Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Klimaänderung übermorgen

07.06.2004


Der Film "The Day after Tomorrow" beleuchtet im Hollywoodstil die Verwundbarkeit der Gesellschaft durch einen möglichen Klimawandel. Das Klimasystem ist komplex, und seine Reaktion auf menschliche Aktivitäten könnte zu Überraschungen führen und eine große Anzahl von Extremereignissen erzeugen.



Die Ozeanzirkulation war in der geologischen Vergangenheit abrupten Änderungen ausgesetzt, mit dramatischen Konsequenzen für das Klima der Erde. Dennoch können wir sicher ausschließen, dass menschliche Einflüsse einen solch verhängnisvollen Übergang in eine Eiszeit hervorrufen wie im Film gezeigt. Zukünftige abrupte Änderungen der atlantischen Ozeanzirkulation sind möglich, aber sehr unwahrscheinlich. Sollte dies trotzdem eintreten, könnte es eine Abkühlung von ca. 3-5 °C über Europa geben, während sich der Rest der Erde weiter erwärmen würde. Die Konsequenzen wären schwerwiegend, aber weit entfernt von dem Versinken eines Großteils der Erde im Eis wie im Film.



Das Hauptthema für das kommende Jahrhundert bleiben die Konsequenzen zunehmender Emissionen von Treibhausgasen und Aerosolpartikeln. Diese sind Folgen der Industrialisierung, der Verstädterung, der Landnutzungsänderung und der Intensivierung landwirtschaftlicher Anwendungen. Solche menschengemachten Störungen werden voraussichtlich zu einer Erwärmung der meisten Gebiete auf der Erde führen, insbesondere der Polarregionen, mit Konsequenzen für den Meeresspiegel und die Wetterbedingungen. Insbesondere erwarten wir Änderungen im Wasserkreislauf, zum Beispiel häufigere und stärkere Extremereignisse in Niederschlag, Überschwemmungen, Dürren und Versteppung. Eine Erde mit mehrfach höherem CO2-Gehalt in der Atmosphäre als heute könnte die Gesellschaft zur Entwicklung von Überlebensstrategien zwingen. Den heutigen Trend in den CO2-Emissionen einzudämmen und sogar umzukehren, bleibt eine komplizierte, aber wichtige Herausforderung für die Gesellschaft.

In den letzten drei Jahrzehnten wurden riesige Fortschritte darin erzielt, das Klima der Erde, seine Variabilität und seine langzeitigen Änderungen besser zu verstehen. Dennoch sind kritische Aspekte wie die Häufigkeit und Stärke von extremen Wetterbedingungen, die Wahrscheinlichkeit von irreversiblen "Schwellenwertüberschreitungen" und die gesellschaftlichen Konsequenzen solcher Ereignisse noch zu wenig verstanden. Eine intelligente Strategie zur Minderung der Treibhausgasemissionen oder zur Anpassung an den erwarteten Klimawandel kann nur dann erfolgreich sein, wenn sie begleitet wird von starken nationalen und internationalen Anstrengungen, die Komplexität unseres Erdsystems zu verstehen.

Kontakt:

Max-Planck-Institut für Meteorologie, Bundesstr. 53, D-20146 Hamburg
Prof. Dr. Jochem Marotzke, Tel: 040-41173-311, e-mail: marotzke@dkrz.de
Dr. Daniela Jacob, Tel: 040 - 41173 - 313, e-mail: jacob@dkrz.de
Dr. Annette Kirk, Tel: 040 - 41173 - 374, e-mail: annette.kirk@dkrz.de

Dr. Annette Kirk | idw
Weitere Informationen:
http://www.mpimet.mpg.de

Weitere Berichte zu: Klimawandel Klimaänderung Ozeanzirkulation

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Biber verändern das Gesicht der Arktis
16.07.2018 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

nachricht Drohnen zählen Tiere in Afrika
11.07.2018 | Schweizerischer Nationalfonds SNF

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Im Focus: Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

„Wir haben jetzt ein klares Bild davon, wie das heiße Atomgitter und die kalten magnetischen Spins eines ferrimagnetischen Nichtleiters miteinander ins Gleichgewicht gelangen“, sagt Ilie Radu, Wissenschaftler am Max-Born-Institut in Berlin. Das internationale Forscherteam fand heraus, dass eine Energieübertragung sehr schnell stattfindet und zu einem neuartigen Zustand der Materie führt, in dem die Spins zwar heiß sind, aber noch nicht ihr gesamtes magnetisches Moment verringert haben. Dieser „Spinüberdruck“ wird durch wesentlich langsamere Prozesse abgebaut, die eine Abgabe von Drehimpuls an das Gitter ermöglichen. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in "Science Advances" erschienen.

Magnete faszinieren die Menschheit bereits seit mehreren tausend Jahren und sind im Zeitalter der digitalen Datenspeicherung von großer praktischer Bedeutung....

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Im Focus: First evidence on the source of extragalactic particles

For the first time ever, scientists have determined the cosmic origin of highest-energy neutrinos. A research group led by IceCube scientist Elisa Resconi, spokesperson of the Collaborative Research Center SFB1258 at the Technical University of Munich (TUM), provides an important piece of evidence that the particles detected by the IceCube neutrino telescope at the South Pole originate from a galaxy four billion light-years away from Earth.

To rule out other origins with certainty, the team led by neutrino physicist Elisa Resconi from the Technical University of Munich and multi-wavelength...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

Interdisziplinäre Konferenz: Diabetesforscher und Bioingenieure diskutieren Forschungskonzepte

13.07.2018 | Veranstaltungen

Conference on Laser Polishing – LaP: Feintuning für Oberflächen

12.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Optische Kontrolle von Herzfrequenz oder Insulinsekretion durch lichtschaltbaren Wirkstoff

17.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Umweltressourcen nachhaltig nutzen

17.07.2018 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Textilien 4.0: Smarte Kleidung und Wearables als Innovation

17.07.2018 | Innovative Produkte

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics