Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Spezialist für mikroskopische Bildanalyse

14.11.2014

Carl-Zeiss-Stiftung fördert Stiftungsprofessur an Universität Jena mit rund 1,6 Millionen Euro

An der Friedrich-Schiller-Universität Jena wird eine neue Professur für mikroskopische Bildanalyse eingerichtet. Die Carl-Zeiss-Stiftung hat einen entsprechenden Förderantrag gerade bewilligt. Knapp 1,6 Millionen Euro stellt die Stiftung in den nächsten fünf Jahren für den Aufbau der Stiftungsprofessur bereit.


Die neue Professur für mikroskopsiche Bildanalyse an der Universität Jena und ihrem Klinikum schlägt eine wichtige Brücke zwischen den universitären Profillinien "Light" und "Life".

Foto: Jan-Peter Kasper/FSU

Neben einer Professorenstelle können drei Stellen für wissenschaftliche Mitarbeiter geschaffen werden. Hauptaufgabe der neuen Professur wird es sein, Methoden zur detaillierten Analyse von mikroskopischen Bilddaten zu entwickeln und Wissenschaftler von Universität und Universitätsklinikum – insbesondere aus den Bereichen Medizin, Chemie und Biologie – gezielt zu unterstützen.

„Die Stiftungsprofessur schlägt eine wichtige Brücke zwischen den universitären Profillinien ‚Light‘ und ‚Life‘ sowie zwischen Kernuniversität und Universitätsklinikum“, sagt der Vizepräsident für Forschung, Prof. Dr. Thorsten Heinzel.

Die Lichtmikroskopie spielt in den Biowissenschaften als Analysemethode eine wichtige Rolle. Dank der optisch vergrößernden Wirkung von Linsen können Wissenschaftler mithilfe eines Mikroskops selbst winzige Objekte und Strukturen von Zellen und Gewebe untersuchen. Anfangs diente die Mikroskopie vor allem dazu, die Präparate zu betrachten und abzuzeichnen oder abzufotografieren.

Doch die Aufnahmetechnik hat sich weiterentwickelt: Moderne Geräte erfassen die mikroskopischen Bilder digital und dringen bis in molekulare Dimensionen vor. „Damit sind nicht mehr nur qualitative Beschreibungen der Strukturen möglich, sondern auch weitreichende quantitative Messungen“, erklärt Prof. Dr. Christoph Biskup, Leiter der Arbeitsgruppe „Biomolekulare Photonik“ am Jenaer Universitätsklinikum. „Während die Techniken zur Aufnahme mikroskopischer Bilder stetig weiterentwickelt wurden, ist das Potential zur Analyse der Daten jedoch noch nicht voll ausgeschöpft“, erklärt Prof. Biskup.

Genau diese Lücke soll nun die neue Stiftungsprofessur schließen. Forschungsschwerpunkte sind u. a. die Entwicklung von Algorithmen zur mikroskopischen Bildverarbeitung und zur Auswertung von Daten hochauflösender Mikroskope. Darüber hinaus wird sich der künftige Inhaber oder die künftige Inhaberin der Stiftungsprofessur der Carl-Zeiss-Stiftung mit Verfahren beschäftigen, die eine Analyse von Einzelmolekülmessungen erlauben.

Die Stiftungsprofessur wird an der Medizinischen Fakultät am Universitätsklinikum eingerichtet, die auch die Finanzierung nach der fünfjährigen Förderung übernimmt. Im Rahmen des Centrums für Medizinische Optik und Photonik (CeMOP) sind enge Kooperationen mit Instituten und Lehrstühlen anderer Fakultäten sowie mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen und Unternehmen geplant.

„Die Professur verbindet die Lebenswissenschaften noch stärker mit den mathematischen und naturwissenschaftlichen Grundlagenfächern“, verdeutlicht CeMOP-Direktor Prof. Dr. Klaus Benndorf, zugleich Dekan der Medizinischen Fakultät und Wissenschaftlicher Vorstand des Uniklinikums.

Auch die Studierenden und Promovierenden werden profitieren: So werde die Professur eine zentrale Rolle einnehmen bei der interdisziplinären Ausbildung von Medizinern und Naturwissenschaftlern auf dem Gebiet der medizinischen Photonik, betont Prof. Biskup und ergänzt: „Dank der neuen Professur können wir das Lehrangebot in den biologischen und biomedizinischen Studiengängen erweitern. Zudem können wir Promovierenden aus der Medizin und Biologie, die im Rahmen ihrer Dissertation mikroskopische Aufnahmen analysieren und quantifizieren müssen, zusätzliche Seminare anbieten, die aufzeigen, wie diese Aufgabe effizient und zuverlässig mithilfe guter Bildverarbeitungsalgorithmen erledigt werden kann.“

Die Carl-Zeiss-Stiftung wurde 1889 von Ernst Abbe gegründet und fördert natur- und ingenieurwissenschaftliche Forschung an staatlichen Hochschulen in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Thüringen. Mit der Förderung von Stiftungsprofessuren verfolgt die Carl-Zeiss-Stiftung das Ziel, die Etablierung neuer, zukunftsweisender wissenschaftlicher Schwerpunkte durch Einrichtung entsprechender Professuren zu unterstützen.

Kontakt:
Prof. Dr. Thorsten Heinzel
Vizepräsident für Forschung der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Fürstengraben 1, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 931010
E-Mail: vpforschung[at]uni-jena.de


Weitere Informationen:

http://www.uni-jena.de

Claudia Hilbert | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Schönheit der organischen Form in 3D
12.07.2018 | Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm

nachricht Infektionen und Krebs: Welche Rolle spielen spezielle weiße Blutkörperchen?
06.07.2018 | Medizinische Hochschule Hannover

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Im Focus: Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

„Wir haben jetzt ein klares Bild davon, wie das heiße Atomgitter und die kalten magnetischen Spins eines ferrimagnetischen Nichtleiters miteinander ins Gleichgewicht gelangen“, sagt Ilie Radu, Wissenschaftler am Max-Born-Institut in Berlin. Das internationale Forscherteam fand heraus, dass eine Energieübertragung sehr schnell stattfindet und zu einem neuartigen Zustand der Materie führt, in dem die Spins zwar heiß sind, aber noch nicht ihr gesamtes magnetisches Moment verringert haben. Dieser „Spinüberdruck“ wird durch wesentlich langsamere Prozesse abgebaut, die eine Abgabe von Drehimpuls an das Gitter ermöglichen. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in "Science Advances" erschienen.

Magnete faszinieren die Menschheit bereits seit mehreren tausend Jahren und sind im Zeitalter der digitalen Datenspeicherung von großer praktischer Bedeutung....

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Europaweit erste Patientin mit neuem Hybridgerät zur Strahlentherapie behandelt

19.07.2018 | Medizintechnik

Waldrand oder mittendrin: Das Erbgut von Mausmakis unterscheidet sich je nach Lebensraum

19.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Automatisiertes Befüllen von Regalen im Einzelhandel

19.07.2018 | Verkehr Logistik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics