Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Arktisexpedition untersucht Klimafolgen für Landeismassen

06.05.2008
Aachener Wissenschaftler unternehmen Forschungsreise nach Spitzbergen

Wissenschaftler der RWTH Aachen werden am 9. Mai zu einer Expedition auf die Eiskappe Vestfonna in Nordspitzbergen aufbrechen.

Das Team um Universitätsprofessor Christoph Schneider vom Institut für Geographie an der RWTH will dort im Rahmen des Internationalen Polarjahres beispielhaft die Auswirkungen des Klimawandels auf die Landeismassen der Arktis erforschen "Wir werden die Energie- und Massebilanz an der Oberfläche der Eiskappe untersuchen, um so auch den potenziellen Beitrag der arktischen Eismassen zum globalen Meeresspiegelanstieg abzuschätzen", erklärt Schneider im Gespräch mit pressetext.

Knapp drei Wochen lang werden die Forscher aus Aachen zusammen mit Kollegen des Instituts für Ökologie der Technischen Universität Berlin und des Bonner Zentrums für Fernerkundung der Landesoberfläche mit Zelten und Motorschlitten unterwegs sein. In dieser Zeit werden sie auf der 2.5000 Quadratkilometer großen Eiskappe Vestfonna Messstationen installieren, die die klimatischen Bedingungen und den Energieaustausch zwischen dem Gletscher und der Umwelt erfassen. Zusammen mit Profilen der letzten Winterschneedecke und Messungen zur Gletscherbewegung sollen die Daten, die bis zum Sommer des nächsten Jahren aufgenommen werden, in einem Modell zur Energie- und Massenbilanz der Eiskappe münden. Damit lasse sich dann die Reaktion der arktischen Eismassen auf den Klimawandel im Verlauf der nächsten Jahrzehnte modellieren.

... mehr zu:
»Eiskappe »Eismasse »Gletscher

"Wir wollen uns auf dieser Expedition ein Systemverständnis darüber erarbeiten, wie so eine Eiskappe funktioniert", sagt Schneider. So soll untersucht werden, wie Schmelzenergie in die Tiefen des Gletschers transferiert wird und welche Auswirkungen die Erwärmung auf das Eis hat. Gelangt stetig mehr Energie in den Gletscher, werden immer größere Teile temperiert, sodass sich nach gewisser Zeit das Fließverhalten im Gletscher verändern kann. "Die Massenbilanz könnte sich dann dramatischer verändern, als bisher angenommen", erläutert Schneider. Deshalb müsse man sich ein besseres Verständnis über die Prozesse verschaffen, die im Inneren der Eiskappe ablaufen. "Wenn wir etwas darüber lernen können, dann lassen sich die Folgen der Erwärmung auch auf größere Eismassen wie Grönland übertragen und besser kalkulieren." Das sei vor allem deshalb von großer Wichtigkeit, weil der Meeresspiegel derzeit schneller ansteige, als von den Modellrechnungen vorhergesagt.

Ganz ungefährlich ist das Vorhaben für die Forschergruppe aber nicht, denn die Arbeit in Spitzbergen hält durchaus besondere Herausforderungen bereit: Im Untersuchungsgebiet der Aachener Wissenschaftler leben Eisbären. So mussten Schneider und seine Kollegen zur Vorbereitung auf unverhoffte Begegnungen mit den Arktisbewohnern ein spezielles Verhaltenstraining am Alfred Wegener Institut für Polar- und Meeresforschung absolvieren. Für den August dieses Jahres und den Frühsommer 2009 sind bereits zwei weitere Expeditionen in Richtung Spitzbergen geplant.

Claudia Misch | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.klimageo.rwth-aachen.de
http://www2.tu-berlin.de/fb7/ioeb
http://www.zfl.uni-bonn.de

Weitere Berichte zu: Eiskappe Eismasse Gletscher

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Geowissenschaften: Was unter dem Wald schläft
15.10.2018 | Ruhr-Universität Bochum

nachricht Für Saturnmond-Mission: Einschmelzsonde getestet
12.10.2018 | Technische Universität Braunschweig

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Auf Wiedersehen, Silizium? Auf dem Weg zu neuen Materalien für die Elektronik

Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Polymerforschung (MPI-P) in Mainz haben zusammen mit Wissenschaftlern aus Dresden, Leipzig, Sofia (Bulgarien) und Madrid (Spanien) ein neues, metall-organisches Material entwickelt, welches ähnliche Eigenschaften wie kristallines Silizium aufweist. Das mit einfachen Mitteln bei Raumtemperatur herstellbare Material könnte in Zukunft als Ersatz für konventionelle nicht-organische Materialien dienen, die in der Optoelektronik genutzt werden.

Bei der Herstellung von elektronischen Komponenten wie Solarzellen, LEDs oder Computerchips wird heutzutage vorrangig Silizium eingesetzt. Für diese...

Im Focus: Goodbye, silicon? On the way to new electronic materials with metal-organic networks

Scientists at the Max Planck Institute for Polymer Research (MPI-P) in Mainz (Germany) together with scientists from Dresden, Leipzig, Sofia (Bulgaria) and Madrid (Spain) have now developed and characterized a novel, metal-organic material which displays electrical properties mimicking those of highly crystalline silicon. The material which can easily be fabricated at room temperature could serve as a replacement for expensive conventional inorganic materials used in optoelectronics.

Silicon, a so called semiconductor, is currently widely employed for the development of components such as solar cells, LEDs or computer chips. High purity...

Im Focus: Blauer Phosphor – jetzt erstmals vermessen und kartiert

Die Existenz von „Blauem“ Phosphor war bis vor kurzem reine Theorie: Nun konnte ein HZB-Team erstmals Proben aus blauem Phosphor an BESSY II untersuchen und über ihre elektronische Bandstruktur bestätigen, dass es sich dabei tatsächlich um diese exotische Phosphor-Modifikation handelt. Blauer Phosphor ist ein interessanter Kandidat für neue optoelektronische Bauelemente.

Das Element Phosphor tritt in vielerlei Gestalt auf und wechselt mit jeder neuen Modifikation auch den Katalog seiner Eigenschaften. Bisher bekannt waren...

Im Focus: Chemiker der Universitäten Rostock und Yale zeigen erstmals Dreierkette aus gleichgeladenen Ionen

Die Forschungskooperation zwischen der Universität Yale und der Universität Rostock hat neue wissenschaftliche Ergebnisse hervorgebracht. In der renommierten Zeitschrift „Angewandte Chemie“ berichten die Wissenschaftler über eine Dreierkette aus Ionen gleicher Ladung, die durch sogenannte Wasserstoffbrücken zusammengehalten werden. Damit zeigen die Forscher zum ersten Mal eine Dreierkette aus gleichgeladenen Ionen, die sich im Grunde abstoßen.

Die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen den Professoren Mark Johnson, einem weltbekannten Cluster-Forscher, und Ralf Ludwig aus der Physikalischen Chemie der...

Im Focus: Storage & Transport of highly volatile Gases made safer & cheaper by the use of “Kinetic Trapping"

Augsburg chemists present a new technology for compressing, storing and transporting highly volatile gases in porous frameworks/New prospects for gas-powered vehicles

Storage of highly volatile gases has always been a major technological challenge, not least for use in the automotive sector, for, for example, methane or...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

11. Jenaer Lasertagung

16.10.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2018

16.10.2018 | Veranstaltungen

Künstliche Intelligenz in der Medizin

16.10.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Sinneswahrnehmung ist keine Einbahnstraße

17.10.2018 | Biowissenschaften Chemie

Space Farming dank Pflanzenhormon Strigolacton

17.10.2018 | Agrar- Forstwissenschaften

Oberflächen mit flexiblen und handlichen Plasmaquellen aktivieren

17.10.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics