Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Weitere Knochen des Aramberri-Monsters geborgen

11.11.2003


Neue Teile des riesigen Meeresreptils kommen nach Karlsruhe



Das Monster von Aramberri ist wieder ein Stück bekannter geworden: Das Forscherteam um Privatdozent Dr. Eberhard Frey vom Staatlichen Museum für Naturkunde Karlsruhe und Professor Dr. Wolfgang Stinnesbeck vom Institut für Geologie der Universität Karlsruhe hat zusammen mit dem mexikanischen Kollegen Dr. José Guadelupe López-Oliva der Universidad Autonoma de Nuevo Leon weiter an der Fundstelle im mexikanischen Städtchen Aramberri gegraben. Die letzte Exkursion, die kürzlich beendet wurde, hat weitere Details über die Riesenechse zu Tage gefördert: "Neben einer Reihe von Beckenknochen haben wir vermutlich weitere Knochen des Schädels geborgen", erklärt Frey.

... mehr zu:
»Aramberri »Knochen »Pliosaurier


Die Forscher hoffen, mit Hilfe dieser Knochen Näheres über die Lebensweise und Artzugehörigkeit des riesigen Meeressauriers herauszufinden. Bis jetzt ist nur klar, dass es sich um einen Pliosaurier handelt. Stinnesbeck: "Allein aufgrund des Vorkommens ist es denkbar, dass es sich um eine bisher nicht bekannte Form handeln könnte." Der Saurier war mit einer Länge von 15 bis 18 Metern wahrlich ein Gigant - und dabei noch nicht einmal ausgewachsen, wie die offenen Knochennähte beweisen. Beißmarken, die als tiefe Löcher in einigen Schädelknochen erkennbar sind, zeigen, dass der Pliosaurier von einem noch größeren Artgenossen angegriffen wurde.

Mehr als 50 Knochenfragmente wurden mit der Hilfe von drei deutschen und einem französischen Freiwilligen sowie der Unterstützung durch die Bevölkerung von Aramberri bei der letzten Expedition geborgen - eine wahre Knochenarbeit unter der mexikanischen Sonne. Um einen 320 Kilo schweren Brocken ins Tal zu transportieren, stellte der Gouverneur von Nuevo Leon, Natividad Gonzaléz Parás, einen Hubschrauber zur Verfügung. Um solche Schwierigkeiten in Zukunft zu vermeiden, erwägt die Stadtverwaltung von Aramberri, bis zur nächsten Grabungskampagne eine Piste zu der bisher nur zu Fuß oder per Lasttier erreichbaren Grabungsstelle zu planieren.

Die ersten Überreste des Riesen-Pliosauriers wurden 1986 von deutschen und mexikanischen Paläontologen ausgegraben und irrtümlicherweise für die Knochen eines Dinosauriers gehalten. Erst im Jahre 2000 erkannte Marie-Céline Buchy, Doktorandin am Geologischen Institut der Universität Karlsruhe und Projektmitarbeiterin, dass die Knochen von einem gigantischen Pliosaurier, einem Meeresreptil aus der Jurazeit stammten, das nun als "Das Monster von Aramberri" Weltruhm erlangt hat. Seitdem wurden mit der finanziellen Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft regelmäßige Grabungen durchgeführt, um den Rest des Skelettes zu bergen.

Die neuen Funde werden im Januar im Naturkundemuseum erwartet, wo sie untersucht und präpariert werden. Präparate früherer Grabungen sind dort bereits zu sehen.

Nähere Informationen:

Professor Dr. Wolfgang Stinnesbeck, Universität Karlsruhe, Telefon: 0721/608-2137
Dr. Eberhard "Dino" Frey, Naturkundemuseum, Telefon: 0721/175-2117

Dr. Elisabeth Zuber-Knost | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-karlsruhe.de/~presse/pm_1040.html

Weitere Berichte zu: Aramberri Knochen Pliosaurier

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Biber verändern das Gesicht der Arktis
16.07.2018 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

nachricht Drohnen zählen Tiere in Afrika
11.07.2018 | Schweizerischer Nationalfonds SNF

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Im Focus: Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

„Wir haben jetzt ein klares Bild davon, wie das heiße Atomgitter und die kalten magnetischen Spins eines ferrimagnetischen Nichtleiters miteinander ins Gleichgewicht gelangen“, sagt Ilie Radu, Wissenschaftler am Max-Born-Institut in Berlin. Das internationale Forscherteam fand heraus, dass eine Energieübertragung sehr schnell stattfindet und zu einem neuartigen Zustand der Materie führt, in dem die Spins zwar heiß sind, aber noch nicht ihr gesamtes magnetisches Moment verringert haben. Dieser „Spinüberdruck“ wird durch wesentlich langsamere Prozesse abgebaut, die eine Abgabe von Drehimpuls an das Gitter ermöglichen. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in "Science Advances" erschienen.

Magnete faszinieren die Menschheit bereits seit mehreren tausend Jahren und sind im Zeitalter der digitalen Datenspeicherung von großer praktischer Bedeutung....

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Im Focus: First evidence on the source of extragalactic particles

For the first time ever, scientists have determined the cosmic origin of highest-energy neutrinos. A research group led by IceCube scientist Elisa Resconi, spokesperson of the Collaborative Research Center SFB1258 at the Technical University of Munich (TUM), provides an important piece of evidence that the particles detected by the IceCube neutrino telescope at the South Pole originate from a galaxy four billion light-years away from Earth.

To rule out other origins with certainty, the team led by neutrino physicist Elisa Resconi from the Technical University of Munich and multi-wavelength...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

Interdisziplinäre Konferenz: Diabetesforscher und Bioingenieure diskutieren Forschungskonzepte

13.07.2018 | Veranstaltungen

Conference on Laser Polishing – LaP: Feintuning für Oberflächen

12.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Optische Kontrolle von Herzfrequenz oder Insulinsekretion durch lichtschaltbaren Wirkstoff

17.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Umweltressourcen nachhaltig nutzen

17.07.2018 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Textilien 4.0: Smarte Kleidung und Wearables als Innovation

17.07.2018 | Innovative Produkte

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics