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Doch nicht so unvergänglich? Greifswalder Mineralogin beweist in »Science« Umlagerung von Diamanten

19.09.2000


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Diamanten kommen als sehr seltene Bestandteile von Gesteinen vor, die ursprünglich zum Erdmantel gehörten und die in sogenannten Kimberlitschloten vulkanisch an die Erdoberfläche befördert werden.
Gebildet werden die Diamanten unterhalb der Kontinentkerne in sehr alten, »kalten« Kontinentkielen, die bis etwa 400 km tief in den Erdmantel reichen. Diese Kiele stabilisieren die Kontinente und galten bisher als Bereiche, in denen es seit ihrer Bildung vor drei bis vier Milliarden Jahren keine Umbildungen mehr gegeben haben soll. Bisher zeigten Untersuchungen an Diamanten stets, daß auch sie vor diesen drei bis vier Milliarden Jahren gebildet wurden, weshalb sie als »unvergänglich« galten.

Vor kurzem hat Dr. Dorrit Jacob, Wissenschaftlerin am Institut für Geologische Wissenschaften in Greifswald, mit drei Mitautoren neue Erkenntnisse über die Bildungsbedingungen von Diamanten gewonnen und in der renommierten Wissenschaftszeitschrift »Science« (Band 289, Ausgabe 5482, Seiten 1182-1185) veröffentlicht.

Dorrit Jacob untersuchte in einer neuen DeBeers-Mine in Südafrika, dem Venetia-Kimberlit, sehr seltene, Framesit genannte Gesteine, die hauptsächlich aus Diamant bestehen. Sie konnte zeigen, dass diese Gesteine eindeutig in deutlich jüngerer Zeit aus remobilisiertem, also wiederaufgearbeitetem älterem Material der genannten Kontinentkiele entstanden. Die Diamanten seien, schreibt sie, kurz vor dem Ausbruch der Kimberlite entstanden. Damit sei das Bild, das man sich von den Kielen gemacht hatte, viel zu starr. Diamanten seien also nicht nur im Erdaltertum (Archaikum) entstanden, sondern auch in jüngster Zeit, nämlich unmittelbar vor dem Ausbruch des Kimberlits, der diese Gesteine an die Erdoberfläche beförderte.

Weitere Informationen zu diesem Thema gibt:
Dr. Dorrit Jacob, Institut für Geologische Wissenschaften, Jahnstr. 17a, 17487 Greifswald, Tel. 03834-86-4595, Fax 03834-86-4572, E-Mail: djacob@uni-greifswald.de

 

Dr. Edmund von Pechmann | idw

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