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Tübinger Forscher erhalten PHOENIX Pharmazie Wissenschaftspreis 2012

23.10.2012
Untersuchungen zur Bildung von Antibiotika in Mikroorganismen werden mit 10.000 Euro ausgezeichnet.

Der Phoenix Pharmazie Wissenschaftspreis, mit 10.000 Euro einer der am höchsten dotierten pharmazeutischen Preise in Deutschland, geht dieses Jahr an Tübinger Forscher: Im Fach Pharmazeutische Biologie werden Professor Lutz Heide, Dr. Björn Boll und Tatjana Taubitz vom Pharmazeutischen Institut der Universität Tübingen ausgezeichnet. Die feierliche Übergabe findet am Donnerstag, 25. Oktober in Berlin in Anwesenheit von Bundesgesundheitsministerin a.D. Ulla Schmidt statt.

Mit dem Preis wird eine Arbeit ausgezeichnet, die das Forscherteam 2011 in der US-amerikanischen Fachzeitschrift „Journal of Biological Chemistry“ veröffentlicht hatte.

Die Wissenschaftler hatten den Einfluss bestimmter Eiweiße, sogenannter MbtH-ähnlicher Proteine, auf die Bildung von Antibiotika in Mikroorganismen untersucht. Die biologische Rolle dieser Proteine war viele Jahre rätselhaft geblieben. Aufbauend auf zwei wissenschaftliche „Eilmeldungen“ (Rapid Reports) amerikanischer Forscher konnte die Tübinger Gruppe nachweisen, dass MbtH-ähnliche Proteine bei der Entstehung bestimmter Antibiotika für den Einbau einer Vorstufe, nämlich der Aminosäure Tyrosin, erforderlich sind.

MbtH-ähnliche Proteine von verschiedenen Bakterien können sich dabei gegenseitig in ihrer Funktion ersetzen. Das genaue Verständnis dieser Vorgänge kann zur Verbesserung der Produktion von Antibiotika und zur Suche nach neuen Wirkstoffen, auch neuen Krebsmedikamenten, mit modernen genomischen Methoden beitragen.

Die mit dem Preis ausgezeichneten Arbeiten wurden im Rahmen des Tübinger Sonderforschungsbereiches 766 „Die bakterielle Zellhülle“ durchgeführt. Professor Lutz Heide, Lehrstuhlinhaber für Pharmazeutische Biologie in Tübingen, ist Leiter des Forscherteams. Seine Forschung, unter anderem zu neuen Arznei-Wirkstoffen gegen Antibiotika-Resistenzen, ist einer der profilbildenden Schwerpunkte der Universität. Dr. Björn Boll hat in Göttingen ein Diplomstudium der Biologie absolviert und anschließend im Arbeitskreis von Professor Heide seine Doktorarbeit angefertigt.

In Kürze tritt er eine Stelle beim Pharmakonzern Roche in Basel an. Tatjana Taubitz ist noch Studentin der Universität Tübingen. Sie hatte im Rahmen ihres Biochemiestudiums die Möglichkeit für ein Forschungspraktikum wahrgenommen und führte die ersten erfolgreichen Versuche dieses Projektes durch. Nun erhält sie mehrere tausend Euro Preisgeld: Forschung lohnt sich – auch für Studenten!

Publikation: „MbtH-like proteins are required for the activation of tyrosine in the biosynthesis of aminocoumarin antibiotics and of vancomycin“, Björn Boll, Tatjana Taubitz, Lutz Heide, The Journal of Biological Chemistry 286: 36281-36290 (2011).

Kontakt:
Prof. Dr. Lutz Heide
Universität Tübingen
Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät
Pharmazeutisches Institut
Telefon +49 7071 29-72460
heide[at]uni-tuebingen.de

Michael Seifert | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-tuebingen.de

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