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„Nobelpreis“ der Photogrammetrie: Anerkennung für das Lebenswerk von Franz Leberl

29.08.2012
„Brock Gold Medal“ für den Forscher der TU Graz
„Sag ja zu Herausforderungen, wenn sie dich stärken“ ist das Motto von Universaltalent und TU-Forscher Franz Leberl, dessen Lebenswerk nun mit der „Brock Gold Medal“ gewürdigt wurde. Leberl erhielt damit die weltweit höchstmögliche Anerkennung seines Fachbereiches: Mit der Medaille zeichnet die Internationale Gesellschaft für Photogrammeterie und Fernerkundung – kurz ISPRS – alle vier Jahre herausragende Leistungen und Meilensteine in der Weiterentwicklung der Disziplin aus. Als erster österreichischer Preisträger erhielt Franz Leberl die Medaille im Zuge des Fachkongresses der ISPRS, der noch bis 1. September in Melbourne stattfindet.

Eine Laufbahn, die ihresgleichen sucht: Franz Leberl ist der TU Graz seit Jahrzehnten als Forscher und Hochschulprofessor für Informatik verbunden, hat erfolgreiche Jahre als Wissenschaftsmanager verbracht und zwei Firmen gegründet, die beide später vom Weltkonzern Microsoft gekauft wurden. „Eine Karriere ist zum großen Teil eine Reaktion auf Möglichkeiten, Stillstand kam für mich nie in Frage“, erklärt Franz Leberl, der am TU-Institut für Maschinelles Sehen und Darstellen forscht, seinen Antrieb. Erst im März dieses Jahres wurde er mit dem renommierten „Outstanding Technical Achievement Award“ für die Entwicklung der digitalen Luftbildkamera „UltraCam“ geehrt. Mit der „Brock Gold Medal“ ist Leberl nun endgültig in den Olymp seines Fachbereiches aufgerückt: Die Medaille gilt als der „Nobelpreis“ der Photogrammetrie und würdigt international herausragende Leistungen.
Tausendsassa Franz Leberl

Über 330 wissenschaftliche Publikationen und 15 Patente gehen auf das Konto von Franz Leberl – er wird zu Recht als Pionier in der Entwicklung der Photogrammetrie bezeichnet. Unbestritten ist auch seine Vorreiterrolle bei der fotografischen Erfassung von Gelände: Die von ihm entwickelte digitale Luftbildkamera UltraCam gilt als die beste Luftbildkamera der Welt. Als Spitzenforscher, erfolgreicher Geschäftsmann, Wissenschaftsmanager und Lehrender kann Franz Leberl auf über 43 facettenreiche Karrierejahre zurückblicken.
Gold seit 1956

Die International Society for Photogrammetry and Remote Sensing, kurz ISPRS, (deutsch: Internationale Gesellschaft für Photogrammetrie und Fernerkundung) vergibt seit 1956 alle vier Jahre den „Brock Gold Medal Award“ an jeweils eine besonders verdienstvolle Forscherpersönlichkeit ihres Fachbereiches. Franz Leberl ist der 14. Preisträger und gleichzeitig der erste Österreicher, der mit der goldenen Medaille ausgezeichnet wurde. Die 14 bisherigen Preisträger stammen aus 10 verschiedenen Ländern. Er erhielt die Auszeichnung im Zuge des diesjährigen Fachkongresses der ISPRS, der von 25. August bis 1. September 2012 im australischen Melbourne stattfindet.

Biographische Skizze
Franz Leberl wurde 1945 in Gersdorf, Sachsen, geboren. Er erwarb seinen Dipl.-Ing. und Dr.techn. an der TU Wien und habilitierte sich 1976 an der TU Graz. Seine Laufbahn führte ihn an das International Institute for Geoinformation and Earth Sciences in die Niederlande, zum Jet Propulsion Laboratory der NASA nach Kalifornien und an die TU Graz, wo er zuerst eine außerordentliche Professur für Photogrammetrie (1976-1984), und später eine ordentliche Professur für Informatik (seit 1992) innehatte. Er war von 1996 bis 1998 alleiniger Geschäftsführer des Österreichischen Forschungszentrums Seibersdorf (heute Austrian Institute of Technology) und gründete die Firmen Vexcel Corporation (USA) und Vexcel Imaging GmbH (Österreich), die er 2006 an die Microsoft Corporation verkaufte. Er lehrt und forscht heute am Institut für Maschinelles Sehen und Darstellen an der TU Graz. Franz Leberl ist passionierter Skifahrer, begeisterter Jazzer und ein überzeugter Familienmensch.

Rückfragen:
Mag. (FH) Susanne Eigner
Assistenz der Pressesprecherin
E-Mail: susanne.eigner@tugraz.at
Tel.: 0316 873 6066

TU Graz - Mitglied der TU Austria
http://www.tuaustria.at

Alice Senarclens de Grancy | Technische Universität Graz
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