Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Theorie trifft auch in Zukunft Experiment: Ulmer DFG-Forschergruppe Elektrokatalyse weiterbewilligt

28.08.2013
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat die Fortführung der Forschergruppe „Elementare Reaktionsschritte in der Elektrokatalyse: Theorie trifft Experiment“ an der Universität Ulm für weitere drei Jahre bewilligt.

Damit wird die erfolgreiche Arbeit der Forschergruppe auf dem Gebiet der Elektrokatalyse seit 2010 gewürdigt. Die Gesamtförderung für die nächsten drei Jahre beträgt 2,3 Millionen Euro, wovon alleine 2,1 Millionen Euro an die Universität Ulm fließen.

Mit diesen Forschungsmitteln werden Prozesse untersucht, die bei der Umwandlung und Speicherung von Energie in Brennstoffzellen oder Batterien eine wichtige Rolle spielen – auch für die Elektromobilität ein wichtiges Thema.

Trotz weltweiter intensiver Forschung auf diesem Gebiet ist das Wissen über die elektrochemischen Prozesse, die auf der atomaren Ebene ablaufen, noch recht beschränkt. An dieser Stelle setzt die Forschergruppe an. Die Besonderheit: Theoretiker und Experimentatoren arbeiten gemeinsam an einem grundlegenden Verständnis der mikroskopischen Strukturen und Prozesse an elektrochemischen Elektroden-Elektrolyt-Grenzflächen.

Wie die DFG-Gutachtergruppe bestätigt, hat die Ulmer Forschergruppe damit ein internationales Alleinstellungsmerkmal. „Die sehr überzeugenden Ergebnisse der ersten Förderperiode und die beeindruckende Konzentration von Expertise auf einem im internationalen Vergleich sehr hohen Niveau bieten die ideale Grundlage für eine signifikante Weiterentwicklung dieses Forschungsfeldes“, so die Gutachtergruppe weiter.

„In der vergangenen Antragsperiode haben wir vertiefte Erkenntnisse zu den Elementarprozessen gewonnen, die zum Beispiel in Brennstoffzellen ablaufen, aber auch methodische Entwicklungen vorangetrieben“, bemerkt der Sprecher der Forschergruppe, Professor Axel Groß, Direktor des Instituts für Theoretische Chemie und Vizepräsident für Forschung und Informationstechnologie an der Universität Ulm. „In den nächsten drei Jahren wollen wir die Zusammenarbeit weiter ausbauen, um langfristig zu einer besseren Effizienz von Brennstoffzellen und Batterien beizutragen.“

Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Untersuchung der Wirkungsweise von nanostrukturierten Elektroden. Mit Hilfe der dabei gewonnenen Einsichten sollen Konzepte abgeleitet werden, die zur Entwicklung von Elektroden mit maßgeschneiderten Eigenschaften führen. In Zukunft werden die theoretisch arbeitenden Chemiker von einem so genannten „bwForCluster“ profitieren, das Hochleistungsrechnen an der Uni Ulm ermöglicht. Die signifikant gesteigerten Rechenkapazitäten werden zum Beispiel für hochkomplexe Rechnungen zu chemischen Prozessen und Simulationen benötigt.

In der jetzt weiterbewilligten Forschergruppe arbeiten Wissenschaftler aus dem Institut für Theoretische Chemie (Professor Axel Groß, Juniorprofessor. Dr. Martin Korth, Dr. Elisabeth Santos, Professor Wolfgang Schmickler) mit Kollegen aus den Instituten für Elektrochemie (Professor Timo Jacob, Dr. Ludwig Kibler) und für Oberflächenchemie und Katalyse (Professor Jürgen Behm, Dr. Zenonas Jusys) zusammen. Komplementiert wird die Forschergruppe von Professor Eckhard Spohr, Lehrstuhl für Theoretische Chemie der Universität Duisburg-Essen, der allerdings auch lange Jahre an der Universität Ulm verbracht hat. Eingebettet sind die Aktivitäten der Forschergruppe in ein sehr aktives elektrochemisches Forschungsumfeld auf dem Oberen Eselsberg in Ulm, zu dem das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung (ZSW) sowie das Helmholtz-Institut Ulm (HIU) für elektrochemische Energiespeicherung beitragen.

DFG-Forschergruppen werden insgesamt höchstens für sechs Jahre gefördert. „In dieser Zeit sollten nicht nur konkrete Ziele in der Wissenschaft erreicht werden. Unsere Forschergruppe soll auch den Kern für weitere Verbünde im Bereich Energiespeicherung und -umwandlung bilden und somit den Forschungsstandort Ulm stärken“, resümiert Axel Groß.

Text: Prof. Dr. Axel Groß

Weitere Informationen: Prof. Dr. Axel Groß, Tel.: 0731 50-22810, axel.gross@uni-ulm.de

Prof. Dr. Jürgen Behm, Tel.: 0731 50-25450, juergen.behm@uni-ulm.de

Annika Bingmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-ulm.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Künstliche Intelligenz erobert die Fahrzeugentwicklung
21.09.2018 | Technische Universität Berlin

nachricht Preis für Arbeit über autonomes Fahren
11.09.2018 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie Magnetismus entsteht: Elektronen stärker verbunden als gedacht

Wieso sind manche Metalle magnetisch? Diese einfache Frage ist wissenschaftlich gar nicht so leicht fundiert zu beantworten. Das zeigt eine aktuelle Arbeit von Wissenschaftlern des Forschungszentrums Jülich und der Universität Halle. Den Forschern ist es zum ersten Mal gelungen, in einem magnetischen Material, in diesem Fall Kobalt, die Wechselwirkung zwischen einzelnen Elektronen sichtbar zu machen, die letztlich zur Ausbildung der magnetischen Eigenschaften führt. Damit sind erstmals genaue Einblicke in den elektronischen Ursprung des Magnetismus möglich, die vorher nur auf theoretischem Weg zugänglich waren.

Für ihre Untersuchung nutzten die Forscher ein spezielles Elektronenmikroskop, das das Forschungszentrum Jülich am Elettra-Speicherring im italienischen Triest...

Im Focus: Erstmals gemessen: Wie lange dauert ein Quantensprung?

Mit Hilfe ausgeklügelter Experimente und Berechnungen der TU Wien ist es erstmals gelungen, die Dauer des berühmten photoelektrischen Effekts zu messen.

Es war eines der entscheidenden Experimente für die Quantenphysik: Wenn Licht auf bestimmte Materialien fällt, werden Elektronen aus der Oberfläche...

Im Focus: Scientists present new observations to understand the phase transition in quantum chromodynamics

The building blocks of matter in our universe were formed in the first 10 microseconds of its existence, according to the currently accepted scientific picture. After the Big Bang about 13.7 billion years ago, matter consisted mainly of quarks and gluons, two types of elementary particles whose interactions are governed by quantum chromodynamics (QCD), the theory of strong interaction. In the early universe, these particles moved (nearly) freely in a quark-gluon plasma.

This is a joint press release of University Muenster and Heidelberg as well as the GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt.

Then, in a phase transition, they combined and formed hadrons, among them the building blocks of atomic nuclei, protons and neutrons. In the current issue of...

Im Focus: Der Truck der Zukunft

Lastkraftwagen (Lkw) sind für den Gütertransport auch in den kommenden Jahrzehnten unverzichtbar. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen der Technischen Universität München (TUM) und ihre Partner haben ein Konzept für den Truck der Zukunft erarbeitet. Dazu zählen die europaweite Zulassung für Lang-Lkw, der Diesel-Hybrid-Antrieb und eine multifunktionale Fahrerkabine.

Laut der Prognose des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur wird der Lkw-Güterverkehr bis 2030 im Vergleich zu 2010 um 39 Prozent steigen....

Im Focus: Extrem klein und schnell: Laser zündet heißes Plasma

Feuert man Lichtpulse aus einer extrem starken Laseranlage auf Materialproben, reißt das elektrische Feld des Lichts die Elektronen von den Atomkernen ab. Für Sekundenbruchteile entsteht ein Plasma. Dabei koppeln die Elektronen mit dem Laserlicht und erreichen beinahe Lichtgeschwindigkeit. Beim Herausfliegen aus der Materialprobe ziehen sie die Atomrümpfe (Ionen) hinter sich her. Um diesen komplexen Beschleunigungsprozess experimentell untersuchen zu können, haben Forscher aus dem Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) eine neuartige Diagnostik für innovative laserbasierte Teilchenbeschleuniger entwickelt. Ihre Ergebnisse erscheinen jetzt in der Fachzeitschrift „Physical Review X“.

„Unser Ziel ist ein ultrakompakter Beschleuniger für die Ionentherapie, also die Krebsbestrahlung mit geladenen Teilchen“, so der Physiker Dr. Thomas Kluge vom...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

4. BF21-Jahrestagung „Car Data – Telematik – Mobilität – Fahrerassistenzsysteme – Autonomes Fahren – eCall – Connected Car“

21.09.2018 | Veranstaltungen

Forum Additive Fertigung: So gelingt der Einstieg in den 3D-Druck

21.09.2018 | Veranstaltungen

12. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

20.09.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Tiefseebergbau: Forschung zu Risiken und ökologischen Folgen geht weiter

21.09.2018 | Geowissenschaften

4. BF21-Jahrestagung „Car Data – Telematik – Mobilität – Fahrerassistenzsysteme – Autonomes Fahren – eCall – Connected Car“

21.09.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Optimierungspotenziale bei Kaminöfen

21.09.2018 | Energie und Elektrotechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics