Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

"Europäischer Leibniz-Preis" für münsterschen Mathematiker

05.11.2010
Professor Joachim Cuntz erhält "Advanced Grant 2010" des Europäischen Forschungsrates

Eine prestigeträchtige Ehrung wird Prof. Dr. Dr. h. c. Joachim Cuntz von der Universität Münster zuteil: Der angesehene Mathematiker erhält den "ERC Advanced Investigators Grant 2010" des Europäischen Forschungsrates (ERC).

Der "Advanced Grant" wird an exzellente Forscher vergeben und beinhaltet eine Förderung von bis zu 2,5 Millionen Euro für fünf Jahre. Er ist von der Bedeutung und der Summe her vergleichbar mit dem Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft, den Joachim Cuntz bereits im Jahr 1999 erhielt.

"Wir freuen uns, dass nach mehreren Leibniz-Preisen für WWU-Mathematiker in den vergangenen Jahren nun erneut ein Mathematiker aus Münster mit einem der angesehensten Forschungspreise in Europa ausgezeichnet wird. Ganz besonders erfreulich ist es, dass wir nun bereits vier Träger eines ERC-Grants an der WWU haben", betonte die Rektorin der WWU, Prof. Dr. Ursula Nelles.

Neben je einem "Starting Grant" für Nachwuchswissenschaftler, mit denen Prof. Dr. Yong Lei (Physik, 2009) und kürzlich Prof. Dr. Frank Glorius (Chemie, 2010) ausgezeichnet wurden, erhielt die Physikerin Prof. Dr. Luisa De Cola bereits im vergangenen Jahr einen "Advanced Grant" für renommierte, erfahrene Forscher. Ein weiterer Münsteraner hat ebenfalls einen "Starting Grant 2010" erhalten: der Nachwuchsforscher Dr. Arndt Siekmann am Max-Planck-Institut für molekulare Biomedizin.

Prof. Cuntz erhält die Auszeichnung für ein ambitioniertes Forschungsprojekt auf dem Gebiet der Theoretischen Mathematik. Darin sollen grundlegende Strukturfragen geklärt werden, die Auswirkungen auf verschiedene Bereiche der Mathematik - von der Untersuchung dynamischer Systeme bis zur Zahlentheorie - haben.

"Joachim Cuntz hat die Forschung auf dem Gebiet der C*-Algebren in den vergangenen 30 Jahren maßgeblich vorangetrieben", heißt es unter anderem in der Begründung des ERC. So sei die Analyse der nach dem Preisträger benannten Cuntz-Algebren und Cuntz-Krieger-Algebren die Basis für jede Arbeit auf dem Gebiet der C*-Algebren. Sein vom ERC gefördertes Projekt führe die bisherigen Arbeiten fort, gebe ihnen aber gleichzeitig auch eine neue Ausrichtung, die verschiedene mathematische Theorien vereine. Dadurch werde ein neues Licht auf zahlreiche offene Fragen aus den verschiedensten Bereichen der Mathematik geworfen. Der Preisträger, der momentan mehr als zehn Doktoranden betreut, ist bereits Doktorvater von mehr als 20 Absolventen.

In seiner internationalen Wissenschaftler-Karriere veröffentlichte Joachim Cuntz eine Vielzahl wichtiger Arbeiten und wurde mit angesehenen Preisen und Ehrungen bedacht, darunter 1993 der Max-Planck-Forschungspreis, 1997 die Medaille des Collège de France in Paris, 1999 der Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft und 2001 die Ehrendoktorwürde der Universität Kopenhagen.

Joachim Cuntz, geboren am 28. September 1948 in Mannheim, wurde nach einem Studium der Mathematik und Physik in Heidelberg und Paris mit 27 Jahren an der Universität Bielefeld promoviert. Mit 29 Jahren habilitierte er sich an der TU Berlin. Es folgten Stationen in Kanada, Frankreich und den USA. 1988 folgte der Mathematiker dem Ruf auf eine Professur an der Universität Heidelberg. Seit 1997 ist er Professor am Mathematischen Institut der Universität Münster. Er ist mit verschiedenen Forschungsprojekten am münsterschen Sonderforschungsbereich "Geometrische Strukturen in der Mathematik" beteiligt.

Christina Heimken | Universität Münster
Weitere Informationen:
http://www.uni-muenster.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Schönheit der organischen Form in 3D
12.07.2018 | Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm

nachricht Infektionen und Krebs: Welche Rolle spielen spezielle weiße Blutkörperchen?
06.07.2018 | Medizinische Hochschule Hannover

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Future electronic components to be printed like newspapers

A new manufacturing technique uses a process similar to newspaper printing to form smoother and more flexible metals for making ultrafast electronic devices.

The low-cost process, developed by Purdue University researchers, combines tools already used in industry for manufacturing metals on a large scale, but uses...

Im Focus: Rostocker Forscher entwickeln autonom fahrende Kräne

Industriepartner kommen aus sechs Ländern

Autonom fahrende, intelligente Kräne und Hebezeuge – dieser Ingenieurs-Traum könnte in den nächsten drei Jahren zur Wirklichkeit werden. Forscher aus dem...

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neue Anwendungen für Mikrolaser in der Quanten-Nanophotonik

20.07.2018 | Physik Astronomie

Need for speed: Warum Malaria-Parasiten schneller sind als die menschlichen Abwehrzellen

20.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Die Gene sind nicht schuld

20.07.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics