Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Von der Natur inspiriert – skalierbare Chemiefabrik durch Photomikroreaktoren

11.01.2018

Professor Timothy Noël von der Technischen Universität Eindhoven/NL erhält den DECHEMA-Preis 2017. Damit werden seine bahnbrechenden Arbeiten zur kontinuierlichen photochemischen Umwandlung in mikrofluidischen Systemen gewürdigt. Timothy Noël ist einer der führenden Experten auf diesem Gebiet, das vielleicht künftig für die Synthese von Feinchemikalien und pharmazeutischen Wirkstoffen oder sogar in der Kohlendioxid-Aktivierung für die Synthese von Solartreibstoffen eingesetzt werden kann.

Der DECHEMA-Preis ist mit 20.000 Euro dotiert und wird jährlich für herausragende Forschungsarbeiten verliehen, die die Technische Chemie, die Verfahrenstechnik, die Biotechnologie und das Chemische Apparatewesen betreffen. Die Verleihung findet am 14. Juni 2018 während der ACHEMA, dem Weltforum für chemische Technik, Verfahrenstechnik und Biotechnologie, in Frankfurt am Main statt.


DECHEMA-Preis für Timothy Noël, TU Eindhoven /NL

Angeline Swinkels

Inspiriert durch das Baumblatt, das das einfallende Sonnenlicht sammelt und diese Energie zur Produktion chemischer Substanzen nutzt, hat Timothy Noël solare Photomikroreaktoren entwickelt und mit Mikrofluidik kombiniert.

Damit lässt sich eine skalierbare, anpassungsfähige Chemiefabrik schaffen, die von unserer reichhaltigsten Energiequelle - der Sonne - angetrieben wird. Mit lumineszierenden Farbstoffen in einem transparenten Wirt wird das Sonnenlicht gesammelt, konvertiert und auf winzige, eingebettete Fluidkanäle fokussiert.

Diese Technologie hat das Potenzial, eine enorme Vielfalt von Reaktionen zu katalysieren, die das Leben von Millionen von Menschen beeinflussen könnten. Sie schafft Möglichkeiten für eine umweltfreundliche Produktion von preiswerten Chemikalien und Medikamenten, ohne komplexe Produktionsanlagen oder sogar ganz ohne elektrische Energie. Damit ist auch eine Produktion an den entlegensten Standorten möglich.

Timothy Noël wurde 1982 in Aalst (Belgien) geboren und schloss 2004 sein Studium an der KaHo Sint-Lieven in Gent (Belgien) mit dem M.Sc. ab. Anschließend wechselte er an die Universität Gent und promovierte am Laboratorium für organische und bioorganische Synthese (2005-2009).

Danach wechselte er als Fulbright Postdoctoral Fellow zum Massachusetts Institute of Technology (MIT, USA). In 2011 nahm er eine Stelle als Assistenzprofessor an der Technischen Universität Eindhoven (Niederlande) an. Im Jahr 2017 wurde er dort zum außerordentlichen Professor berufen.

Seine Arbeiten wurden 2011 mit dem Incentive Award for Young Researchers des Comité de Gestion du Bulletin des Sociétés Chimiques Belges, 2012 mit dem VENI-Award der Netherlands Organisation for Scientific Research (NWO) und als Finalist des European Young Chemist Award 2012 ausgezeichnet. 2013 erhielt er ein Marie Curie Career Integration Grant der Europäischen Union.

Seit 2015 koordiniert er das Marie Skłodowska-Curie ETN-Programm Photo4Future" zur Entwicklung der Photoredox-Katalyse in Photomikroreaktoren. Er erhielt 2014 einen VIDI-Award der NWO und 2016 den Thieme Chemistry Journals Award.

Dr. Christine Dillmann | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.dechema.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Schönheit der organischen Form in 3D
12.07.2018 | Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm

nachricht Infektionen und Krebs: Welche Rolle spielen spezielle weiße Blutkörperchen?
06.07.2018 | Medizinische Hochschule Hannover

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Future electronic components to be printed like newspapers

A new manufacturing technique uses a process similar to newspaper printing to form smoother and more flexible metals for making ultrafast electronic devices.

The low-cost process, developed by Purdue University researchers, combines tools already used in industry for manufacturing metals on a large scale, but uses...

Im Focus: Rostocker Forscher entwickeln autonom fahrende Kräne

Industriepartner kommen aus sechs Ländern

Autonom fahrende, intelligente Kräne und Hebezeuge – dieser Ingenieurs-Traum könnte in den nächsten drei Jahren zur Wirklichkeit werden. Forscher aus dem...

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neue Anwendungen für Mikrolaser in der Quanten-Nanophotonik

20.07.2018 | Physik Astronomie

Need for speed: Warum Malaria-Parasiten schneller sind als die menschlichen Abwehrzellen

20.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Die Gene sind nicht schuld

20.07.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics