Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

TU-Chemikerin erhält Heinz Maier-Leibnitz-Preis

19.03.2010
Die Chemikerin Dr. Christina Thiele erhält den Heinz Maier-Leibnitz-Preis 2010.

Damit würdigt die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) Thieles Forschungsarbeiten zur Strukturbestimmung organischer Verbindungen. Dank dieser Grundlagenforschung soll langfristig die Wirksamkeit von Arzneimitteln oder die Aktivität von Katalysatoren verbessert werden können.

Die 35-jährige Chemikerin forscht am Clemens-Schöpf-Institut für Organische Chemie und Biochemie der Technischen Universität Darmstadt. Der mit 16.000 Euro dotierte Heinz Maier-Leibnitz-Preis der DFG gilt als die wichtigste Auszeichnung für den Forschungsnachwuchs in Deutschland.

Dr. Christina Thiele hat sich in der Fachwelt durch ihre innovativen Arbeiten zur kernresonanzspektroskopischen Aufklärung von Molekülstrukturen einen Namen gemacht. Bei der kernmagnetischen Resonanzspektroskopie (kurz: NMR-Spektroskopie) handelt es sich um eine Methode der Strukturaufklärung, die in verschiedensten Feldern der Chemie eingesetzt wird. Mit ihrer Hilfe ist es nicht nur möglich, ein statisches drei-dimensionales "Bild" der Verbindung zu erzeugen, sondern auch die in Lösung vorliegenden dynamischen Prozesse zu untersuchen.

Gerade diese dynamischen Prozesse sind für die Funktion der untersuchten Verbindungen oft ausschlaggebend. Thieles Untersuchungen können daher unter Umständen zum Verständnis der zeitlichen Änderung von Molekül-Strukturen und damit zum Verständnis ihrer Funktionen - als Wirkstoffe, Materialien oder auch Katalysatoren - beitragen.

Dr. Christina Thiele wurde 1975 in Linz, Österreich geboren. Sie studierte an der Universität Dortmund und fertigte ihre Diplomarbeit am King's College (London) über Naturstoffsynthesen an. Von 1998 bis 2002 arbeitete Thiele im Rahmen ihrer Promotion an der Universität Dortmund über Hydrostannylierungsreaktionen und entdeckte dabei ihr Interesse an der kernmagnetischen Resonanzspektroskopie. Nach ihrer Promotion 2002 begann sie eine Habilitation am Institut für Analytische Chemie der Universität Leipzig. 2005 wechselte Thiele an das Clemens-Schöpf-Institut für Organische Chemie und Biochemie der TU Darmstadt, um dort bei Prof. Dr. Michael Reggelin ihre Habilitation über NMR-spektroskopische Strukturbestimmungen an kleinen organischen Molekülen in anisotropen Medien fortzusetzen. Frau Thiele hat ihre Habilitation am Fachbereich Chemie am 1. März 2010 erfolgreich abgeschlossen.

Im Jahr 2007 hatte Thiele einen Lehrauftrag an der Universität Dortmund. Sie wurde im März 2008 für ihre herausragenden wissenschaftlichen Leistungen mit dem Preis für Habilitanden der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Universitätsprofessoren für Chemie (ADUC) ausgezeichnet, erhielt den mit 50.000 Euro dotierten Wissenschaftspreis der Adolf-Messer-Stiftung 2008 und ist seit Mai 2008 Leiterin einer Emmy-Noether Nachwuchsgruppe am Clemens-Schöpf-Institut für Organische Chemie und Biochemie an der TU Darmstadt.

Der Heinz Maier-Leibnitz-Preis wird seit 1977 jährlich von der DFG und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung an sechs Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler vergeben. Er soll in gleicher Weise Anerkennung und Ansporn sein und die Ausgezeichneten darin bestärken, ihre wissenschaftliche Karriere gradlinig fortzusetzen. Der Preis ist mit je 16.000 Euro dotiert, die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung zur Verfügung gestellt werden.

Jörg Feuck | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-darmstadt.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Intelligente Werkstoffe erforschen
18.11.2019 | Carl-Zeiss-Stiftung

nachricht dormakaba mit 4 Architects' Darling in Gold ausgezeichnet
13.11.2019 | dormakaba Deutschland GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kleine Teilchen, große Wirkung: Wie Nanoteilchen aus Graphen die Auflösung von Mikroskopen verbessern

Konventionelle Lichtmikroskope können Strukturen nicht mehr abbilden, wenn diese einen Abstand haben, der kleiner als etwa die Lichtwellenlänge ist. Mit „Super-resolution Microscopy“, entwickelt seit den 80er Jahren, kann man diese Einschränkung jedoch umgehen, indem fluoreszierende Materialien eingesetzt werden. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Polymerforschung haben nun entdeckt, dass aus Graphen bestehende Nano-Moleküle genutzt werden können, um diese Mikroskopie-Technik zu verbessern. Diese Nano-Moleküle bieten eine Reihe essentieller Vorteile gegenüber den bisher verwendeten Materialien, die die Mikroskopie-Technik noch vielfältiger einsetzbar machen.

Mikroskopie ist eine wichtige Untersuchungsmethode in der Physik, Biologie, Medizin und vielen anderen Wissenschaften. Sie hat jedoch einen Nachteil: Ihre...

Im Focus: Small particles, big effects: How graphene nanoparticles improve the resolution of microscopes

Conventional light microscopes cannot distinguish structures when they are separated by a distance smaller than, roughly, the wavelength of light. Superresolution microscopy, developed since the 1980s, lifts this limitation, using fluorescent moieties. Scientists at the Max Planck Institute for Polymer Research have now discovered that graphene nano-molecules can be used to improve this microscopy technique. These graphene nano-molecules offer a number of substantial advantages over the materials previously used, making superresolution microscopy even more versatile.

Microscopy is an important investigation method, in physics, biology, medicine, and many other sciences. However, it has one disadvantage: its resolution is...

Im Focus: Mit künstlicher Intelligenz zum besseren Holzprodukt

Der Empa-Wissenschaftler Mark Schubert und sein Team nutzen die vielfältigen Möglichkeiten des maschinellen Lernens für holztechnische Anwendungen. Zusammen mit Swiss Wood Solutions entwickelt Schubert eine digitale Holzauswahl- und Verarbeitungsstrategie unter Verwendung künstlicher Intelligenz.

Holz ist ein Naturprodukt und ein Leichtbauwerkstoff mit exzellenten physikalischen Eigenschaften und daher ein ausgezeichnetes Konstruktionsmaterial – etwa...

Im Focus: Eine Fernsteuerung für alles Kleine

Atome, Moleküle oder sogar lebende Zellen lassen sich mit Lichtstrahlen manipulieren. An der TU Wien entwickelte man eine Methode, die solche „optischen Pinzetten“ revolutionieren soll.

Sie erinnern ein bisschen an den „Traktorstrahl“ aus Star Trek: Spezielle Lichtstrahlen werden heute dafür verwendet, Moleküle oder kleine biologische Partikel...

Im Focus: Atome hüpfen nicht gerne Seil

Nanooptische Fallen sind ein vielversprechender Baustein für Quantentechnologien. Forscher aus Österreich und Deutschland haben nun ein wichtiges Hindernis für deren praktischen Einsatz aus dem Weg geräumt. Sie konnten zeigen, dass eine besondere Form von mechanischen Vibrationen gefangene Teilchen in kürzester Zeit aufheizt und aus der Falle stößt.

Mit der Kontrolle einzelner Atome können Quanteneigenschaften erforscht und für technologische Anwendungen nutzbar gemacht werden. Seit rund zehn Jahren...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Chemnitzer Linux-Tage 2020: „Mach es einfach!“

18.11.2019 | Veranstaltungen

Humanoide Roboter in Aktion erleben

18.11.2019 | Veranstaltungen

1. Internationale Konferenz zu Agrophotovoltaik im August 2020

15.11.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Kleine Teilchen, große Wirkung: Wie Nanoteilchen aus Graphen die Auflösung von Mikroskopen verbessern

20.11.2019 | Materialwissenschaften

Eisberge als Nährstoffquelle - Führt der Klimawandel zu mehr Eisendüngung im Ozean?

20.11.2019 | Geowissenschaften

Gehen verändert das Sehen

20.11.2019 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics