ihre Untersuchungen durch die Wolkenformationen geflogen, haben Proben genommen und jene Bedingungen näher bestimmt, die den verschiedenen Wolkenarten zu Grunde liegen. Damit können die Arten meteorologischer Beobachtungen bestimmt werden, die sich für einen Einbau in Vorhersagemodelle als nützlich erweisen, um so die Bildung von Sturmwolken, die Ausmaße des Sturms und dessen Zeitpunkt berechnen zu können. "Wenn wir Stürme in der Cape York Region genau vorhersagen können, ist dies der erste Schritt in Richtung einer allgemein besseren Vorhersage für Stürme in den Tropen und in Südaustralien", so Reeder.

Weitere Informationen in englischer Sprache:
Professor Michael Reeder
Email: michael.reeder@sci.monash.edu.au, Tel.: 0061-3-9905 4464

Sabine Ranke-Heinemann | idw
Weitere Informationen:
http://www.ranke-heinemann.de

Weitere Berichte zu: Vorhersage Welle Wetterphänomen Wolkenformation Wolkenlinie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Drohnen zählen Tiere in Afrika
11.07.2018 | Schweizerischer Nationalfonds SNF

nachricht Schwarzer Kohlenstoff altert in Böden und Flüssen vor dem Transport ins Meer
10.07.2018 | Universität Zürich

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Im Focus: First evidence on the source of extragalactic particles

For the first time ever, scientists have determined the cosmic origin of highest-energy neutrinos. A research group led by IceCube scientist Elisa Resconi, spokesperson of the Collaborative Research Center SFB1258 at the Technical University of Munich (TUM), provides an important piece of evidence that the particles detected by the IceCube neutrino telescope at the South Pole originate from a galaxy four billion light-years away from Earth.

To rule out other origins with certainty, the team led by neutrino physicist Elisa Resconi from the Technical University of Munich and multi-wavelength...

Im Focus: Magnetische Wirbel: Erstmals zwei magnetische Skyrmionenphasen in einem Material entdeckt

Erstmals entdeckte ein Forscherteam in einem Material zwei unabhängige Phasen mit magnetischen Wirbeln, sogenannten Skyrmionen. Die Physiker der Technischen Universitäten München und Dresden sowie von der Universität zu Köln können damit die Eigenschaften dieser für Grundlagenforschung und Anwendungen gleichermaßen interessanten Magnetstrukturen noch eingehender erforschen.

Strudel kennt jeder aus der Badewanne: Wenn das Wasser abgelassen wird, bilden sie sich kreisförmig um den Abfluss. Solche Wirbel sind im Allgemeinen sehr...

Im Focus: Neue Steuerung der Zellteilung entdeckt

Wenn eine Zelle sich teilt, werden sämtliche ihrer Bestandteile gleichmässig auf die Tochterzellen verteilt. UZH-Forschende haben nun ein Enzym identifiziert, das sicherstellt, dass auch Zellbestandteile ohne Membran korrekt aufgeteilt werden. Ihre Entdeckung eröffnet neue Möglichkeiten für die Behandlung von Krebs, neurodegenerative Krankheiten, Alterungsprozessen und Virusinfektionen.

Man kennt es aus der Küche: Werden Aceto balsamico und Olivenöl miteinander vermischt, trennen sich die beiden Flüssigkeiten. Runde Essigtropfen formen sich,...

Im Focus: Magnetic vortices: Two independent magnetic skyrmion phases discovered in a single material

For the first time a team of researchers have discovered two different phases of magnetic skyrmions in a single material. Physicists of the Technical Universities of Munich and Dresden and the University of Cologne can now better study and understand the properties of these magnetic structures, which are important for both basic research and applications.

Whirlpools are an everyday experience in a bath tub: When the water is drained a circular vortex is formed. Typically, such whirls are rather stable. Similar...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Interdisziplinäre Konferenz: Diabetesforscher und Bioingenieure diskutieren Forschungskonzepte

13.07.2018 | Veranstaltungen

Conference on Laser Polishing – LaP: Feintuning für Oberflächen

12.07.2018 | Veranstaltungen

Materialien für eine Nachhaltige Wasserwirtschaft – MachWas-Konferenz in Frankfurt am Main

11.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Interdisziplinäre Konferenz: Diabetesforscher und Bioingenieure diskutieren Forschungskonzepte

13.07.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Maschinelles Lernen: Neue Methode ermöglicht genaue Extrapolation

13.07.2018 | Informationstechnologie

Fachhochschule Südwestfalen entwickelt innovative Zinklamellenbeschichtung

13.07.2018 | Materialwissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics