Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Platz 2 für Helikopter-Designstudie aus Stade - Carbontechnologie-Studenten der PFH erfolgreich

23.08.2017

Bereits lange vor dem Studienabschluss haben vier Studenten des PFH Hansecampus Stade ihr ingenieurwissenschaftliches Können eindrucksvoll unter Beweis gestellt: Malte Blask, Hagen Hagens, Nick Neubert und Rouven Weg haben bei einem internationalen Wettbewerb der American Helicopter Society (AHS International) den zweiten Platz belegt. Ihre Aufgabe war es, eine Designstudie für ein helikopterähnliches Fluggerät zu entwickeln, das 24 Stunden an einem Punkt in der Luft fliegen kann.

Die vier Kommilitonen sind im Studiengang Verbundwerkstoffe/Composites am Hansecampus Stade der PFH Private Hochschule Göttingen eingeschrieben. Seit elf Monaten haben sie an der Designstudie gearbeitet, mit der sie nun erfolgreich waren. Prof. Dr.-Ing. Wilm F. Unckenbold, der an der Hochschule Faserverbund-Technologie lehrt, hat das Team betreut.


Ephemeron in der Computeranimation: Links in Originalgröße, rechts das verkleinerte Modell.

Foto: PFH


Malte Blask, Rouven Weg, Nick Neubert und Hagen Hagens studieren Carbontechnologie an der PFH in Stade und haben die Designstudie "Ephemeron" entwickelt

Foto: PFH

24 Stunden Schwebeflug, 80 Kilo Nutzlast

Im jährlichen Studentenwettbewerb der AHS International geht es darum, ein schlüssiges Konzept für einen innovativen Helikopter zu entwickeln. Jedes Mal stellt die Organisation den Teilnehmern eine Aufgabe, für die noch keine technischen Lösungen existieren.

Die Vorgaben im Wettbewerb 2016/17: Das Fluggerät muss 24 Stunden im Schwebeflug verbleiben und gleichzeitig eine Nutzlast von 80 Kilogramm, also etwa das Durchschnittsgewicht eines erwachsenen Menschen, tragen können.

Die weiteren Regeln waren bewusst zurückhaltend formuliert: Während des Fluges darf von außerhalb keine Energie auf das Fluggerät übertragen und das Prinzip des Heißluftballons nicht genutzt werden. Ansonsten waren der Kreativität der Studierenden kaum Grenzen gesetzt.

Wegen der 24-Stunden-Vorgabe gab das Stader Team ihrem Flugobjekt den Namen "Ephemeron" (griechisch für eintägig). Für den Wettbewerb widmeten sich die vier Studenten zunächst der Fachlektüre und befragten mehrere Experten innerhalb und außerhalb der Hochschule. So prüften sie die Vor- und Nachteile unterschiedlicher Konstruktionsvarianten im Hinblick auf ihr Vorhaben.

"Schließlich stand unser Grundkonzept: Ein Doppelrotor mit Ummantelung, angetrieben von einem Diesel-Sternmotor, soll Epheremon in die Luft bringen und halten können", erläutert Team-Mitglied Neubert.

Anschließend floss monatelange Detailarbeit in die Anpassung und Optimierung der einzelnen Systeme untereinander. Propeller und Gehäuse des Modells sind aus Carbon konzipiert, um Ephemeron so leicht wie möglich zu machen.

Carbon ist zugleich der Werkstoff, mit dem sich die Studierenden hauptsächlich in ihrem Studium befassen. So entstand nach und nach ein komplexes Computer-Modell, das die Studenten unter anderem in einem virtuellen Windkanal testeten. Außerdem mussten sie ihre Resultate noch in einer fünfzigseitigen wissenschaftlichen Arbeit darstellen, um die Fähigkeiten des Hubschraubers zu belegen.

150 Studierende aus aller Welt nahmen teil

Im Wettbewerb stand Ephemeron dann in Konkurrenz zu 16 weiteren Teams aus aller Welt; insgesamt haben sich mehr als 150 Studierende beteiligt. Die Bewertung nahm eine Jury vor, die überwiegend aus erfahrenen Hubschrauberpiloten bestand. Sie vergab schließlich den zweiten Platz für die Designstudie aus Stade.

Nun möchten die Studenten ihr Computer-Modell zunächst in verkleinerter Form nachbauen. "Ephemeron kann bis zu 26 Stunden still in der Luft stehen oder in derselben Zeit 1500 Kilometer Flugstrecke zurücklegen. Es ist deshalb nicht besonders für klassische Hubschrauberaufgaben geeignet, könnte stattdessen aber als kostengünstige und flexible Alternative zu Satelliten eingesetzt werden.

Besonders geeignet wäre Ephemeron auch als Minensucher, weil der langsame Flug gepaart mit der großen Reichweite dafür ideal ist", beschreibt Student Blask die Potenziale des Fluggerätes. Weitere Informationen zum Projekt sind online unter http://ephemeron.de zu finden.

Studiengang Verbundwerkstoffe/Composites

Den europaweit einzigartigen ingenieurwissenschaftlichen Studiengang Verbundwerkstoffe/Composites mit Abschluss Bachelor of Engineering (B.Eng.) bietet die PFH an ihrem Hansecampus Stade an. Er vermittelt Werkstoff- und Konstruktionskenntnisse für Faserverbundwerkstoffe, insbesondere für kohlenstofffaserverstärkte Kunststoffe (CFK, auch als "Carbon" bezeichnet) und für glasfaserverstärkte Kunststoffe (GFK). Damit bildet er die Studierenden zu Spezialisten für eine Schlüsseltechnologie aus, die zum Beispiel im Flugzeug-, Maschinen-, Fahrzeug- und Schiffbau sowie in der Windkraftindustrie stark nachgefragt werden. Interessenten können sich noch für den nächsten Studienstart im Oktober bei der PFH unter www.pfh.de/cfk-bachelor bewerben.

Weitere Informationen:

http://ephemeron.de
https://www.pfh.de/cfk-bachelor

Peter Diehl | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Der bundesweite Bewerbungsprozess für den Corporate Health Award 2020 startet ab sofort
02.04.2020 | Corporate Health Initiative

nachricht Klimafreundliche Energie aus Abwärme
20.12.2019 | Technische Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Quantenimaging: Unsichtbares sichtbar machen

Verschränkte Lichtteilchen lassen sich nutzen, um Bildgebungs- und Messverfahren zu verbessern. Ein Forscherteam am Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik IOF in Jena hat eine Quantenimaging-Lösung entwickelt, die in extremen Spektralbereichen und mit weniger Licht genaueste Einblicke in Gewebeproben ermöglichen kann.

Optische Analyseverfahren wie Mikroskopie und Spektroskopie sind in sichtbaren Wellenlängenbereichen schon äußerst effizient. Doch im Infrarot- oder...

Im Focus: Sensationsfund: Spuren eines Regenwaldes in der Westantarktis

90 Millionen Jahre alter Waldboden belegt unerwartet warmes Südpol-Klima in der Kreidezeit

Ein internationales Forscherteam unter Leitung von Geowissenschaftlern des Alfred-Wegener-Institutes, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI)...

Im Focus: A sensational discovery: Traces of rainforests in West Antarctica

90 million-year-old forest soil provides unexpected evidence for exceptionally warm climate near the South Pole in the Cretaceous

An international team of researchers led by geoscientists from the Alfred Wegener Institute, Helmholtz Centre for Polar and Marine Research (AWI) have now...

Im Focus: Blockierung des Eisentransports könnte Tuberkulose stoppen

Tuberkulose-Bakterien brauchen Eisen zum Überleben. Wird der Eisentransport in den Bakterien gestoppt, so kann sich der Tuberkulose-Erreger nicht weiter vermehren. Nun haben Forscher der Universität Zürich die Struktur des Transportproteins ermittelt, das für die Eisenzufuhr zuständig ist. Dies eröffnet Möglichkeiten zur Entwicklung neuer Medikamente.

Einer der verheerendsten Erreger, der sich im Inneren menschlicher Zellen vermehren kann, ist Mycobacterium tuberculosis – der Bazillus, der Tuberkulose...

Im Focus: Blocking the Iron Transport Could Stop Tuberculosis

The bacteria that cause tuberculosis need iron to survive. Researchers at the University of Zurich have now solved the first detailed structure of the transport protein responsible for the iron supply. When the iron transport into the bacteria is inhibited, the pathogen can no longer grow. This opens novel ways to develop targeted tuberculosis drugs.

One of the most devastating pathogens that lives inside human cells is Mycobacterium tuberculosis, the bacillus that causes tuberculosis. According to the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

13. »AKL – International Laser Technology Congress«: 4.–6. Mai 2022 in Aachen – Lasertechnik Live bereits früher!

02.04.2020 | Veranstaltungen

Europäischer Rheumatologenkongress EULAR 2020 wird zum Online-Kongress

30.03.2020 | Veranstaltungen

“4th Hybrid Materials and Structures 2020” findet web-basiert statt

26.03.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Quantenimaging: Unsichtbares sichtbar machen

02.04.2020 | Physik Astronomie

Innovative Materialien und Bauelemente für die Terahertz-Elektronik

02.04.2020 | Materialwissenschaften

Besser gewappnet bei Überflutungen in der Stadt

02.04.2020 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics