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Forschung für Trinkwassergewinnung in der 3. Welt

23.04.2004


Das Problem ist nicht neu und Lösungsversuche gibt es genug. Es geht um die Trinkwassergewinnung in den großen Trockengebieten dieser Erde. Viele dieser Projekte sind bislang an den finanziellen und personellen Möglichkeiten der betroffenen Länder gescheitert, ein flächendeckender Erfolg bei der Trinkwassergewinnung steht noch aus.



Das könnte sich demnächst ändern. Denn unter der Leitung von Prof. Dr. Dieter Ihrig vom Fachbereich Informatik und Naturwissenschaften der Fachhochschule Südwestfalen in Iserlohn arbeitet zurzeit ein internationales und interdisziplinäres Team an einer anwendungsbezogenen und praktikablen Möglichkeit der Trinkwassergewinnung. Finanziell unterstützt wird das Projekt vom Bundesforschungsministerium in Berlin.

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Zum Hintergrund: Wasser ist das wichtigste Lebensmittel des Menschen, ohne das er nicht überleben kann. Mindestens ein halber Liter wird täglich benötigt, mit 2 Litern pro Tag erleidet man keinen Durst. Diese Wassermenge kann auch in sehr trockenen Gebieten noch der Luft entzogen werden, vorausgesetzt es stehen ausreichend Kühlmöglichkeiten und Energie zur Verfügung. Genau hier setzt das Forschungsprojekt an: Die notwendige Kälte soll nachts durch Strahlungsaustausch mit der oberen Atmosphäre gewonnen, zwischengespeichert und dann morgens mit Sonnenaufgang für die Wassergewinnung genutzt werden. Auch diese Idee ist nicht neu und bereits patentiert. Was fehlt, sind jedoch geeignete Realisierungsmöglichkeiten. An der FH werden daher Geräte entwickelt, die ohne elektronische Regelung auskommen und ohne Fachpersonal betrieben werden können und damit auf die Bedürfnisse der 3. Welt zugeschnitten sind. Dadurch werden den dort lebenden Menschen neue Chancen eröffnet. Diese haben derzeit nur die Möglichkeit, ihre angestammten Siedlungsgebieten zu verlassen und sich in wasserreicheren Gegenden, zumeist die Metropolen, anzusiedeln mit den bekannten Folgen der Überpopulation und Verelendung.

Das Forschungsprojekt hat eine Laufzeit von drei Jahren und wird vom Interdisziplinären Zentrum für Lebenswissenschaften an der FH in Kooperation mit den Firmen Koch Anhängerwerke, Winsen bei Hamburg und Seybold, Düren durchgeführt. Ihre Mitarbeit zugesagt haben darüber hinaus das Dar-es-Salaam Institute of Technologies aus Tanzania sowie die Northwest University in Xi’an, China. Weitere Institute aus Indien, Saudiarabien, Ägypten und Spanien haben mittlerweile Interesse an einer Zusammenarbeit bekundet.

Weitere Information: Prof. Dr. Dieter Ihrig, Tel.: 02371/566-272, E-Mail: ihrig@fh-swf.de

Dipl.-Soz.Wiss. Birgit Geile-Hän | idw
Weitere Informationen:
http://www.fh-swf.de

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