Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ultraschall verbindet

13.11.2018

Walter und Ingeborg Herrmann Stiftung fördert Forschung zu Leistungsultraschall am Institut für Nachhaltige Technische Systeme

Nachhaltige Werkstoffsysteme mithilfe von Leistungsultraschall entwickeln und verbessern: Die Walter und Ingeborg Herrmann Stiftung, 2009 von dem Stifterehepaar Walter und Ingeborg Herrmann gegründet, unterstützt die Forschung am Institut für Nachhaltige Technische Systeme (INATECH) der Universität Freiburg in den kommenden fünf Jahren mit insgesamt einer halben Million Euro – verbunden mit der Option, die Laufzeit um weitere fünf Jahre zu verlängern und die Fördersumme auf insgesamt eine Million Euro zu verdoppeln.


Thomas, Ingeborg und Walter Herrmann, Hans-Jochen Schiewer und Frank Balle (von links) präsentieren die Fördervereinbarung und ein mit Ultraschall verschweißtes Freiburger Bächleboot. Foto: Jürgen Gocke

„Das Thema Umwelt und Nachhaltigkeit zählt zu den zentralen Profilbereichen unserer Universität. Wir sind sehr froh und dankbar, dass die Walter und Ingeborg Herrmann Stiftung sich nun auf diesem Gebiet in solch herausragender Weise engagiert und damit neue Impulse für Forschung und Lehre ermöglicht“, sagt Rektor Prof. Dr. Hans-Jochen Schiewer.

Walter und Ingeborg Herrmann gründeten 1961 in Karlsbad die heutige Herrmann Ultraschalltechnik GmbH & Co. KG. Ihre Stiftung verfolgt unter anderem den Zweck der Förderung von Wissenschaft und Forschung im Bereich der Verbindungstechnik von verschiedenen Materialien mittels Leistungsultraschall.

Mit ihrer finanziellen Unterstützung des INATECH will sie einen Beitrag zur Entwicklung neuer ingenieurwissenschaftlicher Kompetenzen und Prozesstechniken auf diesem Gebiet leisten.

„Es ist uns ein Anliegen, dass die technologischen Herausforderungen und Entwicklungen hinsichtlich der Verbindung von Stoffen auch mit den gesellschaftlich bedeutsamen Themen von heute verknüpft werden. Dazu gehören die Energie- und Mobilitätskonzepte von morgen, aber auch die Sicherheit und Gesundheit unserer Welt“, betonen Walter und Ingeborg Herrmann.

Inhaber der Walter und Ingeborg Herrmann Professur für Engineering of Functional Materials ist Prof. Dr. Frank Balle, der zum 1. April 2018 von der Technischen Universität Kaiserslautern an die Universität Freiburg gewechselt ist. Sein Forschungsschwerpunkt sind hybride Werkstoffsysteme, die durch Materialkombinationen entstehen. Dabei nutzt er Leistungsultraschall, um unterschiedlichste Werkstoffe miteinander zu verschweißen.

„Unser Ziel sind leichtere, effizientere und damit nachhaltigere Strukturen, die neue Funktionen erfüllen und dennoch in der Fertigung möglichst kostenneutral bleiben“, erläutert Frank Balle. Ein Beispiel bietet die Kombination von kohlenstofffaserverstärkten Kunststoffen (CFK) und Metallen im Flugzeugbau.

Die leichten und zugleich stabilen CFK kommen dort zwar zum Einsatz, erfüllen aber nicht alle Funktionen, die in aktuellen Flugzeugkonzepten erwünscht sind – etwa den Blitzschutz oder die elektromagnetische Abschirmung des Flugzeugrumpfs. Bessere elektrische Eigenschaften hat dagegen ein Verbundwerkstoff, der Kohlenstofffasern und leitfähige Metallfasern beinhaltet.

Um diesen Faserverbundwerkstoff im Flugzeugrumpf mit Leichtmetallen zu verbinden, eignet sich das im Flugzeugbau übliche Nieten nicht optimal: Die Bohrungen, die dafür erforderlich sind, verursachen Schwachstellen im Material und müssen daher zusätzlich geschützt werden.

„Eine aussichtsreiche Alternative für die Verbindung solcher Materialien bietet das Ultraschallschweißen – nicht nur für Verbunde aus Kunststoffen und verschiedenen Metallen, sondern auch für Verbunde beispielsweise aus Metall und Glas oder Keramik“, ergänzt Frank Balle. Darüber hinaus nutzt er Ultraschall, um die Ermüdung und Langlebigkeit von Verbundwerkstoffen, die unter anderem in Windkraftanlagen zum Einsatz kommen, zu überprüfen und zu verbessern.

Die Universität Freiburg hat das INATECH im Jahr 2015 an der Technischen Fakultät gegründet. Es ist zugleich der ingenieurwissenschaftliche Kern des Leistungszentrums Nachhaltigkeit, das die Universität gemeinsam mit den fünf Freiburger Fraunhofer-Instituten betreibt. „Die Förderung durch die Herrmann-Stiftung dient gleich in mehrfacher Hinsicht der Nachhaltigkeitsforschung am INATECH.

Verbindungstechniken für neue, leichtere Werkstoffe sind ein Aspekt. Forschungs- und Anwendungsbeispiele dazu finden sich in allen drei Schwerpunktthemen des INATECH, den Materialien, der Energie und der Resilienz. Und das Thema ist wesentlich für die strategischen Forschungssäulen zum Themenkreis Materialsysteme, das unter anderem im Exzellenzcluster livMatS – Living, Adaptive and Energy-autonomous Materials erforscht wird“, sagt Prof. Dr. Stefan Hiermaier, Gründungsdirektor des INATECH.

Kontakt:
Prof. Dr. Frank Balle
Institut für Nachhaltige Technische Systeme (INATECH)
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Tel.: 0761/203-54200
frank.balle@inatech.uni-freiburg.de

Astrid Herrmann
Walter und Ingeborg Herrmann Stiftung
Tel.: 07248/79-1988
astrid.herrmann@herrmannultraschall.com

Bildunterschrift:
Thomas, Ingeborg und Walter Herrmann, Hans-Jochen Schiewer und Frank Balle (von links) präsentieren die Fördervereinbarung und ein mit Ultraschall verschweißtes Freiburger Bächleboot.
Foto: Jürgen Gocke

Weitere Informationen:

https://www.pr.uni-freiburg.de/pm/2018/ultraschall-verbindet?set_language=de

Rudolf-Werner Dreier | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Wie ein infizierter Knochen besser heilt
16.10.2019 | Klinikum der Ruhr-Universität Bochum - Berufsgenossenschaftliches Universitätsklinikum Bergmannsheil GmbH

nachricht Sensorschleuse Argus von dormakaba mit ICONIC Award 2019 ausgezeichnet
15.10.2019 | dormakaba Deutschland GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Die schnellste Ameise der Welt - Wüstenflitzer haben kurze Beine, aber eine perfekte Koordination

Silberameisen gelten als schnellste Ameisen der Welt - obwohl ihre Beine verhältnismäßig kurz sind. Daher haben Forschende der Universität Ulm den besonderen Laufstil dieses "Wüstenflitzers" auf einer Ameisen-Rennstrecke ergründet. Veröffentlicht wurde diese Entdeckung jüngst im „Journal of Experimental Biology“.

Sie geht auf Nahrungssuche, wenn andere Siesta halten: Die saharische Silberameise macht vor allem in der Mittagshitze der Sahara und in den Wüsten der...

Im Focus: Fraunhofer FHR zeigt kontaktlose, zerstörungsfreie Qualitätskontrolle von Kunststoffprodukten auf der K 2019

Auf der K 2019, der Weltleitmesse für die Kunststoff- und Kautschukindustrie vom 16.-23. Oktober in Düsseldorf, demonstriert das Fraunhofer-Institut für Hochfrequenzphysik und Radartechnik FHR das breite Anwendungsspektrum des von ihm entwickelten Millimeterwellen-Scanners SAMMI® im Kunststoffbereich. Im Rahmen des Messeauftritts führen die Wissenschaftler die vielseitigen Möglichkeiten der Millimeterwellentechnologie zur kontaktlosen, zerstörungsfreien Prüfung von Kunststoffprodukten vor.

Millimeterwellen sind in der Lage, nicht leitende, sogenannte dielektrische Materialien zu durchdringen. Damit eigen sie sich in besonderem Maße zum Einsatz in...

Im Focus: Solving the mystery of quantum light in thin layers

A very special kind of light is emitted by tungsten diselenide layers. The reason for this has been unclear. Now an explanation has been found at TU Wien (Vienna)

It is an exotic phenomenon that nobody was able to explain for years: when energy is supplied to a thin layer of the material tungsten diselenide, it begins to...

Im Focus: Rätsel gelöst: Das Quantenleuchten dünner Schichten

Eine ganz spezielle Art von Licht wird von Wolfram-Diselenid-Schichten ausgesandt. Warum das so ist, war bisher unklar. An der TU Wien wurde nun eine Erklärung gefunden.

Es ist ein merkwürdiges Phänomen, das jahrelang niemand erklären konnte: Wenn man einer dünnen Schicht des Materials Wolfram-Diselenid Energie zuführt, dann...

Im Focus: Wie sich Reibung bei topologischen Isolatoren kontrollieren lässt

Topologische Isolatoren sind neuartige Materialien, die elektrischen Strom an der Oberfläche leiten, sich im Innern aber wie Isolatoren verhalten. Wie sie auf Reibung reagieren, haben Physiker der Universität Basel und der Technischen Universität Istanbul nun erstmals untersucht. Ihr Experiment zeigt, dass die durch Reibung erzeugt Wärme deutlich geringer ausfällt als in herkömmlichen Materialien. Dafür verantwortlich ist ein neuartiger Quantenmechanismus, berichten die Forscher in der Fachzeitschrift «Nature Materials».

Dank ihren einzigartigen elektrischen Eigenschaften versprechen topologische Isolatoren zahlreiche Neuerungen in der Elektronik- und Computerindustrie, aber...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

VR-/AR-Technologien aus der Nische holen

18.10.2019 | Veranstaltungen

Ein Marktplatz zur digitalen Transformation

18.10.2019 | Veranstaltungen

Wenn der Mensch auf Künstliche Intelligenz trifft

17.10.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Insekten teilen den gleichen Signalweg zur dreidimensionalen Entwicklung ihres Körpers

18.10.2019 | Biowissenschaften Chemie

Volle Wertschöpfungskette in der Mikrosystemtechnik – vom Chip bis zum Prototyp

18.10.2019 | Physik Astronomie

Innovative Datenanalyse von Fraunhofer Austria

18.10.2019 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics