Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Polynesier kommen aus Ostasien

22.01.2008
Forscher klären Herkunft ozeanischer Völker

Die Vorfahren der Polynesier und Mikronesier waren aller Wahrscheinlichkeit nach Ostasiaten, die aus der Region um das heutige Taiwan auf die Inseln im Pazifik wanderten. Ein Forscherteam um Jonathan Friedlaender von der Temple University in Philadelphia hat außerdem festgestellt, dass diese Völker nur sehr weit entfernt verwandt mit den Melanesiern sind, die heute Neuguinea, Fidschi, die Salomonen und Vanuatu besiedeln. Über die neuesten Erkenntnisse berichten die Wissenschaftler im Fachmagazin PLoS Genetics.

"Zuerst siedelten die Ostasiaten auf den nahen Inseln wie Australien, Neuguinea und den Salomonen. Dort blieben sie drei bis vierhundert Jahre lang, zogen dann jedoch nach Osten in Richtung Zentralpazifik. Aus ihnen entwickelten sich schließlich Polynesier und Mikronesier", so Friedlaender, dessen Arbeit vom Committee for Research and Exploration der National Geographic Society unterstützt wurde. Die Studie bringt auch hervor, dass die Melanesier - sie erhielten diesen Namen aufgrund ihrer dunkleren Hautfarbe - nicht eng mit den Polynesiern verwandt sind. Die Melanesier, die dann die Inselwelt um Neuguinea und die Salomonen bevölkerten, weisen untereinander eine "unglaublich große genetische Diversität auf", wie der Ethnologe berichtet. "Die Divergenz in der Population dieser Inseln ist größer als jene in ganz Europa." Man könne, wenn man die Menschen sieht, nicht genau sagen, woher sie eigentlich kommen. "Das kann man übrigens auch an der Komplexität der Sprachen feststellen", meint der Archäologe Patrick Kirch von der University of California in Berkeley. Allein auf der Insel Neuguinea gibt es 900 verschiedene Sprachen. "Das ist wahrscheinlich die dichteste Zahl an Sprachen pro Fläche weltweit."

Mehr als zehn Jahre lang hat das Forscherteam aus Archäologen, Linguisten und Genetikern damit zugebracht, Daten über die Besiedelung der pazifischen Inseln zusammenzutragen. Wahrscheinlich wurden die nahen Inseln vor 30.000 bis 50.000 Jahren bevölkert. Nach diesen Theorien kamen Menschen nach Australien, Neuguinea und auf die Salomonen, als in Europa noch die Neandertaler lebten. Dort blieben sie auch für eine Weile und entwickelten sich in völliger Isolation. Vor 3.000 bis 3.500 Jahren folgte eine neue Migrationswelle aus Asien. Diese nannte man Lapita und sie waren die Vorfahren derer, die dann die entlegenen Eilande in Polynesien und Mikronesien besiedelten.

... mehr zu:
»Polynesier

Frühere Studien, die Genetik, aber auch Töpfereistile miteinander verglichen, kamen zum Schluss, dass die Herkunft der Lapita wahrscheinlich Taiwan und Ostasien war. Friedlaender geht nun davon aus, dass die Menschen mit ihren Auslegerkanus zunächst an den Küstenabschnitten der Inseln siedelten, die nicht sonderlich dicht von den Melanesiern bevölkert waren. Sie zogen jedoch nicht weiter ins Landesinnere. "Möglicherweise hatten sie davor Angst, denn es gab immer wieder Fehden zwischen den verschiedenen Siedlern", so Friedlaender. Andere Forscher hingegen nehmen an, dass die Neuankömmlinge länger blieben. Dass es einen kulturellen Austausch zwischen den Lapita und den Melanesiern gab, steht außer Zweifel.

Am ehesten wahrscheinlich ist eine relativ schnelle Völkerwanderung der Lapita. "Das bedeutet, dass die Polynesier und Mikronesier ein Mix aus taiwanesischen Aborigines, Ostasiaten und Melanesiern sind", meint der Genetiker Spencer Wells. Die Untersuchung der mitochondrialen DNA, die nur von den Müttern weitergegeben wird, unterstreicht diese Express-Wanderungstheorie. Die Y-Chromosomen-Untersuchung hingegen geben Hinweise auf eine langsamere Wanderung", so Wells. "Das ist eine sehr interessante Sache." Das deute daraufhin, dass möglicherweise Männer und Frauen andere Migrationsmuster aufweisen. "Auch von anderen Regionen der Erde ist das bekannt geworden", erklärt der Forscher.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.plosgenetics.org
http://www.nationalgeographic.com

Weitere Berichte zu: Polynesier

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Tiefseebergbau: Forschung zu Risiken und ökologischen Folgen geht weiter
21.09.2018 | GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

nachricht Warnung vor Hybris bei CO2-Entzug
20.09.2018 | Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC) gGmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie Magnetismus entsteht: Elektronen stärker verbunden als gedacht

Wieso sind manche Metalle magnetisch? Diese einfache Frage ist wissenschaftlich gar nicht so leicht fundiert zu beantworten. Das zeigt eine aktuelle Arbeit von Wissenschaftlern des Forschungszentrums Jülich und der Universität Halle. Den Forschern ist es zum ersten Mal gelungen, in einem magnetischen Material, in diesem Fall Kobalt, die Wechselwirkung zwischen einzelnen Elektronen sichtbar zu machen, die letztlich zur Ausbildung der magnetischen Eigenschaften führt. Damit sind erstmals genaue Einblicke in den elektronischen Ursprung des Magnetismus möglich, die vorher nur auf theoretischem Weg zugänglich waren.

Für ihre Untersuchung nutzten die Forscher ein spezielles Elektronenmikroskop, das das Forschungszentrum Jülich am Elettra-Speicherring im italienischen Triest...

Im Focus: Erstmals gemessen: Wie lange dauert ein Quantensprung?

Mit Hilfe ausgeklügelter Experimente und Berechnungen der TU Wien ist es erstmals gelungen, die Dauer des berühmten photoelektrischen Effekts zu messen.

Es war eines der entscheidenden Experimente für die Quantenphysik: Wenn Licht auf bestimmte Materialien fällt, werden Elektronen aus der Oberfläche...

Im Focus: Scientists present new observations to understand the phase transition in quantum chromodynamics

The building blocks of matter in our universe were formed in the first 10 microseconds of its existence, according to the currently accepted scientific picture. After the Big Bang about 13.7 billion years ago, matter consisted mainly of quarks and gluons, two types of elementary particles whose interactions are governed by quantum chromodynamics (QCD), the theory of strong interaction. In the early universe, these particles moved (nearly) freely in a quark-gluon plasma.

This is a joint press release of University Muenster and Heidelberg as well as the GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt.

Then, in a phase transition, they combined and formed hadrons, among them the building blocks of atomic nuclei, protons and neutrons. In the current issue of...

Im Focus: Der Truck der Zukunft

Lastkraftwagen (Lkw) sind für den Gütertransport auch in den kommenden Jahrzehnten unverzichtbar. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen der Technischen Universität München (TUM) und ihre Partner haben ein Konzept für den Truck der Zukunft erarbeitet. Dazu zählen die europaweite Zulassung für Lang-Lkw, der Diesel-Hybrid-Antrieb und eine multifunktionale Fahrerkabine.

Laut der Prognose des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur wird der Lkw-Güterverkehr bis 2030 im Vergleich zu 2010 um 39 Prozent steigen....

Im Focus: Extrem klein und schnell: Laser zündet heißes Plasma

Feuert man Lichtpulse aus einer extrem starken Laseranlage auf Materialproben, reißt das elektrische Feld des Lichts die Elektronen von den Atomkernen ab. Für Sekundenbruchteile entsteht ein Plasma. Dabei koppeln die Elektronen mit dem Laserlicht und erreichen beinahe Lichtgeschwindigkeit. Beim Herausfliegen aus der Materialprobe ziehen sie die Atomrümpfe (Ionen) hinter sich her. Um diesen komplexen Beschleunigungsprozess experimentell untersuchen zu können, haben Forscher aus dem Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) eine neuartige Diagnostik für innovative laserbasierte Teilchenbeschleuniger entwickelt. Ihre Ergebnisse erscheinen jetzt in der Fachzeitschrift „Physical Review X“.

„Unser Ziel ist ein ultrakompakter Beschleuniger für die Ionentherapie, also die Krebsbestrahlung mit geladenen Teilchen“, so der Physiker Dr. Thomas Kluge vom...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

4. BF21-Jahrestagung „Car Data – Telematik – Mobilität – Fahrerassistenzsysteme – Autonomes Fahren – eCall – Connected Car“

21.09.2018 | Veranstaltungen

Forum Additive Fertigung: So gelingt der Einstieg in den 3D-Druck

21.09.2018 | Veranstaltungen

12. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

20.09.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Tiefseebergbau: Forschung zu Risiken und ökologischen Folgen geht weiter

21.09.2018 | Geowissenschaften

4. BF21-Jahrestagung „Car Data – Telematik – Mobilität – Fahrerassistenzsysteme – Autonomes Fahren – eCall – Connected Car“

21.09.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Optimierungspotenziale bei Kaminöfen

21.09.2018 | Energie und Elektrotechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics