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Zündende Ideen aus Wissenschaft und Handwerk

29.09.2014

Zwei von drei Seifriz-Preisen des bundesweiten Wettbewerbs Handwerk + Wissenschaft haben in diesem Jahr die Stuttgarter Fraunhofer-Institute für Bauphysik IBP und für Produktionstechnik und Automatisierung IPA für Kooperationsprojekte mit Handwerksunternehmen gewonnen.

Das Fraunhofer IBP konnte gemeinsam mit dem Handwerksbetrieb Öfen Stefan Dehn GmbH mit der Entwicklung einer zertifizierten Universalbrennkammer für historische Öfen punkten. Der Seifriz-Preis ist mit insgesamt 25.000 Euro dotiert. Einmal mehr verdeutlichen diese Beispiele, wie eine Symbiose zwischen angewandter Forschung und Handwerk in innovative Technologien, Produkte und Verfahren münden, die sich erfolgreich auf dem Markt behaupten.


Ein erfolgreiches Gespann! Geschäftsführer Stefan Dehn (li) und Dr.-Ing. Mohammad Aleysa vom Fraunhofer IBP holen mit einer innovativer Brennkammer den Seifriz-Preis 2014 © Fraunhofer IBP

In Deutschland sind derzeit mehr als 14 Millionen Einzelraumfeuerstätten und 700.000 Heizkessel für Wohnanlagen im Einsatz. Aktuelle Untersuchungen belegen, dass private Holzöfen und -kamine die Feinstaubbelastung in Deutschland erheblich erhöhen und für rund 50 Prozent der Staubemissionen in Deutschland verantwortlich sind. Nach Angaben des Umweltbundesamtes liegen die Emissionen aller Kleinfeuerungsanlagen teilweise höher als die Feinstaubbelastung durch Autos, LKW und Motorräder zusammengenommen.

Die Novellierung des ersten Bundes-Immissionsschutzgesetzes (BImSchV) im Jahr 2010 gab den Anstoß für die Zusammenarbeit des Fraunhofer IBP mit dem Handwerksbetrieb Öfen Stefan Dehn GmbH sowie weiteren Partnern. Der Inhaber Stefan Dehn baut und restauriert Holzbrandöfen, deren Technik bereits 100 Jahre alt ist.

Die Sparsamkeit und die wohlige Wärme historischer Ofenklassiker faszinieren den passionierten Experten. Doch die nicht mehr zeitgemäßen Verbrennungstechnologien dieser Öfen führten in der Vergangenheit zu erhöhten Abgaswerten, die einen Betrieb der historischen Kleinfeuerungsanlagen laut BImSchV nicht mehr erlaubten.

Bei der Suche nach einer Lösung zur Reduktion von Schadstoffemissionen klassischer Öfen wandte sich der Ofenbauer an das Fraunhofer IBP. Mit seinem technischen Ansatz, kompakte Brennkammern zu entwickeln und diese als Seriensystem zur Nachrüstung und Ausrüstung traditioneller Ofentechnik zu integrieren, setzte der mittelständische Unternehmer Dehn auf die Expertise des Fraunhofer IBP. Alle Brennkammern mussten in der jeweils unterschiedlichen Ausführung sowohl die Anforderungen der einschlägigen europäischen Regelungen erfüllen als auch den Anforderungen der 1. BImSchV genügen.

Unter Leitung von Dr.-Ing. Mohammad Aleysa optimierte das Forscherteam die Verbrennungstechnik dieser universell einsetzbaren Brennkammern und testete alle Prototypen eingehend auf sämtliche gesetzliche Vorschriften. »Inzwischen zeichnen sich die Universalbrennkammern durch hohe Effizienz und geringe Abgasemissionen aus und können je nach Bedarf in verschiedenen thermischen Leistungsstufen in mobile historische Öfen eingesetzt werden«, erläutert Dr.-Ing. Aleysa das marktreife Ergebnis der Zusammenarbeit.

Für diese gewinnbringende und innovative Entwicklung wurden am 26. September die beiden Kooperationspartner Dr.-Ing. Mohammad Aleysa und Stefan Dehn mit dem Seifriz-Preis ausgezeichnet. Die Jury würdigt mit dem mit 25.000 Euro dotierten Preis nicht nur die Entwicklung marktgängiger Produkte und Verfahren, sondern anerkennt damit vor allem auch den nachhaltigen Beitrag für die Umwelt:

Mit ihrer hohen Effizienz und den geringen Emissionen trägt das innovative Brennkammersystem aktiv zum Klimaschutz bei. Durchgeführte Sekundärmaßnahmen wie beispielsweise der nachträgliche Einbau von Staubfiltern erreichen nicht dieses hohe Einsparpotenzial.

Presse Institute | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.fraunhofer.de

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